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Stromausfall in Berlin: Ab 11 Uhr soll der Strom überall wieder hochgefahren werden – Politik | ABC-Z

Vier Tage nach dem Anschlag auf Berliner Starkstromleitungen in der Nähe des Kraftwerks Lichterfelde soll der großflächige Stromausfall am Mittwochvormittag wieder behoben sein. „Wir fahren heute ab 11 Uhr das Stromnetz in den betroffenen Gebieten schrittweise wieder hoch“, erklärte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Der Betreiber beginne nun schrittweise mit der Wiederversorgung in den betroffenen Gebieten, teilte die Senatsinnenverwaltung mit. Als Erstes hatte die Bild-Zeitung berichtet, dass der Strom von elf Uhr an wieder fließen solle.

Noch am frühen Mittwochmorgen waren laut dem Betreiber Stromnetz Berlin etwa 19 900 Haushalte und 850 Gewerbebetriebe ohne Strom. Der Betreiber vermutete zunächst, dass es bis Donnerstagvormittag dauern würde, alle Betroffenen wieder mit Strom zu versorgen. Dass es nun schon am Mittwoch für alle wieder Strom geben soll, wurde laut Wegner möglich, weil die Großschadenslage ausgerufen und damit die notwendigen Kräfte und Abläufe gebündelt werden konnten. „Es war richtig, parallel an zwei Standorten zu arbeiten – so konnten die Reparaturen schließlich am Anschlagsort erfolgreich abgeschlossen werden“, so der Regierende Bürgermeister.

Anwohner wurden per SMS über die anstehenden Schritte informiert. Darin hieß es, privat betriebene Notstromaggregate müssten bis 10.30 ⁠Uhr vom Netz getrennt werden, um ‌Schäden zu vermeiden. Es könne zu kurzen Stromunterbrechungen kommen. Nach Rückschaltung der Versorgung solle auf starke Stromverbraucher wie Waschmaschinen zunächst verzichtet werden.

Am Wochenende hatte sich die „Vulkangruppe“ zu dem Anschlag bekannt. Sie ist den Behörden seit Jahren als Netzwerk gewaltbereiter Linksextremisten bekannt, das vor allem in Berlin und Brandenburg Anschläge begeht. Es wurde jedoch auch spekuliert, dass Russland mit einem seiner Geheimdienste hinter dem Anschlag gesteckt haben könnte.

Deshalb meldeten sich die mutmaßlichen Täter am Dienstagabend mit einem zweiten Bekennerschreiben. Nach ihrer ersten Erklärung zur Tat sei „vieles bewusst missverstanden oder verzerrt“ worden, schreibt die „Vulkangruppe“ auf einer linken Onlineplattform. In dem Post mit dem Titel „Den Herrschenden den Saft abdrehen – Richtigstellung“ heißt es, dass es sich bei dem Anschlag nicht um eine „False-Flag-Aktion“ eines ausländischen Staates handle. „Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren“, so die Gruppe. Die Motive der mutmaßlichen Täter „speisen sich aus jahrelanger Erfahrung mit leerem Klimadiskurs, symbolischer Politik und einer Energieversorgung, die auf Zerstörung basiert“.

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