Ukrainekrieg: Russland soll erneut Oreschnik-Mittelstreckenrakete eingesetzt haben | ABC-Z

Russland hat nach eigenen Angaben erneut seine Mittelstreckenrakete Oreschnik auf ein Ziel in der Ukraine abgefeuert. Das Verteidigungsministerium teilte mit, der Angriff habe kritischer Infrastruktur in der Ukraine gegolten.
Die ukrainische Luftwaffe bestätigte den Einsatz der Rakete, die vom Testgelände Kapustin Jar nahe dem Kaspischen Meer gestartet worden sei. Der Gouverneur der westukrainischen Region Lwiw hatte zuvor gesagt, ein russischer Angriff habe ein Infrastrukturziel getroffen. Unbestätigten Berichten in sozialen Medien zufolge handelte es sich dabei um einen großen unterirdischen Gasspeicher.
Russland spricht von Vergeltung
Russland bezeichnete den Einsatz der Rakete als Vergeltungsaktion für die angebliche Attacke auf die Residenz von Wladimir Putin im Dezember. Das russische Präsidialamt hatte damals von einem versuchten Terroranschlag gesprochen.
Die Ukraine wies die Vorwürfe als “Lüge” zurück, mit der die russische Regierung einen Vorwand schaffen wolle, um die Gespräche über eine Friedenslösung zu torpedieren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte davor, dass Russland mit den Anschuldigungen neue Angriffe auf Regierungsgebäude in Kyjiw rechtfertigen wolle.
Auch Experten bezweifeln die Glaubwürdigkeit der von Russland vorgelegten Informationen. So wies etwa das Institute for the Study of War (ISW) auf zahlreiche Ungereimtheiten und widersprüchliche Details hin. Auch eine Analyse des US-Geheimdienstes CIA geht davon aus, dass der Drohnenangriff der Ukraine nicht den russischen Präsidenten Wladimir Putin oder dessen Residenz zum Ziel hatte.
Erster Angriff mit Interkontinentalrakete
Bei der sogenannten Oreschnik-Rakete handelt es sich um eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite zwischen 5.000 und 6.000 Kilometern. Experten gehen davon aus, dass die Rakete auch nuklear bestückt werden kann.
Es ist das zweite Mal, dass Russland die Oreschnik eingesetzt hat. Sie war erstmals im November 2024 auf die südukrainische Großstadt Dnipro abgefeuert worden. Die sechs Gefechtsköpfe enthielten damals nach ukrainischen Angaben keinen Sprengstoff. Wladimir Putin sprach von einem Test und drohte an, dass weitere folgen sollten.





















