Sinken die Zinsen? „Warten lohnt sich nicht“ | ABC-Z

Wer aktuell über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, kann sich über eine stabile Ausgangslage freuen: Die Bauzinsen bewegen sich laut einer Expertin auf „moderatem Niveau“. Doch trotz der Ruhe am Markt gibt es Faktoren, die künftig Einfluss auf die Kosten für Baufinanzierungen haben könnten. Eine Expertin gibt wichtige Tipps für Kreditnehmer und verrät, welche Zinsentwicklung sie künftig erwartet.
Baufinanzierung: Stabiles Niveau bei den Zinsen hält weiter an
„Kurzfristig gehen wir davon aus, dass sich die Bauzinsen seitwärts um das aktuelle Niveau von rund 3,7 Prozent für zehnjährige Darlehen bewegen werden“, sagt Mirjam Mohr, Vertriebsvorständin vom Kreditvermittler Interhyp. Für Kaufinteressierte bedeutet das: „Wir befinden uns nach wie vor auf einem moderaten Niveau, es ist noch gar nicht so lange her, da lagen die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen deutlich über der Marke von vier Prozent. Und andererseits: Warten lohnt sich nicht, mit einer deutlichen Senkung der Zinsen ist in naher Zukunft nicht zu rechnen.“
Mirjam Mohr ist Vertriebsvorständin beim Kreditvermittler Interhyp.
© Interhyp | Andreas Pohlmann
Immobilienkredite: Diese Faktoren nehmen jetzt Einfluss
Mohr sieht einen wichtigen Faktor für die Bauzinsen in der Fiskalpolitik: „Die beschlossenen deutschen Fiskalpakete werden die Neuverschuldung in Deutschland spürbar steigen lassen, was auch die längerfristigen Renditen der Bundesanleihen nach oben treiben dürfte. Dadurch dürften auch die Bauzinsen steigen, die sich an der Entwicklung der Rendite langfristiger Bundesanleihen orientieren.“
Schon die Verkündung des Schuldenpakets im März habe die Bauzinsen kurzfristig stark nach oben bewegt. Kurzfristige Effekte können auch durch weltpolitische Unsicherheiten ausgelöst werden.
Mirjam Mohr ist seit über 15 Jahren Vertriebsvorständin beim Kreditvermittler Interhyp. Zuvor sammelte sie Erfahrung bei verschiedenen Finanzdienstleistern, darunter Goldman Sachs und Unicredit.
Umschuldung: Dann ist der Bankenwechsel beim Baukredit sinnvoll
„Grundsätzlich empfehlen wir allen, deren Anschlussfinanzierung in drei oder weniger Jahren ansteht, sich umzusehen, um die individuell beste Lösung zu finden“, erklärt Mohr. Eine Umschuldung könne sich lohnen, auch wenn Kosten entstehen.
„Viele Banken bieten attraktive Konditionen für neue Finanzierungskunden. Außerdem bewertet eine neue Bank die Immobilie neu. Weil die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind und Eigentümer häufig bereits viel abbezahlt haben, sinkt in vielen Fällen der Beleihungsauslauf – und die Konditionen werden besser.“ Daher sollten Kreditnehmer nicht sofort die Prolongation bei der Bestandsbank durchführen, sondern sich zunächst einen Überblick über die Angebote am Markt verschaffen, rät die Expertin.
Unser Zins-Check der Woche:
In unserem Zins-Check der Woche klären wir, welche Fallstricke für Immobilienkäufer im heutigen Markt lauern. Diese und ähnliche Fragen rund um Baufinanzierung und Zinstrends diskutieren wir mit Immobilienprofis. Auch Sie haben konkrete Fragen zu dem Thema? Schreiben Sie unserer Redakteurin, sie stellt sie unseren Experten.
Baukredit: So hoch sollte die Belastung für den Haushalt sein
Zur maximalen monatlichen Belastung sagt Mohr: „Jede Immobilienfinanzierung ist individuell. Am Ende müssen sich die Kundinnen und Kunden mit der monatlichen Belastung wohlfühlen. Es gilt immer: Die Finanzierung muss zum Leben passen und nicht andersherum.“ Im Durchschnitt machen die Raten aktuell rund 25 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens der Interhyp-Kundinnen und -Kunden aus – das entspricht etwa 1500 Euro pro Monat.
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