Biathlon-Juniorinnen krönen sich zum Staffel-Weltmeister | ABC-Z

Die deutschen Biathletinnen haben sich in einem Staffel-Krimi bei der Junioren-WM am Großen Arber im Bayerischen Wald die Goldmedaille geholt. Dem DSV-Quartett gelang der große Triumph ganz knapp vor Frankreich.
Der Wettkampf hatte bei frühlingshaften 13 Grad in der Sonne gut, aber nicht optimal begonnen. Zum ersten Liegendschießen kam Johanna Lehnung als Zweitplatzierte praktisch gleichauf mit Frankreich, handelte sich aber durch einen Nachlader rund zehn Sekunden Rückstand auf Namou Candau-Armand ein.
Frankreich muss in die Strafrunde
Beim Stehend-Anschlag ging dann aber für die Französinnen gar nichts. Frankreich und auch Norwegen mussten sogar in die Strafrunde, während Lehnung aufdrehte: Mit einer Schnellfeuereinlage räumte sie alle fünf Scheiben weg und fuhr von Platz sechs wieder auf den zweiten Rang nach vorne. Sechs Sekunden lag sie damit hinter der Schweizerin Lena Baumann, die sie auf der letzten Runde sogar noch um vier Sekunden verkürzte.
Lehnung sagte anschließend am Sportschau-Mikrofon: “Ich bin das Rennen sehr positiv und selbstbewusst angegangen – und es war auch ein sehr positives Rennen. Es war zwar mega-warm, aber ich habe es ganz gut kontrolliert.”
Gaupp schießt Deutschland in Führung
Melina Gaupp übernahm als Verfolgerin, brachte Deutschland aber mit einem starken Liegendschießen in Führung. Läuferisch zeigte sie auch eine Top-Leistung, baute den Vorsprung in der Loipe aus, musste dann aber stehend zweimal nachladen. Die beiden Versuche traf sie, musste dadurch aber die Ukrainerin Ksenia Prykhodko vorbeiziehen lassen.
Doch die fünf Sekunden Rückstand holte Gaupp im Eiltempo wieder auf und zog unwiderstehlich davon: Mit 19,2 Sekunden Vorsprung übergab sie schließlich bei Halbzeit des Wettkampfs an Leni Dietersbeger.
Frankreich holt wieder auf
Dietersberger lief beherzt los, hielt den Vorsprung bis zum ersten Schießen und lag auch nach einem Nachlader weiter mit rund 20 Sekunden an der Spitze. Die französische Top-Läuferin Dupont Lou-Anne Ballet Baz, die mehr als eine Minute Rückstand hatte, ging derweil voll ins Risiko und holte auch in der Loipe auf.
Beim Stehendschießen baute Dietersberger dann zwei Fehler ein, während Dupont Ballet Baz weiter Boden gutmachte. Die Deutsche traf twar die Nachlader, doch als die an die Schlussläuferin übergab, war der Vorsprung auf 4,1 Sekunden zusammengeschmolzen – obwohl Frankreich im Rennverlauf ebenso wie Deutschland sieben Nachlader, aber eben auch zwei Strafrunden im Gepäck hatte.
Spannung bis zum letzten Schießen
Für die Deutschen ging Sydney Wüstling als Schlussläuferin ins Rennen und hatte beim Liegendschießen leichtes Nervenflattern. Sie traf aber ihre beiden Nachlader, musste aber die französische Einzel-Weltmeisterin Themice Fontaine vorbeiziehen lassen. In der Loipe hielt Wüstling aber glänzend dagegen, holte sich Rang eins zurück – das letzte Schießen wurde zum Showdown.
Praktisch gleichauf begannen Wüstling und Fontaine ihre Schusseinlagen. Die Deutsche begann etwas schneller, schoss aber zweima,l daneben, während Fontaine nur eine Scheibe stehenließ. Dazu kamen bei Wüstling noch leichte Probleme beim Nachladen, doch am Ende blieb die Deutsche vorn und nahm 3,8 Sekunden auf die letzte Runde. Bis auf die Zielgeraden blieb Fontaine dran, doch Wüstling zog das Ding durch. Am Ende waren es 3,7 Sekunden Vorsprung, Rang drei ging an die Ukraine.
“Es geht mir im Moment nicht so gut”, sagte Sydney Wüstling im Anschluss im Sportschau-Interview, “weil ich doch sehr kaputt bin. Andererseits geht es mir sehr gut, weil wir gewonnen haben.”






















