Politik

Myanmar: Junta in Myanmar begnadigt über 6.000 Gefangene zum Unabhängigkeitstag | ABC-Z

Die Militärregierung in Myanmar hat angekündigt, mehr als 6.000 Inhaftierte zu begnadigen. Anlass ist der 78. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien. Solche Begnadigungen sind in Myanmar an wichtigen Feiertagen üblich. Unter den Begnadigten sind demnach auch 52 ausländische Staatsangehörige.

Am Morgen verließen viele Busse das bekannte Insein-Gefängnis in der Stadt Yangon. Vor dem Gefängnis warteten Familien und Angehörige auf die Freigelassenen.

Die Regierung teilte mit, dass die Freilassungen aus “Menschlichkeit und Mitgefühl” erfolgt sei. Einer der freigelassenen Männer sagte, er habe acht Monate im Gefängnis gesessen, weil er angeblich “herumgelungert” habe. Auch das bekannte Model Nang Mwe San kam frei. Sie war 2022 festgenommen worden, weil die Regierung ihre Fotos als zu freizügig und “schädlich für Kultur und Würde” bezeichnet hatte. 

Die Militärregierung in Myanmar lässt derzeit in drei Phasen ein neues Parlament wählen. Nach dem ersten Wahltag am vergangenen Sonntag erklärte die Junta-nahe Partei USDP, mehr als 90 Prozent der Stimmen bekommen zu haben. Am 11. und 25. Januar wird in dem südostasiatischen Land erneut gewählt.

Experten sprechen von Scheinwahl

Juntachef Min Aung Hlaing hatte angekündigt, mit den Wahlen in dem Bürgerkriegsland zur Demokratie zurückkehren zu wollen und für nationale Aussöhnung zu sorgen. Experten stufen die USDP jedoch als zivilen Arm des Militärs ein, frühere Armeevertreter bekleiden zahlreiche hohe Posten in der Partei.

Beobachter kritisierten den Urnengang bereits im Vorfeld als “Scheinwahl”. Die Opposition ist weitestgehend von der Wahl ausgeschlossen. In zahlreichen Gebieten, die von bewaffneten Rebellen kontrolliert werden, findet die Abstimmung zudem gar nicht statt.

Die Armee hatte sich 2021 an die Macht geputscht und die im Jahr zuvor mit großer Mehrheit gewählte demokratische Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt. In einem von Menschenrechtsgruppen als Schauprozess verurteilten Verfahren wurde Suu Kyi zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Militärputsch löste einen Bürgerkrieg aus, der bis heute andauert.

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