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Kommunalwahlen in Bayern: Promis im Wahlkampf – wer es geschafft hat und wer nicht – Bayern | ABC-Z

Reicht der Promifaktor für die Wahl in den Kreis-, Stadt, oder Gemeinderat? Etliche Personen, die man auch aus anderen Bereichen kennt, aus dem Sport oder aus Fernsehsendungen, haben sich am  8. März um ein solches Amt beworben, wollten sogar Bürgermeister oder Landrätin werden. Wer hat es den nun geschafft und für wen war der Wahlkampf umsonst? Hier ein Überblick.

„Kaffee-Gräfin“ Stephanie von Pfuel wieder Bürgermeisterin

Stephanie von Pfuel ist zurück auf der Bildfläche, und das nicht als „Kaffee-Gräfin“ aus der Fernsehwerbung, als die sie es Anfang der 2000er-Jahre zu bundesweiter TV-Bekanntheit gebracht hatte. Sondern als Bürgermeisterin der oberbayerischen Marktgemeinde Tüßling im Landkreis Altötting. Dort war die örtliche Schlossherrin schon einmal von 2014 bis 2020 Rathaus-Chefin gewesen. Zuletzt schien in Tüßling aber überhaupt niemand für das Amt kandidieren zu wollen. Pfuel erklärte ihre Kandidatur für die CSU und gewann die Wahl nun mit 60,4 Prozent der Stimmen gegen die beiden Mitbewerber, die sich ebenfalls noch kurzfristig gefunden hatten.

Ex-Rennrodler Resch muss in Berchtesgaden in die Stichwahl

Dass es zwei Durchgänge gibt, ist Alexander Resch schon aus seiner Karriere als Rennrodler gewohnt. Zusammen mit Patric Leitner hat Resch unter anderem vier Weltmeister-Titel und bei den Spielen von 2002 in Salt Lake City auch einmal Olympiagold im Doppelsitzer eingefahren – und das jeweils in zwei Läufen.  Ein Durchgang allein hat für mittlerweile 46-jährigen Bobverbands-Vorstand Resch jetzt auch nicht gereicht, um für die CSU Bürgermeister in seinem Heimatort Berchtesgaden zu werden. Er erhielt am Sonntag 48,3 Prozent der Stimmen und muss in zwei Wochen in die Stichwahl gegen Christoph Angerer von den Freien Wählern. Dieser holte 32 Prozent.

Hilde Gerg wird Gemeinderätin am Königssee

Die ehemalige Skirennfahrerin Hilde Gerg aus Lenggries wird Gemeinderätin in Schönau am Königssee. Einst als „Wilde Hilde“ bekannt, kandidierte die Gold- und Bronze-Gewinnerin der Olympischen Spiele von Nagano 1998 unter ihrem bürgerlichen Namen Mathilde Graßl-Hirschbiel für die CSU. Nach Anzahl der Stimmen lag sie parteiübergreifend auf Platz 18 und wird damit eine von insgesamt 20 Gemeinderäten.

Huber-Bua verpasst Einzug in den Gemeinderat

Extremkletterer Alexander Huber hat den Einzug in den Rat der Gemeinde Marktschellenberg im Berchtesgadener Land deutlich verpasst. Huber, mit seinen 57 Jahren der jüngere der beiden berühmten „Huber-Buam“, kandidierte wie schon vor sechs Jahren auf einem hinteren Platz für die örtliche Bürgerliste. Die Marktschellenberger wählten ihn auf der Liste zwar etwas nach vorn, aber bei Weitem nicht weit genug für ein Ratsmandat.

Sternekoch Alexander Herrmann ist jetzt Kreisrat

TV-Koch Alexander Herrmann ist nun Mitglied des Kulmbacher Kreisrats. Nach dem vorläufigen Ergebnis zog er auf der CSU-Liste in das Kommunalparlament ein. Dabei hatte der prominente Gastronom aus Wirsberg auf dem 50. und letzten Listenplatz kandidiert. Herrmann ist in Kulmbach geboren und wuchs im nahegelegenen Wirsberg auf, wo er ein Restaurant und ein Hotel betreibt, dazu kommen Locations in Nürnberg. Deutschlandweit bekannt ist Herrmann dank seiner TV-Präsenz in zahlreichen Kochshows.

Fußballer ja, Eishockeyspieler nein

Und auch der ehemalige Fußball-Nationalspieler Andreas Görlitz hat jetzt ein kommunales Mandat. Der 44-Jährige sitzt künftig im Gemeinderat seines Heimatorts Rott bei Landsberg. Der frühere Eishockey-Profi und heutige Bundestorwarttrainer Sebastian Vogl hat den Cut dagegen knapp nicht geschafft. Er landete in Landshut auf der CSU-Liste am Ende nur auf Platz 15, damit ist er lediglich der zweite Nachrücker.

Der TV-Richter schafft’s, die Bestseller-Autorin muss nachsitzen

Erneut im Stadtrat von Kempten ist dagegen der frühere Fernsehrichter Alexander Hold. Der Landtagsabgeordnete und Vizepräsident des Landtags holte in seinem Heimatort das drittbeste Ergebnis aller Stadträte und ist in dem Gremium somit auch weiterhin für die Freien Wähler vertreten. Und auch die Bestseller-Autorin Ronja von Wurmb-Seibel erzielte ein achtbares Ergebnis. Die Grünen-Politikerin holte bei der Landratswahl in Fürstenfeldbruck 21,7 Prozent und darf sich in knapp zwei Wochen in der Stichwahl noch einmal mit Amtsinhaber Thomas Karmasin (CSU) messen.

Jetzt coacht er das Rathaus

Gleich im ersten Wahlgang durch ging Bastian Wernthaler, der frühere Basketball-Coach der Frauen-Nationalmannschaft. Als gemeinsamer Kandidat von Grünen, SPD, CSU und dem örtlichen Bürgerforum holte er bei der Bürgermeisterwahl in Wasserburg 72,8 Prozent. Der ehemalige Weltklasse-Kanute Hannes Aigner verpasste bei den OB-Wahlen in Augsburg die Stichwahl dagegen deutlich. Der 36-Jährige holte für die Freien Wähler nur 6,6 Prozent und landete damit abgeschlagen auf Platz fünf.

Als Ex-Bunte-Chefin jetzt im Stadtrat

Wer früher die Bunte gelesen hat, hat sie dort im Impressum an erster Stelle entdeckt: Fast zwanzig Jahre lang war Patricia Riekel Chefredakteurin der Boulevard-Zeitschrift, im Sommer 2016 ging sie in Rente, aber nicht in den Ruhestand. „Ich finde, ich hab’ noch was zu sagen“, erklärt die 76-Jährige ihr Engagement in der Kommunalpolitik. Ihr Wahlkampfeinsatz hat sich gelohnt. Sie kandidierte für die FDP an vierter Stelle der 80 Kandidaten umfassenden Liste für den Münchner Stadtrat und wurde sogar auf Platz zwei nach vorne gehäufelt. 30 565 Münchnerinnen und Münchner haben ihr ihre Stimme gegeben.

Sie wolle sich mit „Herzblut, Empathie und Lebenserfahrung“ in die Stadtpolitik einbringen sagte sie vor der Wahl der SZ, sie sei „begeisterte Münchnerin“. Vor allem wolle sie gegen Altersdiskriminierung kämpfen. Schließlich lebten knapp 300 000 Menschen im Rentenalter in der Stadt. Als Journalistin lege sie zudem Wert auf eine kontinuierliche Medienerziehung für Kinder. Und sie würde gerne jungen, engagierten Frauen den Weg in die politische Arbeit erleichtern.

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