Bulgariens Regierungschef Scheljaskow reicht Rücktritt ein | ABC-Z

Der Druck von der Straße war offenbar zu groß: Der bulgarische Ministerpräsident Scheljaskow und seine pro-westliche Regierung treten zurück. Seit Tagen gab es Demonstrationen im Land.
Erst gestern waren Zehntausende Menschen in Bulgarien gegen die pro-westliche Regierung auf die Straße gegangen. Jetzt reagiert Ministerpräsident Rossen Scheljaskow auf die Proteste. Er und seine gesamte Regierung treten zurück. Scheljaskow verkündete das nach einer Sitzung der Koalitionsspitzen in Sofia.
“Menschen aller Altersgruppen, ethnischen Zugehörigkeiten und Religionen” hätten für den Rücktritt der Regierung demonstriert, sagte er. Diese “zivilgesellschaftliche Energie” müsse “unterstützt und gefördert” werden.
Seit Anfang des Monats gab es Proteste. Vergangene Woche hatte auf dem Parlamentsplatz in Sofia die größte Demonstration im Land seit Jahren stattgefunden. Auslöser war der Haushaltsentwurf der Regierung für 2026. Er verschleierte nach Ansicht der Regierungsgegner die im Land grassierende Korruption. Die Regierung zog den Entwurf daraufhin zurück, die Proteste hielten jedoch an.
Schwierige Regierungsbildung
Das südosteuropäische Land kommt seit Jahren politisch nicht zur Ruhe. Nach massiven Anti-Korruptions-Protesten im Jahr 2020 gegen die damalige Regierung von Ministerpräsident Bojko Borissow hat Bulgarien bereits sieben vorgezogene Neuwahlen erlebt.
Seit Januar 2025 regierte ein pro-westliches Koalitionskabinett. Es wurde als Kompromisslösung aus Konservativen, Sozialisten und Populisten gebildet. Das Land steht kurz vor der Einführung des Euro am 1. Januar 2026.





















