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Erste Airlines streichen ihre Flüge nach Kuba | ABC-Z

Kuba geht der Treibstoff aus. Erste Fluglinien haben nun auf die wachsenden Versorgungsprobleme und die Reisewarnungen mehrerer Regierungen reagiert und ihre Flüge auf die Karibikinsel ausgesetzt. Air Canada teilte am Montag mit, dass Flugkraftstoff von Dienstag an voraussichtlich nicht mehr zuverlässig und nicht kommerziell an kubanischen Flughäfen verfügbar sein werde. Auch andere kanadische Fluggesellschaften strichen ihre Verbindungen.

Europäische Airlines suchen nach Auswegen: Die spanische Air Europa etwa setzt auf Zwischenstopps in der Karibik, um Kuba mit vollen Tanks anzufliegen. US-Fluggesellschaften wie American Airlines, Southwest Airlines und Delta Air Lines, die aus dem nahe gelegenen Florida operieren, sind hingegen bislang nicht direkt betroffen.

Washington droht mit Zöllen

Die Reaktionen der Airlines folgen nur zwei Tage nach der Ankündigung der kubanischen Regierung, den Treibstoffverbrauch landesweit zu begrenzen und einen Schutzplan für zentrale Dienstleistungen umzusetzen. Laut Havanna sollen Schlüsselsektoren wie Landwirtschaft, Bildung, Wasserversorgung, Gesundheitswesen und Verteidigung von den Einschnitten ausgenommen bleiben.

Auch der Tourismus soll nicht beeinträchtigt werden, um dringend benötigte Devisen zu sichern. Handelsminister Oscar Pérez-Oliva sprach von einer „Herausforderung“, die Kuba bewältigen werde. „Wir werden nicht zusammenbrechen“, sagte er.

Die aktuellen Rationierungsmaßnahmen sind die ersten seit der von Washington im Dezember verhängten Blockade von Öl- und Treibstofflieferungen aus Venezuela in das kommunistisch regierte Land. Die US-Regierung begründet die Maßnahmen mit der Einstufung Kubas als „außergewöhnliche Bedrohung“ für die nationale Sicherheit. Schon zuvor litt die Insel unter anhaltenden Engpässen bei Treibstoff, Lebensmitteln und Medikamenten.

Besonders betroffen ist die Stromerzeugung, die überwiegend auf fossilen Energieträgern beruht. Stromausfälle und gezielte Unterbrechungen zur Rationierung gehören inzwischen selbst in Havanna zum Alltag. Washington setzt darauf, dass der wachsende Druck das Regime in Havanna in die Knie zwingt. US-Präsident Donald Trump erklärte vergangene Woche, die Vereinigten Staaten hätten Gespräche mit „den höchsten Leuten in Kuba“ aufgenommen.

Um den Druck zu erhöhen, droht Washington zudem mit Zöllen gegen Länder, die weiterhin Treibstoff nach Kuba exportieren. Die Warnung richtet sich vor allem an Mexiko, zuletzt zweitgrößter Öllieferant Kubas hinter Venezuela. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum bestätigte am Montag, dass die Öllieferungen derzeit ausgesetzt seien. Ihre Regierung versuche, Kuba zu unterstützen, ohne Repressalien aus Washington zu riskieren. Bereits zuvor hatte Mexiko humanitäre Hilfe, darunter Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs, zugesagt. Auf diplomatischem Weg arbeite man zudem daran, „die Öllieferungen nach Kuba wieder aufnehmen zu können“, so Sheinbaum.

Kreml: Haben intensive Kontakte zu den „kubanischen Freunden“

Humanitäre Unterstützung kommt auch aus den Vereinigten Staaten selbst. Wie Beamte des Außenministeriums am Donnerstag erklärten, will Washington zusätzliche sechs Millionen Dollar für Hilfsprogramme in Kuba bereitstellen.

International stößt die Energiekrise ebenfalls auf Resonanz. China stellte sich demonstrativ hinter Havanna: Ein Sprecher des Außenministeriums betonte, Peking unterstütze Kuba bei der „Wahrung seiner nationalen Souveränität und Sicherheit“ und lehne ausländische Einmischung ab. Auch Moskau kritisierte Washington scharf.

Der Kreml verurteilte Versuche, die kubanische Wirtschaft zu „ersticken“, und verwies auf intensive Kontakte zu seinen „kubanischen Freunden“. Man suche nach Wegen, die Lage zu entschärfen oder zumindest Hilfe zu leisten. Russlands Botschafter in Havanna, Viktor Coronelli, erklärte vergangene Woche, dass Russland Kuba in den vergangenen Jahren wiederholt mit Öl beliefert habe und es auch künftig tun werde. „Wir gehen davon aus, dass diese Praxis fortgesetzt wird.“

Mit Nicaragua hat ein weiterer Verbündeter des Regimes in Havanna auf die sich zuspitzende Krise reagiert, jedoch nicht mit Solidaritätsbekundungen, sondern mit dem Ende der visumfreien Einreise von Kubanern. Das von Daniel Ortega und dessen Ehefrau Rosario Murillo autoritär regierte zentralamerikanische Land war in den vergangenen Jahren zu einem Brückenkopf für Einwanderer aus Kuba und anderen Ländern geworden, die auf dem Landweg in die Vereinigten Staaten zu gelangen versuchten.

Die Regierung in Managua bestätigte den Schritt, der laut Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, auf Druck Washingtons erfolgt sein soll. Im Januar hatte das Ortega-Regime ebenfalls unter Druck der Vereinigten Staaten mehr als 60 politische Häftlinge freigelassen.

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