Stromausfall in Berlin: Friedrich Merz verteidigt Berliner Bürgermeister gegen Kritik | ABC-Z

Bundeskanzler Friedrich Merz
(CDU) hat Berlins Regierenden
Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gegen Kritik an seinem Krisenmanagement während des großen Stromausfalls in der Hauptstadt in Schutz genommen. “In den
Abläufen ist nichts zu kritisieren”, sagte Merz bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag
im oberbayerischen Kloster Seeon. “Wir hätten das
wahrscheinlich nicht viel besser machen können, als es so gemacht
wurde.”
Wegner hatte eingeräumt, sich wenige Stunden
nach dem Stromausfall in Teilen Berlins eine Stunde Zeit für ein
Tennisspiel genommen zu haben. “Ich habe von 13 bis 14 Tennis gespielt,
weil ich einfach den Kopf frei kriegen wollte”, sagte er. Am Sonntag hatte der
Regierende Bürgermeister noch gesagt: “Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt,
sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu
koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das
hilft den Menschen noch mehr.” Er sei am Samstag zu Hause gewesen und
habe sich in sein Büro eingeschlossen.
Direkt dazu äußerte Merz sich nicht. Der Bundeskanzler forderte stattdessen, sich nun mit der Frage zu
beschäftigen, ob Deutschland widerstandsfähig genug gegen solche
Anschläge sei. “Wir können unsere Infrastruktur nicht lückenlos schützen, aber wir brauchen Redundanzen”, sagte der Bundeskanzler. Redundanzen bezeichnen der Elektrotechnik die mehrfache Ausführung wichtiger Komponenten oder Systeme in einem Netzwerk, um Ausfälle oder Störungen zu vermeiden. Die habe es in Berlin offensichtlich nicht im erforderlichen Umfang
gegeben sagte Merz. Es müsse ausführlich analysiert werden, was zukünftig getan
werden müsse.
Söder verurteilt Kritik an Wegner
Merz lobte Hilfsorganisationen und Polizei, diese hätten eine exzellente
Arbeit gemacht. CSU-Chef Markus Söder bemängelte, die Kritik an Wegner habe sich daran entzündet, dass er verheimlicht habe, während des Stromausfalls eine Stunde
Tennis gespielt zu haben. “Da geht es hier um Linksterrorismus und
nicht um eine Stunde Tennisspielen”, sagte Söder.
Im Südwesten Berlins waren nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Samstag Zehntausende Haushalte tagelang ohne Strom und teilweise auch ohne
Heizung. Seit Mittwoch funktioniert die
Stromversorgung wieder.





















