Stecker gezogen: Münster-Fans sabotieren VAR – DFB ermittelt | ABC-Z

Fans von Preußen Münster haben im Spiel gegen Hertha den Einsatz des VAR sabotiert. Dabei handelte es sich wohl nicht um “Kurzschluss-Aktion”, sondern eine geplante Sabotage.
Die Szene mutete kurios an. Schiedsrichter Felix Bickel stand vorm VAR-Bildschirm und wollte eine potenzielle Elfmeter-Szene checken. Doch der Screen blieb schwarz. So sehr sich das Technik-Team bemühte, nichts passierte.
Monitor-Ausfall wohl kein Zufall
Was zunächst aussah wie ein technischer Defekt, war aber wohl eine geplante Aktion von Münsteraner Fans. Anscheinend hatte ein über den Zaun gesprungener, vermummter Münster-Fan kurz zuvor ein Kabel aus dem Gerät gezogen.
Dass es sich bei dieser bisher einmaligen Aktion um einen geplanten Protest gehandelt hat, dürfte der Umstand belegen, dass kurz nach dem Monitor-Ausfall in der Ultra-Kurve der Preußen ein Banner hochgehalten wurde auf dem zu lesen war: “Dem VAR den Stecker ziehen.”
“Dem VAR den Stecker ziehen” steht auf einem Transparent im Fanblock von Münster
DFB leitet Verfahren ein
“Wegen dieses Vorfalls sowie wegen der abgebrannten Pyrotechnik wird durch den Kontrollausschuss ein Verfahren gegen Preußen Münster eingeleitet”, teilte der DFB am Montag auf dpa-Anfrage mit.
“So etwas geht einfach nicht”, sagte Hertha-Trainer Stefan Leitl nach dem Spiel der Sportschau. “Münster muss schon dafür sorgen, dass so etwas nicht passiert.”
Der Klub selbst nahm nach dem Spiel auf seiner Website Stellung zur Szene: “Der SC Preußen Münster bedauert den Vorfall und wird alles daransetzen, den oder die Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem wurden umgehend Maßnahmen ergriffen, um vergleichbare Vorfälle für die Zukunft auszuschließen.”
Keine Auswirkung aufs Spiel
So kurios und öffentlichkeitswirksam der Protest auch war, Einfluss auf den Spielausgang hatte er nicht. Denn Schiedsrichter Bickel entschied nach Rücksprache mit VAR-Schiedsrichterin Katrin Rafalski korrekterweise auf Strafstoß für Berlin.
Übers die Stadionlautsprecher teilte er mit: “Meine Kollegin Katrin Rafalski hat festgestellt, dass der 24er von Münster Cuisance klar am Schienbein trifft. Deswegen lautet meine finale Entscheidung: Strafstoß.”
Schiedsrichter-Sprecher Feuerherdt: “Korrektes Vorgehen”
“So ist das regeltechnisch korrekte Vorgehen. Formal ist das On-Field-Review nur eine Empfehlung. Der Schiedsrichter kann den Monitor in Anspruch nehmen, muss es aber nicht zwingend”, sagte Alex Feuerherdt, Mediensprecher der Schiedsrichter, der Sportschau.
“Wenn der Monitor nicht funktioniert, wird er sich auf das fachliche Urteil des VAR verlassen. Dann ist das Vorgehen so wie bei faktischen Entscheidungen. Da geht der Schiedsrichter auch nicht in die Review Area und schaut auf die Bilder.”






















