Starnberg: Kommunalwahl zeigt CSU als Gewinner – Starnberg | ABC-Z

Bisher stellte die AfD nur einen Kreisrat, der in Debatten kaum auffiel. Künftig dürfte sie mit fünf Vertretern im Kreistag sowie mit ein bis zwei Mitgliedern in vier Gemeinderäten und im Starnberger Stadtrat vertreten sein: Das ist wohl die auffälligste Änderung, welche die Kommunalwahl am Sonntag mit sich gebracht hat. Die Partei ist nun überall dort vertreten, wo sie angetreten war – in Starnberg, Gauting, Gilching, Feldafing und Krailling. Die Grünen konnten trotz sinkender Sympathiewerte ihre Position weitgehend behaupten, fast überall bilden sie nach der CSU die zweitstärkste Fraktion. Die SPD verliert in einigen Gemeinden Mandate, gewinnt aber in Starnberg hinzu.
Starnberger CSU erobert ein Drittel der Stadtratsmandate
Der große Gewinner der Kommunalwahl in Starnberg ist eindeutig die CSU. Die Fraktion wird sich im 30-köpfigen Stadtrat mit 31,7 Prozent von bislang acht auf nunmehr zehn Mandate vergrößern. Dies allerdings auf Kosten der UWG (7,1 Prozent), dem Juniorpartner der CSU: Beide Gruppierungen setzten bei der Bürgermeisterwahl auf Amtsinhaber Patrick Janik, doch die UWG geriet dabei ins Hintertreffen. Unter dem Strich bleibt der Anteil für den CSU/UWG-Block im Stadtrat jedoch gleich. Zweiter Gewinner sind die Grünen (20,1 Prozent), die sich auf eine treue Stamm-Wählerschaft verlassen können und ihr Ergebnis von 2020 nahezu hielten. Mit Severin Kistner erreichte ein relativ unbekannter Bewerber die Stichwahl gegen Janik, im Stadtrat bleibt es bei sechs Mandaten. Als dritter Sieger darf sich die SPD (8,8 Prozent) fühlen: Die älteste politische Gruppierung Starnbergs ist fortan mit drei statt bislang zwei Vertretern im Stadtrat wieder drittstärkste Kraft.
Gespalten ist das Bild bei den übrigen sechs Gruppierungen, die allesamt unter acht Prozent blieben und nicht über zwei Mandate hinauskamen. Abgesehen von FDP (7,0 Prozent) und AfD (7,5 Prozent) mussten vor allem die tunnelkritischen Gruppierungen Verluste hinnehmen. Größter Verlierer ist das „Bündnis Mitte Starnberg“ (BMS): Die Gruppierung wird mit 5,1 Prozent Stimmenanteil nur noch durch die Eheleute Josef und Eva Pfister im Stadtrat vertreten sein. Auch die bislang dreiköpfige „Wählergemeinschaft pro Starnberg“ (WPS) verlor mit 7,8 Prozent ein Mandat. Am schlimmsten erwischte es die „Bürgerliste Starnberg“: Michael Mignoli wird allein im Stadtrat sein, die BLS (4,9 Prozent) verliert ihren Fraktionsstatus und ist damit von Vorberatungen in den Ausschüssen ausgeschlossen.
Gautinger SPD und FDP bleiben auf Talfahrt
Im Gautinger Gemeinderat können sich die Grünen mit ihren bislang sieben Sitzen halten und stellen damit die zweitstärkste Fraktion nach der CSU mit elf Sitzen. Das kann allein schon deshalb als ein Erfolg für die Ökopartei gewertet werden, die bei den vorherigen Kommunalwahlen vor sechs Jahren noch ganz andere Umfragewerte hatte. Bei der SPD, die sogar schon einmal für zwei Amtsperioden die Bürgermeisterin gestellt hatte, geht die Talfahrt weiter: Sie ist nur noch mit einem Sitz vertreten. Die FDP schrumpft von drei auf zwei Mandate; mit drei Sitzen unverändert bleiben „Miteinander Füreinander 82131“ und „Piratenpartei – Menschen für Gauting“ (MfG). Die Linke, die erstmals angetreten war, ist mit einem Gemeinderat in Gauting vertreten, die AfD mit zwei.
Stärkste Fraktion in Gilching ist wieder die CSU
In Gilching stellt die CSU mit sieben Sitzen wieder die stärkste Fraktion, auch die Freien Wähler haben einen Sitz hinzugewonnen und sind wieder mit vier Mandaten im Gemeinderat vertreten. Die SPD ist von sechs auf vier Sitze abgerutscht, die Grünen verloren einen Sitz und ziehen ebenfalls mit vier Vertretern ins Gremium ein. Für die AfD ziehen zwei Kandidaten ins Gremium, zudem ist erstmals im Gemeinderat eine linke Mandatsträgerin dabei.
Der langjährige SPD-Bürgermeister Manfred Walter war nicht mehr als Rathauschef angetreten, fuhr aber mit 4686 Stimmen das beste Ergebnis aller bisherigen Gemeinderäte ein. „Darüber freue ich mich“, sagte Walter. Er bedauere es aber, dass sein Parteifreund Michael Rappenglück es nach 18 Jahren nicht mehr geschafft habe, zumal dieser über großes Wissen verfüge. Dass die SPD Verluste erlitten habe, könne laut Walter auch mit der vor einigen Monaten entflammten Debatte um das Verkehrskonzept beim Wohnprojekt „Glatze“ zu tun haben.
Dieses Gelände sollte „klimagerecht“ bebaut werden, so Melanie Kude von den Grünen, die bei der Bürgermeisterwahl gescheitert ist. Sie sei aber mit dem Ergebnis ihrer Partei zufrieden und wolle sich mit voller Energie im Gemeinderat engagieren. Gerade in Zeiten, in denen viele laut auftreten würden, brauche Gilching Menschen, „die genau hinschauen, sauber arbeiten und Entscheidungen nachvollziehbar begründen“, betont Kude. Mit dieser Einschätzung dürfte sie im Ratsgremium nicht allein dastehen. In das ist auch ihre ebenfalls unterlegende SPD-Mitbewerberin um den Rathauschef-Posten, Steffi Weller, gewählt worden.





















