Auf den gestürzten Diktator wartet ein Leben hinter Gittern | ABC-Z

Nach der Veröffentlichung der Anklageschrift gegen den gestürzten venezolanischen Präsidenten Nicola Maduro und dessen Frau, Cilia Flores, erscheint eine lebenslange Gefängnisstrafe für das Ehepaar fast unausweichlich. Die Staatsanwaltschaft im südlichen Bezirk New Yorks wirft den Häftlingen vor, an Narco-Terrorismus beteiligt gewesen zu sein. Auch werden sie sich wegen des illegalen Imports von Kokain in die USA und rechtswidrigen Waffenhandels verantworten müssen.
Die neuen Vorwürfe ergänzen die erste Anklage gegen Maduro, die Trumps ehemaliger Justizminister William Barr 2020 gegen Maduro erhoben hatte. Von einem gewaltsamen Sturz des Diktators war aber damals keine Rede. Stattdessen setzte das Bundeskriminalamt FBI für die Verhaftung Maduros ein Kopfgeld in Höhe von 15 Millionen Dollar aus. Dieses wurde zwischenzeitlich auf 50 Millionen Dollar erhöht.
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Maduro in den USA: Auf den gestürzten Diktator wartet ein Leben hinter Gittern
Die Staatsanwälte behaupten, dass Maduro und Flores „seit über 25 Jahren das öffentliche Vertrauen missbraucht und einst legitime staatliche Institutionen korrumpiert haben, um tausende Tonnen Kokain in die USA zu befördern und verkaufen“. Seit 1999 sollen sie mit internationalen Rauschgifthändlern wie dem mexikanischen Sinaloa Kartell und der Organisation Los Zetas sowie der venezolanischen Verbrecherbande Tren de Aragua und kolumbianischen Narco-Terroristen zusammengearbeitet haben.
Die Anklage unterstellt ferner, dass Venezuelas politische und militärische Elite die Rauschgifthändler geschützt und logistisch unterstützt haben. Das Ziel der Politiker und Generäle sei es gewesen, auf diesem Wege sich und ihre Familien persönlich zu bereichern. Zudem soll Maduro, als er vor 20 Jahren Außenminister war, Drogenbossen venezolanische Diplomaten-Pässe ausgestellt haben. Dadurch sollten sie unbemerkt Erlöse aus Drogengeschäften von Mexiko nach Venezuela gebracht haben. Demselben Zweck sollen Privatflugzeuge gedient haben, die massive Geldsummen zwischen den beiden Ländern transportierten.
Maduro und seine Frau drohten Gegnern mit Mord
Einer der gravierendsten Vorwürfe bezieht sich auf den Umgang mit illegalem Kokain, das die venezolanischen Behörden von Kartellen beschlagnahmt hatten. Der New Yorker Staatsanwaltschaft zufolge haben die Maduros versucht, die Drogen weiterzuverkaufen. Zudem soll das Ehepaar „Gangs“, die sie kontrollierten, angewiesen haben, jeden, der ihre Geschäfte untergräbt, „zu entführen, verprügeln und manchmal zu ermorden“.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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US-Justizministerin und Bundesstaatsanwältin Pam Bondi erwägt angeblich, die Maduros getrennt wegen Mordes anzuklagen. Trump wiederholte am Samstag, dass jedes versenkte Drogenboot weitere 25.000 amerikanische Menschenleben gekostet hätte. Bondi könnte aber – wenn sie nicht auf der Todesstrafe beharrt – auf einen getrennten Prozess verzichten, wenn das laufende Verfahren zu der maximalen Gefängnisstrafe führt. Und das ist durchaus möglich.

Erinnerungen an El Chapo
Die Rauschgift- und Waffendelikte, die Maduro und Flores zur Last gelegt werden, erinnern nämlich an einen anderen prominenten Drogenboss, der den US-Behörden ins Netz lief: Joaquin „El Chapo“ Guzman. Der frühere Chef des Sinaloa Kartells wurde 2017 an die USA ausgeliefert. Er wurde im Februar 2019 zu lebenslangem Freiheitsentzug plus 20 Jahre“ verurteilt und ist seitdem in dem sichersten aller US Supermax Gefängnisse in Colorado inhaftiert.





















