So lebt Margot Hellwig heute: Haus-Besuch bei der Volksmusik-Ikone in München | ABC-Z

Die Tür geht auf, und sofort läuft Gustl neugierig bellend auf einen zu. Der kleine Hund aus dem Tierschutz lebt seit zwei Jahren bei Margot Hellwig (84, “Servus, Gruezi und Hallo”). “Gustl ist mittlerweile sehr anspruchsvoll. Er frisst nicht mehr alles”, erzählt die 84-Jährige lachend und bittet nach Küsschen links und rechts herein.
Nach Karriere-Ende: So lebt Volksmusikerin Margot Hellwig heute
Der Rüde gibt Hellwig Halt und Stabilität. “Wegen Gustl fühle ich mich nicht einsam”, sagt sie noch im Flur. Unterstützung bekommt sie zudem von einem kleinen Freundeskreis: “Mit ehemaligen Klassenkameraden treffe ich mich einmal im Monat zum Stammtisch.”
Das kleine Häuschen mit Garten im Südosten Münchens hat Margot Hellwig 1962 gebaut. “Ich weiß gar nicht, wo die Zeit geblieben ist”, erzählt die 84-Jährige im Garten, den sie mit viel Hingabe und Sorgfalt hegt und pflegt. “Ich wohne jetzt wieder allein in meinem Haus. Ich hatte nach dem Tod meines Mannes für ein paar Jahre einen Studenten, aber er ist mittlerweile ausgezogen, weil er Zahnarzt geworden ist.”
Trotz der Eigenständigkeit ist sie abgesichert: Eine Nachbarin besitzt einen Haustürschlüssel, dazu gibt es einen Hausnotruf des Bayerischen Roten Kreuzes. Den Treppenlift, den ihr an Parkinson erkrankter Mann einst nutzte, hat die Volksmusiksängerin nicht abbauen lassen: “Jedes Jahr ist Wartung. Wer weiß, vielleicht benötige ich ihn mal selbst.”
© ABR-Pictures/W.Breiteneicher
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“Werde noch immer als Tochter von Maria Hellwig erkannt”
Wenn Margot Hellwig über ihre 2010 verstorbene Mutter Maria Hellwig (†90) spricht, strahlt sie: “Ich gehe nicht ohne Blick in den Spiegel aus dem Haus. Vielleicht werde ich deshalb immer noch als Tochter von Maria Hellwig erkannt. Mich freut es ja, dass Mama noch in den Köpfen der Leute ist.”

© ABR-Pictures/W.Breiteneicher
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“Meine Mutter war auf der Bühne immer die Nummer eins”
Wie haben sich Maria und Margot Hellwig abseits der Bühnen-Inszenierung wirklich verstanden? Margot Hellwig sagt bestimmt und nachdrücklich: “Zu Mama hatte ich immer ein sehr gutes Verhältnis. Das war keine Show. Wir haben stets zusammengehalten. Es war aber klar, dass Maria Hellwig auf der Bühne die klare Nummer eins gewesen ist. Ich konnte allerdings gut zurückstecken, weil ich meine eigene Familie mit zwei Söhnen hatte.”

© imago/Tinkeres
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Margot Hellwigs Ehemann starb vor zehn Jahren: “Rede täglich mit ihm”
Ihr Ehemann Arthur Lindermayr (†90), den sie bereits mit 16 Jahren kennenlernte, starb 2016 nach langer Krankheit. 55 Jahre waren die beiden glücklich verheiratet. “Ich rede täglich mit meinem Mann und bespreche mit ihm alles. Er war am Ende leider eineinhalb Jahre pflegebedürftig. In meinen Erinnerungen bleiben nur glückliche Momente. Ich spüre, dass er noch da ist und mich beschützt.”

© ABR-Pictures/W.Breiteneicher
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Familiärer Rückhalt: “Meine Söhne und Enkelkinder sind immer für mich da”
Auch ihre beiden Söhne Gregor und Rupert sowie drei Enkelkinder sind für Hellwig eine große Stütze: “Sie sind das Beste, was mir passiert ist. Die Familie ist immer für mich da.”
Kein Comeback: “Ich habe die Freude am Singen verloren”
Margot Hellwigs Erinnerungen an die Bühnenzeit bleiben lebendig. Doch zurückkehren möchte sie nicht. 2015 beendete die Volksmusiksängerin bei Florian Silbereisen ihre Bühnenkarriere. Margot Hellwig macht deutlich: “Ich kann mir kein TV-Comeback vorstellen. Seit dem Tod meines Mannes habe ich nicht mehr gesungen. Ich habe die Freude am Singen verloren. Und wenn ich nach einem Auftritt in ein leeres Haus heimkäme, würde mich das außerdem sehr traurig machen.”
Margot Hellwig: “Man weiß nie, wie die Gesundheit mitspielt”
Gesundheitlich hat Margot Hellwig einiges durchgemacht: Brustkrebs-Diagnose vor elf Jahren, zwei künstliche Knie, Augen-OP und zuletzt eine Hüft-Operation. Unterkriegen ließ sich der einstige Show-Star aber nie: “Ich bin wieder fit geworden. Ich liebe es, meinen Garten zu machen und mit Gustl spazieren zu gehen. Man weiß nie, wie die Gesundheit in fünf Minuten mitspielt. Erst vor einem halben Jahr bin ich beim Gassigehen böse gestürzt und brach mir einen Wirbel.”

© ABR-Pictures/W.Breiteneicher
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Viel Disziplin und eine wachsame Nachbarin
Trotz der Strapazen ist Hellwig streng zu sich: “Ich bin auch im Alter noch sehr diszipliniert. Das habe ich von meiner Mutter. Ich stehe jeden Tag um 5.50 Uhr auf und höre um 6 Uhr die Radio-Nachrichten, um informiert zu sein. Sollte um 7 Uhr noch mein Rollladen unten sein, kommt meine Nachbarin.” Aktuell plant sie schon ihren 85. Geburtstag im Juli: “Ich will eine Gartenparty bei meinem Sohn geben. Im kleinen Kreis der Familie.”
“Wir hatten eine tolle Zeit auf der Bühne. Heute haben es die Jungen schwer”
Bereits mit fünf Jahren stand Margot Hellwig auf der Bühne des Bauerntheaters Reit im Winkl. Ab 1963 trat sie gemeinsam mit ihrer Mutter Maria auf. Heute blickt sie stolz und gelassen auf diese sehr erfolgreichen Bühnenjahre zurück: “Wir hatten noch eine tolle und vor allem finanziell gute Zeit. Junge Künstler haben es heutzutage schwer, bekannt zu werden und sich eine Karriere aufzubauen. Es gibt zu wenige TV-Shows mit Volksmusik und Schlager.”
“Ich denke nicht an den Tod. Es ist aber alles vorbereitet”
Für Margot Hellwig sind ihre Liebsten, das Haustier und die täglichen Rituale das Allerwichtigste. “Was bleibt am Ende des Lebens? Es ist meine Familie. Ich denke nicht an den Tod. Es ist aber alles vorbereitet. Ich hoffe, dass ich bei den Kindern und Enkeln vieles richtig gemacht habe”, sagt die gläubige Christin der AZ.

© ABR-Pictures/W.Breiteneicher
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“Nicht, dass die Leute denken, ich sei tot”
Margot Hellwig spricht auch über ihre letzten Wünsche: “Ich möchte kein Pflegefall werden und schon gar nicht unnötig an Maschinen angeschlossen sein, wenn keine Heilung mehr möglich ist. Ein Tod wie bei den Kessler-Zwillingen kann ich mir nicht vorstellen. Ich wurde auf diese Welt berufen. Und der liebe Gott wird das für mich schon bestens am Ende regeln.” Beim AZ-Besuch zeigt sie sich bewusst lebensfroh: “Nicht, dass die Leute denken, ich sei tot.”
Perfektes Aussehen und bloß keine Jogginghose: “Man darf nicht verschlampen”
Margot Hellwig legt nach wie vor großen Wert auf ihr Aussehen und Auftreten: “Ich mache mich jeden Tag zurecht. Eine Jogginghose ist nichts für mich. Mein Mann wollte immer, dass ich ordentlich daheim rumlaufe und mich für ihn herrichte. Das habe ich beibehalten. Das hat auch etwas mit Selbstachtung zu tun. Man darf nicht verschlampen. Auch Mama ging nie unfrisiert aus dem Haus. Sie bleibt auch heute noch ein Vorbild.”

© ABR-Pictures/W.Breiteneicher
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Und deshalb ist Margot Hellwigs tägliche Routine, vom Spaziergang mit Gustl über den Blick in den Spiegel bis zum gepflegten Äußeren, mehr als bloße Gewohnheit. Es ist gelebtes Leben und eine liebevolle Erinnerung an Ehemann Arthur und Mutter Maria.





















