So viel Prämie lockt für Abschied von Benzin & Diesel | ABC-Z

Die Spritpreise erreichen aktuell wegen des Iran-Kriegs ständig neue Höchststände. Dabei übersieht man leicht, dass sie bereits zum Jahreswechsel um rund acht Cent nach oben gesprungen waren – und diese Verteuerung dürfte langfristig bleiben. Selbst wenn sich die Lage in der Golfregion wieder entspannen sollte, wie der Geldratgeber Finanztip erklärt.
Dahinter stecken zwei Klimaschutz-Aufschläge: Der erste ist der gestiegene CO₂-Preis. Der zweite ist bisher höchstens Fahrern und Fahrerinnen von Elektroautos ein Begriff: Es geht um die sogenannte Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote. Sie beschert E-Auto-Fahrern jedes Jahr eine THG-Prämie, verteuert aber auf der anderen Seite die Spritpreise für Verbrenner.
Elektroauto: THG-Quote verdonnert Ölkonzerne zu mehr CO2-Einsparungen
Die gesetzliche THG-Quote verpflichtet Mineralölkonzerne, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase in den verkauften Kraftstoffen zu reduzieren. Das erreichen die Unternehmen auf verschiedene Arten: Sie können Biokraftstoffe beimischen, wie beim handelsüblichen E10-Benzin, das Bioethanol enthält. Oder sie lassen sich die Emissionseinsparungen von Elektroautos anrechnen.
Für 2026 ist das Emissionsziel von 10,6 auf 12,0 Prozent gestiegen – die Konzerne müssen also mehr CO₂ einsparen. Und mit einer geplanten Gesetzesänderung verschärft die Bundesregierung die Spielregeln, um die Klimaschutzwirkung der THG-Quote weiter zu stärken: Biokraftstoffe sollen nicht mehr doppelt angerechnet werden können, Palmöl soll künftig gar nicht mehr zählen. Bis zum Jahr 2040 soll die Emissionseinsparung auf 59 Prozent steigen.
Umstieg auf Elektroauto: Darum werden Benzin und Diesel teurer
Benzin und Diesel werden dadurch nach Einschätzung von Finanztip anhaltend teurer. Um wie viel Cent die strengere THG-Quote die Benzinpreise erhöht, lässt sich laut Bundesumweltministerium nicht genau beziffern. Denn der Preis für die Zertifikate schwanke ständig.
Mit einem Elektroauto lässt sich mit wenig Aufwand nebenbei etwas Geld verdienen.
© picture alliance / CHROMORANGE | Karl Heinz Spremberg
Der Marktbeobachter Argus behauptet, dass vom Preisanstieg Anfang 2026 vier bis fünf Cent auf die THG-Quote zurückzuführen seien. Und die im Westen beheimatete Tankstellenkette ED gibt an, der THG-Aufschlag liege insgesamt mittlerweile bei 13 Cent pro Liter E10-Benzin. Das ist fast so viel wie die CO₂-Abgabe, die nach Finanztip-Berechnungen bei rund 17 Cent für den Liter Benzin liegt. Durch die Erhöhung des CO₂-Preises zum Jahreswechsel sind laut dem Geldratgeber rund drei Cent pro Liter im Vergleich zum Vorjahr dazugekommen.
Prämie für E-Auto: Bis zu 6000 Euro Förderung möglich
Zusammen machen CO₂-Preis und THG-Quote also geschätzt 30 Cent des aktuellen E10-Benzinpreises aus. Beide Klimaschutz-Aufschläge dürften sich in den nächsten Jahren weiter verteuern – keine guten Aussichten für alle, die auf ihr Verbrennerfahrzeug angewiesen sind. Finanztip rät zu Tank-Apps, die günstige Tankstellen in der Umgebung anzeigen. Die günstigste Zeit zum Tanken ist in der Regel abends zwischen 19 und 22 Uhr.
Langfristig könnte ein E-Auto aus Kostensicht die bessere Wahl sein. Das neue Förderprogramm für Elektroautos läuft: Geld wird man zwar erst ab Mai beantragen können, die Förderung gilt aber schon seit Jahresbeginn. Wer ein neues E-Auto kauft, kann zwischen 3000 und 6000 Euro Förderung bekommen, abhängig vom Haushaltseinkommen und der Anzahl der Kinder. Hybridfahrzeuge werden mit niedrigeren Zuschüssen ebenfalls gefördert – aber das Problem der hohen Spritpreise löst man dadurch höchstens zu einem kleinen Teil.
Extra-Prämie fürs E-Auto: So viel können Sie jährlich dazuverdienen
Wer bereits ein E-Auto fährt, dessen Geldbeutel freut sich über die schärferen Klimaschutzvorgaben. Nach zuvor zwei mageren Jahren sind 2026 wieder über 300 Euro bei der THG-Prämie drin. Bezahlt wird sie von den Verbrennerfahrern an der Tankstelle. Bleibt die THG-Prämie jetzt stabil, würde sie sich in fünf Jahren schon auf 1500 Euro Extra-Förderung summieren.
Finanztip rät, die THG-Prämien für E-Autos jährlich neu zu vergleichen. So kann man sich das beste Angebot aussuchen. Der Konkurrenzkampf unter den THG-Anbietern wächst, sodass immer mehr von ihnen versuchen, ihre Kunden länger als ein Jahr zu binden. Beim Vertragsabschluss sollte man genau hinschauen.
Ein Vertrag mit zwölf Monaten Laufzeit kann eine Falle sein: Der Anbieter vermarktet erst die Quote für das laufende Jahr und ab dem Jahreswechsel dann schnell noch die für 2027. Wer das nicht möchte, sollte den Vertrag vorzeitig kündigen oder die Vermarktung explizit auf das laufende Kalenderjahr beschränken.
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Noch mehr spart, wer sein E-Auto an einer Wallbox mit Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage lädt. Strom aus einer günstigen PV-Anlage kostet laut einer Finanztip-Daumenregel nur zehn Cent pro Kilowattstunde (kWh). Bei einem typischen Verbrauch von 20 kWh auf 100 Kilometer kostet diese Strecke dann nur zwei Euro „Spritkosten“ – unschlagbar.
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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.





















