Street-Art auf Türen auf Madeira: Huch, das ist ja die Süddeutsche Zeitung! – Panorama | ABC-Z

Mitten in … Funchal
Eine Woche dem Arbeitsalltag bei der SZ sowie der bibbernden Kälte entfliehen. Schnell fällt die Entscheidung für Madeira. Bei der Landung freuen wir uns über die angenehme Wärme und ein bisschen Sightseeing. Es geht mit der Seilbahn die Hügel hoch für einen Panoramablick auf den Atlantik, dann: Besuch in der Markthalle und Schlendern durch die Gassen der Altstadt. Bald sind auch die von Künstlern verzierten Haustüren entdeckt. Die Motivbandbreite geht von Porträts über Landschaften bis hin zu Abstraktem. Die Begleitung macht auf eine mit Zeitungspapier beklebte Tür aufmerksam, die viele verschiedene Titel verwendet, von den meisten sieht man kaum den Namen. Nur links oben ist klar und deutlich ein Zeitungslogo zu erkennen: Süddeutsche Zeitung. So einfach entkommt man seinem Arbeitgeber also doch nicht. Christopher Stelmach
Mitten in … London
London leuchtet, als wäre schon Weihnachten. Christbäume zieren Hotellobbys, Kaufhäuser und Pubs, auch im „The King’s Head“, einer Gaststätte im Stadtteil Kensington and Chelsea, in der die Fish and Chips knusprig sind und das Bier süffig ist. Freitagabend, Livemusik, das Pub ist voll. Die meisten Leute stehen am Tresen oder an ihren Tischen und unterhalten sich, im Hintergrund trällert ein Singer-Songwriter bekannte Lieder der Popgeschichte. Aufmerksamkeit wird ihm lange Zeit nicht zuteil, doch das ändert sich, als er Stings Hymne über das Fremdsein in einer großen Stadt spielt, „Englishman in New York“. Als er zum Refrain anhebt, drehen sich auf einmal die indisch- und pakistanischstämmigen Pubgäste zu ihm und stimmen ein: „Woah, I’m an alien, I’m a legal alien.“ Irgendwo ist man immer ein Fremder. Schön, wenn man sich dann trotzdem daheim fühlen darf. Dominik Fürst

Mitten im … Flieger nach Dubai
Meine Sitznachbarin auf dem Flug von München nach Dubai ist zwei Jahre alt und sehr kommunikativ. Sie plappert die ganze Zeit, ich verstehe aber kaum etwas, weil es russische Kleinkindsprache ist. Und sie singt: „Aramsamsam, aramsamsam, guli guli guli guli guli, ramsamsam!“ Dazu tanzt sie, bei „Arabi“ verbeugt sie sich. Stundenlang geht das so. Manche Kinderlieder gelten ja heute als rassistisch: „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, „Zehn kleine N.“ sowieso, „C.A.F.F.E.E“, wegen „Muselmann“ und „Türkentrank“. Was ist mit „Aramsamsam?“ Besonders auf dem Flug mit Emirates in ein arabisches Land? Ich bleibe neutral und freue mich still, denn erstens bin ich nicht für die Musikauswahl des Mädchens verantwortlich, zweitens ist mir ein singendes Kind lieber als ein schreiendes, drittens habe ich sehr gute Noise-Cancelling-Kopfhörer. Titus Arnu
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