Sprit in Deutschland erstmals wieder etwas günstiger – Wirtschaft | ABC-Z

Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges ist Sprit im Tagesvergleich wieder billiger geworden. Superbenzin der Sorte E10 und Diesel waren im bundesweiten Tagesdurchschnitt am gestrigen Mittwoch um 3,4 beziehungsweise 5,4 Cent pro Liter billiger als am Dienstag, wie der ADAC mitteilt.
Zuvor hatte der Spritpreis infolge des Iran-Krieges stark zugelegt. Vor allem Diesel verteuerte sich. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Dienstag kostete ein Liter 2,188 Euro und damit 44,2 Cent mehr als am letzten Tag vor den Angriffen. Super E10 verteuerte sich seither um 26,7 Cent auf 2,045 Euro. Für einen wieder sinkenden Spritpreis spricht, dass der Ölpreis nach einem Hoch am Montag deutlich über 100 Euro derzeit wieder deutlich niedriger ist. Der Ölpreis ist in normalen Zeiten der zentrale Treiber für Veränderungen der Spritpreise.
Nach einer Auswertung der Monopolkommission sind die Spritpreise in den vergangenen Tagen nirgendwo in der EU so sehr gestiegen wie in Deutschland. Die aktuellen Daten der EU-Kommission zeigten ein klares Bild, sagte der Vorsitzende des unabhängigen Beratungsgremiums der Bundesregierung, Tomaso Duso: „Deutschland ist beim Preisanstieg Spitzenreiter.“ Die Rechnung erfolgte den Angaben nach ohne Einbezug von Steuern und Abgaben.
Vergleiche man die Kraftstoffpreise an den Tankstellen ohne Steuern und Abgaben von dieser Woche mit der Woche vor Kriegsbeginn, liege der Dieselpreis in Deutschland um 44 Prozent höher. Im EU-Durchschnitt betrage der Anstieg dagegen 29 Prozent. Bei Benzin liege der Preisanstieg in Deutschland bei 29 Prozent, im EU-Durchschnitt dagegen nur bei 16 Prozent. „Zum Vergleich: Der zugrunde liegende Ölpreis ist im selben Zeitraum um 27 Prozent gestiegen“, sagte Duso. „Dass die Preisanstiege in Deutschland deutlich stärker ausfallen als im europäischen Durchschnitt, ist ein Hinweis darauf, dass wir strukturelle Probleme im Mineralölmarkt anpacken müssen.“





















