Ein bewegtes Jahr in der Kultur | ABC-Z

200 Jahre Museumsinsel – das Weltkulturerbe feiert Geburtstag
Das Inselfest vor der Alten Nationalgalerie am 30. Mai.
© Pierre Adenis/laif | Pierre Adenis/laif
Die Museumsinsel feiert seit dem Frühjahr 2025 ihr 200-jähriges Bestehen – Anlass ist die Grundsteinlegung des von Karl Friedrich Schinkel entworfenen Alten Museums am 9. Juli 1825. Das UNESCO-Welterbe umfasst heute fünf Museen und die James-Simon-Galerie und wird mit Sonderausstellungen und einem mehrjährigen Jubiläumsprogramm gewürdigt. Das Areal vor der Alten Nationalgalerie wurde Ende Mai beim großen Inselfest zum frühsommerlichen Treffpunkt für das Publikum. In das Pergamonmuseum, das derzeit saniert wird und 2027 teilweise wiedereröffnet wird, gab es erste Einblicke.
Die Proteste gegen Kürzungen gehen weiter

Überall in der Stadt kam es zu Demonstrationen gegen Haushaltskürzungen.
© DPA Images | Sebastian Gollnow
Die Sparmaßnahmen des Senats haben auch im Jahr 2025 im Kulturbereich immer wieder zu Zukunftsängsten und Demonstrationen geführt. Obwohl das Kulturbudget nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Gesamthaushalts ausmacht, sind die auf Landesmittel angewiesenen Institutionen und Programme der Stadt überproportional betroffen. Gemeinsam mit Initiativen aus dem Bildungsbereich machten sich Akteure des kulturellen Lebens deshalb immer wieder auf der Straße bemerkbar. Teils fielen die Kürzungen weniger drastisch aus als befürchtet.
Glanz und Glamour auf der Jubiläums-Berlinale

Schauspielerin Tilda Swinton wurde am 13. Februar mit dem Goldenen Bären für ihr Lebenswerk geehrt.
© AFP | Ronny Hartmann
Die 75. Berlinale (13.–23. Februar), die erste unter der neuen Festivalleiterin Tricia Tuttle, stand im Zeichen von Tilda Swinton, die im Berlinale Palast den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk erhielt. In ihrer Rede verurteilte sie den israelischen Militäreinsatz im Gaza-Streifen, wofür sie Applaus im Saal erhielt, später aber auch scharf kritisiert wurde. Den Goldenen Bären vergab die Jury unter Präsident Todd Haynes an den norwegischen Film „Drømmer“ („Oslo‑Stories: Träume“) von Dag Johan Haugerud: eine subtile Studie über Liebe und Intimität.
Show der Superlative im Friedrichstadt-Palast

Die neue Grand Show „Blinded by Delight“ im Friedrichstadt-Palast feierte am 8. Oktober Premiere.
© IMAGO/KreativMedia Press | IMAGO
Die Weltpremiere von „Blinded by Delight“ im Friedrichstadt-Palast am 8. Oktober begeisterte 1900 Gäste, am Ende gab es Standing Ovations. Die mit 15 Millionen Euro teuerste Produktion der Palast-Geschichte von Regisseur Oliver Hoppmann und Produzent Berndt Schmidt spielt im Reich der Träume: Hauptdarstellerin Luci (Denise Lucia Aquino) wird dabei von über 100 Künstlern aus 28 Nationen umrahmt. Star-Designer Jeremy Scott steuere mehr als 600 Kostüme bei.
Akrobatik am Potsdamer Platz

Auch der Cirque du Soleil sorgte am 20. November für Aufsehen – mit der Premiere der neuen Show „Alizé“.
© FUNKE Foto Services | Reto Klar
Mit der Weltpremiere von „Alizé“ am 20. November erhielt der Cirque du Soleil erstmals eine feste Europa-Residenz in Berlin. Ensemble und das Publikum tauchen in eine Traumlandschaft aus Licht, Musik und „Acromagic“ ein – eine neuartige Mischung aus Akrobatik und Magie, bei der der gesamte Saal zur Bühne wird, wenn die Akrobatinnen und Akrobaten über den Köpfen der Gäste schweben. Bereits vorab wurden 150.000 Tickets verkauft.
Die „Berlin Freedom Week“

Der Start der „Berlin Freedom Week“ am 8. November.
© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Die erste Berlin Freedom Week feierte vom 8.–15. November das Jubiläum des Mauerfalls mit mehr als 130 Veranstaltungen – Konferenzen, Konzerte, Workshops und Filme. Am 10. November versammelte die Berlin Freedom Conference im Gasometer Schöneberg 800 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Mehr als 200 Menschen, die sich für die Demokratie engagieren, diskutierten über mögliche Bündnisse gegen die Renaissance der Autokratien.
Umberto Giordanos „Fedora“ an der Deutschen Oper

Premiere der Oper „Fedora“ am 27. November.
© imago/Martin Müller | imago/Martin Müller
Die Berliner Weltpremiere von Umberto Giordanos „Fedora“ am 27. November an der Deutschen Oper erhielt stehende Ovationen für ein verismo-Meisterwerk nach 95 Jahren Abstinenz. Unter John Fiore und Regisseur Christof Loy glänzten Vida Miknevičiūtė als leidenschaftliche Fürstin Fedora und Jonathan Tetelman als Graf Loris Ipanoff in einem Drama aus Rache, Liebe und Intrige. Ein musikalischer Höhepunkt des Jahres.
Jan Böhmermann im Haus der Kulturen der Welt

Jan Böhmermann und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Haus der Kulturen der Welt, 8. Oktober.
© Lenny Rothenberg/”Die Möglichke | Lenny Rothenberg
Mit der Ausstellung „Die Möglichkeit der Unvernunft“ übernahm Jan Böhmermann mit der Gruppe Royale vom 27. September–19. Oktober das Haus der Kulturen der Welt (HKW). Das HKW wurde zum satirischen Experimentierfeld aus Installationen, Hasspostkarten und Medienperformances. Mehr als 30.000 Besucher machten das Projekt zu einem der bestbesuchten in der Geschichte des Hauses. Der geplante und dann abgesagte Auftritt des Rappers Chefket sorgte für einen Skandal.
Das „Festival of Future Nows“

Das „Festival of Future Nows“ in der Neuen Nationalgalerie eröffnete am 31. Oktober.
© FUNKE Foto Services | Reto Klar
Das Festival of Future Nows 2025 (31. Oktober–2. November) kehrte zehn Jahre nach der Erstausgabe in die Neue Nationalgalerie zurück und zog über 20.000 Menschen in zweieinhalb Tagen an. Rund 100 internationale Künstlerinnen und Künstler – von Newcomern bis Etablierten – verwandelten Innen- und Außenräume des Mies-van-der-Rohe-Baus in ein experimentelles Feld: Performances, Klangarbeiten, Choreografien, Workshops und Interventionen zu gesellschaftlichen und ökologischen Themen. Klaus Biesenbachs Neue Nationalgalerie wurde mit militärischen Tarnnetzen aus der Ukraine verhüllt.
















