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Sparpotential in Bayern: Wenn Ministerpräsident Söder am Wurstsalat spart – eine Glosse – Bayern | ABC-Z

Später Montagabend in der Staatskanzlei, Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts. Ministerpräsident Markus Söder und seine Minister sitzen am ovalen Tisch. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger stochert in einem Teller trockener Wurstscheiben.

Aiwanger: Morkus, Froge. Konn ich vielleicht etwos Essig in meinen Wurstsolot bekommen? Oder Öl?

Söder: (gereizt) Und am Ende soll ich dem feinen Herrn dann auch noch ein Gürkchen bezahlen, oder wie? Ihr habt doch alle den Schuss nicht gehört! Die fetten Jahre sind vorbei!

Neben Aiwanger sitzt Agrarministerin Michaela Kaniber, sie spricht mit vollem Mund.

Kaniber: I find, beim Wurschtsalat macht die Wurscht den Geschmack. Alles andere brauch i gar net.

Söder: Das ist der Stoiber-Spirit! (wendet sich an Finanzminister Albert Füracker) Albert, wie viele Milliarden müssen noch raus?

Füracker: (beugt sich mit einem Rotstift über einen Wust an Blättern) Moment, ich hab’s gleich. Vier …

Söder: (begeistert) Nur noch vier bis zur schwarzen Null!

Füracker: … plus sieben, plus fünf, plus, ja, ich runde im Dezimalbereich ab: 19 Milliarden, Markus.

Söder: (wütend) 19 Milliarden, und die Freien Wähler beschweren sich über den Wurstsalat!

Füracker: (sehr sachlich) Hubert, ich hab hier stehen: 2,3 Millionen für Geschenkmunition für die Teilnehmer der Internationalen Jagd- und Schützentage in Schloss Grünau. Braucht’s des wirklich?

Aiwanger: (gelassen) Olles klor, keine Geschenkmunition nächstes Johr. Ober Finger weg von meinen Windrodln!

Söder: Geschenkmunition! Bei euch hakt’s doch! Da ist ja die Renten-Bärbel sparsamer. Albert, was noch?

Füracker: Hubert, die flächendeckenden Wolfsfallen in Niederbayern und der Oberpfalz, 87 Millionen: Wenn wir die vielleicht erst 2028 installieren?

Aiwanger: Dos sind donn ober eure toten Schofe!

Söder: Wolfsfallen! Bin ich hier eigentlich der Einzige, der Politik für künftige Generationen macht? Albert, weiter!

Füracker: Markus, da wollt ich dich eh fragen: 3,4 Millionen für Gesangsunterricht. Für wen eigentlich?

Söder: (plötzlich fahrig) Lieber Albert, äh, liebe Kollegen! Kinder, Familien, alles recht und schön. Aber eines muss klar sein: Einen Kahlschlag bei der Kultur wird es mit mir nicht geben!

Füracker: Das schaut für mich ein bissl dubios aus. (zitiert) „Intensives Privatcoaching.“ Und da, vier Millionen für ein „professionelles Tonstudio“! Kostenstelle Staatskanzlei …

Söder: (steht auf) Ich glaub, wir haben’s so weit. Den Rest nehmen wir aus den Rücklagen. Respekt und Dank und gute Nacht!

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