Studie: Flottenmanager unterschätzen Ladungsdiebstahl | ABC-Z

Laut Studie geben 64 Prozent der befragten Flottenmanager europaweit an, sich heute weniger Sorgen um Ladungsdiebstahl zu machen als noch vor einem Jahr. In Deutschland liegt dieser Anteil sogar bei 75 Prozent. Damit zählt der deutsche Markt zu den Ländern mit der geringsten Sensibilität, lediglich Italien (81 Prozent) und Frankreich (80 Prozent) weisen noch höhere Werte auf.
Diese Entwicklung steht im deutlichen Gegensatz zur Realität: Die Befragten berichten im Durchschnitt von 34 Diebstahlvorfällen pro Jahr, in Deutschland liegt der Wert mit 38 Vorfällen noch darüber. Branchenzahlen zeigen zudem, dass die finanziellen Verluste durch Ladungsdiebstahl seit 2022 um 438 Prozent gestiegen sind.
Die Studie macht eine wachsende Diskrepanz zwischen professionell organisierten Diebstahlsmethoden und den eingesetzten Sicherheitsmaßnahmen der Flotten sichtbar. Kriminelle nutzen zunehmend technologische Schwachstellen, um klassische Schutzmechanismen zu umgehen. Dennoch setzt in Europa keine einzige Sicherheitstechnologie flächendeckend Maßstäbe in der Branche.
Kameras sind mit 27 Prozent zwar die am häufigsten eingesetzte Maßnahme, fortschrittlichere Instrumente wie Echtzeit‑Trailertracking, sensorbasierte Warnsysteme oder verifizierte Fahreridentifikation kommen deutlich seltener zum Einsatz.
Besonders kritisch bewerten die Studienautoren den weit verbreiteten reaktiven Umgang mit dem Thema: 22 Prozent der Flottenbetreiber – sowohl in Deutschland als auch europaweit – verlassen sich ausschließlich auf ihren Versicherungsschutz, um Verluste auszugleichen. Prävention, Aufklärung und Rückgewinnung bleiben damit vielfach unberücksichtigt. Die Folgekosten werden indirekt an Kunden weitergegeben, etwa über höhere Prämien oder Preise.





















