Neue Drohne knackt irren Geschwindigkeitsrekord | ABC-Z

Die Ukraine hat auf eine neue Bedrohung aus Russland reagiert. Der seit nun beinahe vier Jahren anhaltende Konflikt treibt die Produktion immer neuer Technologien voran. In dem Krieg setzen beide Parteien zuletzt verstärkt auf Kampfdrohnen. Während Moskau umgebaute Varianten der iranischen Shahed-Drohne ins Feld schickte, die bis zu 290 km/h schnell sein soll, sollen kommende Modelle bald bis zu 370 km/h schnell fliegen können. Kiew hat diese Lücke in ihrer Verteidigung jetzt aber mit einer neuen Abfang-Drohne geschlossen.
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Krieg gegen Russland: Ukrainische Abfangdrohne erreicht Spitzengeschwindigkeit
Wie der ukrainische Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, mitteilte, habe man ein neuartiges Luftabfanggerät entwickelt. „400 km/h – so schnell ist eine Abfangdrohne, die von einem Motor der Firma Motor-G angetrieben wird, einem Mitglied von Brave1“, schrieb Fedorow in einem Social-Media-Beitrag.
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2 years ago, serial production of high-quality motors in Ukraine seemed impossible. Now Motor-G, a participant of the Brave1, produces over 100,000 motors for drones per month, making it one of the largest manufacturers in the world outside of China. Watch how they are doing it. pic.twitter.com/9Ix7kLt1e6
— BRAVE1 (@BRAVE1ua) 15. Dezember 2025
Damit ist die Drohne sogar schneller als ein Formel-1-Wagen. 2016 hatte Valtteri Bottas den Geschwindigkeitsrekord von 378 km/h aufgestellt. Selbst Hochgeschwindigkeitszüge können mit der neuen Entwicklung aus Kiew nicht mithalten: Zwar erreichte der Shanghai-Maglev-Zug bei Tests 500 km/h, doch unter realen Bedingungen kommt er meist nur auf etwa 300 Kilometer pro Stunde.
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Interessanterweise wird die Abfangdrohne nicht etwa mit Jet-Triebwerken oder Verbrennersystemen auf diese erstaunlichen Geschwindigkeiten gebracht, sondern mithilfe von Propellern. Der Preis für diese Technologie ist vergleichsweise gering: Laut „Business Insider“ liegt dieser bei unter 6000 US-Dollar (circa 5100 Euro). Schließlich sollen diese Gerätschaften andere Drohnen „kostengünstig“ zerstören.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Entwicklung von Drohnen in der Ukraine hat sich laut einem gemeinsamen Post des ukrainischen Digitalministers und dem Hersteller Brave1 zufolge stark verändert. Vor zwei Jahren soll eine Serienproduktion noch undenkbar gewesen sein. Mittlerweile würden monatlich etwa 100.000 Motoren hergestellt – und man strebe man den Export der Waren an.
Auch Deutschland rüstet auf: Neue Drohnenwaffen für die Bundeswehr
Auch Deutschland möchte von dieser kriegserfahrenen Produktion profitieren. Erst kürzlich einigte man sich auf eine Rüstungspartnerschaft mit der Ukraine. Derweil testet die Bundeswehr auch die Nutzung von anderen Systemen zur Luftabwehr.

So haben nun die Rüstungsunternehmen TDW und Stark Defence erfolgreich Gefechtsköpfe für die Kamikazedrohne Virtus getestet. Damit sei die Grundlage geschaffen, um bis 2027 tausende Systeme mit integriertem Gefechtskopf- und Zündsystem bereitzustellen, teilten die Unternehmen nach dem Test auf einem Sprengplatz im bayerischen Schrobenhausen mit.
Die als „Loitering Munition“ bezeichnete Drohnenwaffe von Stark Defence durchläuft derzeit Tests der Bundeswehr, die die neuen Waffensysteme möglichst schon im kommenden Jahr in die Truppe einführen will. Unter den insgesamt drei Bietern sind auch Helsing sowie Rheinmetall.
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Als „Loitering Munition“ werden Drohnen mit einem Sprengkopf bezeichnet, die längere Zeit über einem Zielgebiet kreisen können, bis ihnen per Datenlink ein Ziel zugewiesen und das Angriffskommando gegeben wird.
mit dpa














