Geopolitik

Deutsche Bahn: Bahn lädt nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter zu Sicherheitsgipfel | ABC-Z

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters findet an
diesem Freitag auf Einladung der Deutschen Bahn ein Gipfeltreffen zum
Thema Sicherheit statt. Daran nehmen Vertreter von Bund und Ländern, Gewerkschaften,
Verbänden und den Aufgabenträgern für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) teil. Am Mittag ist eine Pressekonferenz mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder
(CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla geplant.

Ziel des Gipfels sei, “dass Maßnahmen für mehr
Sicherheit der Mitarbeitenden und Reisenden konsequent umgesetzt, verstärkt und
ergänzt werden”, teilte die Bahn mit. Dabei geht es unter anderem um Forderungen, dass künftig flächendeckend stets zwei Zugbegleiter in den Regionalzügen Tickets
kontrollieren statt wie bisher oft nur einer. Ein weiterer Vorschlag lautet,
allen Beschäftigten mit Kundenkontakt das Tragen von Bodycams zu erlauben, die
auch den Ton aufnehmen.

Bodycams stehen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn
bereits allen Mitarbeitenden zur Verfügung, die eine tragen möchten. Im
Fernverkehr und an den Bahnhöfen ist das noch nicht flächendeckend der Fall und
auch nicht bei den Wettbewerbern der Deutschen Bahn.

Bahnbeschäftigte fühlen sich bei der Arbeit weniger sicher

Den Angaben der Bahn zufolge kam es im vergangenen Jahr zu
insgesamt rund 3.000 körperlichen Übergriffen auf Beschäftigte des eigenen
Konzerns. Das war zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Doch das
Sicherheitsgefühl innerhalb der Belegschaft habe sich deutlich verschlechtert,
betonte die Bahngewerkschaft EVG und verwies auf eine eigene Umfrage unter
rund 4.000 Mitarbeitenden aus dem vergangenen Jahr.

Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben dabei an, schon
einmal einen verbalen oder körperlichen Übergriff im Arbeitskontext erlebt zu
haben. Fast zehn Prozent berichteten davon, sexuell belästigt worden zu sein.
Knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, ihr Sicherheitsempfinden habe sich
in den vergangenen fünf Jahren teils deutlich verschlechtert.

Ein 36-jähriger Zugbegleiter war Anfang Februar in einem
Regionalexpress in Rheinland-Pfalz von einem Reisenden ohne Fahrschein schwer verletzt
worden
. Er hatte den Fahrgast zuvor kontrolliert und wollte ihn wegen der fehlenden Fahrkarte des Zugs verweisen. Der Bahnmitarbeiter starb an seinen
Verletzungen.

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