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Siemens Energy eilt von Rekord zu Rekord | ABC-Z


marktbericht

Stand: 11.02.2026 13:13 Uhr

Seit längerer Zeit ist Siemens Energy der Shootingstar an der Börse: Die Aktien erreichen immer wieder Höchststände. So auch heute: Denn der Konzern verdreifacht seinen Gewinn – auch dank KI. Der DAX notiert derweil im Minus.

Die Aktien von Siemens Energy sind unter Anlegerinnen und Anleger heute heiß begehrt – mit einem deutlichen Kurssprung von zeitweise 6,5 Prozent kosteten sie in der Spitze erstmals etwas über 160 Euro. Damit setzen die Papiere der einstigen Kraftwerksparte von Siemens ihre seit Monaten andauernde Rally fort. Innerhalb eines Jahres sind sie mittlerweile um fast 180 Prozent gestiegen.

Kometenhafter Aufstieg seit der Krise 2023

Doch der märchenhafte Anstieg des Energietechnikkonzerns, der 2020 von Siemens abgespalten wurde, begann schon früher. Seit der Krise im Herbst 2023, als Siemens Energy um staatliche Garantien bitten musste, hat sich der Kurs mehr als verzwanzigfacht. Damals hatte das Unternehmen einerseits unter der Krise in seiner Windsparte Gamesa gelitten, andererseits aber in großem Umfang neue Aufträge bekommen. Dafür sind Garantien üblich, die in der Regel von Banken gegen Gebühr ausgestellt werden.

Siemens Energy hatte jedoch Schwierigkeiten, diese Bank-Garantien zu bekommen. Die kostenpflichtige Rückgarantie des Bundes löste das Problem. Die Firma bezahlte dafür rund 100 Millionen Euro pro Jahr und gab sie schließlich im Sommer 2025 zurück. Denn mittlerweile ist die Absicherung durch den Bund nicht mehr nötig, die Geschäfte laufen blendend. Das zeigt sich auch an den heutigen Quartalszahlen. So ist Siemens Energy mit einem kräftigen Gewinnsprung ins neue Geschäftsjahr gestartet – unter anderem dank des Booms von Rechenzentren und der Künstlichen Intelligenz (KI).

In seinem ersten Geschäftsquartal, das von Oktober bis Dezember läuft, machte der Konzern 746 Millionen Euro Gewinn. Das sei fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen mit. Und das, obwohl ein negativer Sondereffekt aus dem Verkauf des Windkraftgeschäfts in Indien deutlich aufs Ergebnis gedrückt habe. An der Prognose für 2025/26 hält Siemens Energy fest – gestützt durch ein Rekordauftragsbuch.

Verluste im Windgeschäft fast halbiert

“Der Start in das Geschäftsjahr ist für uns sehr erfolgreich verlaufen”, sagte Konzernchef Christian Bruch. “Besonders die anhaltend hohe Nachfrage im Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik leistet einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung. Auch im Windgeschäft zeichnet sich eine leichte Verbesserung ab.” Das unter Siemens Gamesa laufende Windgeschäft bleibt dennoch das Sorgenkind des Konzerns.

Während Gas Services und die Netzsparte Grid Technologies ihre Ergebnisse deutlich steigerten und jeweils mehr als eine halbe Milliarde Euro ablieferten, steht bei Gamesa immer noch ein Minus. Immerhin, der Verlust hat sich mit 221 Millionen fast halbiert und geht vor allem auf den negativen Sondereffekt zurück. Damit ist man weit von den teils horrenden Verlusten der Vergangenheit entfernt.

Der Auftragseingang im Windgeschäft entwickelte sich allerdings negativ. Er sank um ein Drittel auf knapp 1,6 Milliarden und lag damit deutlich unter dem Umsatz.

Steigende Stromnachfrage wegen KI

Auf Konzernebene sieht es derweil ganz anders aus: Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf vergleichbarer Basis um 12,8 Prozent auf knapp 9,7 Milliarden Euro. Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte. Stark zeigte sich das Neugeschäft, das um gut ein Drittel auf 17,6 Milliarden Euro zulegte und einen Rekord erreichte. Der größte Beitrag kam dabei den Angaben zufolge aus den USA.

Hauptverantwortlich für das Wachstum war die starke Nachfrage im Gasturbinengeschäft, welches seinen Auftragseingang im Auftaktquartal um mehr als 80 Prozent auf 8,75 Milliarden Euro steigerte. Die Netztechnik warb gut ein Fünftel mehr Aufträge ein. Damit sitzt Siemens Energy nun auf einem Rekordauftragsbestand von 146 Milliarden Euro. Kunden platzierten Aufträge inzwischen wegen der langen Lieferzeiten möglichst früh, sagte Bruch. Derzeit würden bereits Kapazitäten für 2029 und 2030 reserviert.

Dabei profitiert Siemens Energy generell von einem höheren Strombedarf, aber auch von der steigenden Energie-Nachfrage im Zusammenhang mit Rechenzentren im Zuge des KI-Booms. Um die Nachfrage bedienen zu können, investiert Siemens Energy derzeit viel Geld in den Ausbau der Kapazitäten. Erst vergangene Woche hatte das Unternehmen angekündigt, in den USA eine Milliarde Dollar vor allem in die Erweiterung seiner Werke zu stecken. Mehrheitlich investiere Siemens Energy jedoch in Europa, sagte Bruch.

DAX nimmt Abstand zu 25.000 Punkten

Analysten lobten die Zahlen. Die Resultate fielen deutlich besser aus als erwartet. Im noch jungen Jahr haben die seit zwei Jahren von Rekord zu Rekord eilenden Aktien bereits wieder rund ein Drittel an Wert gewonnen. Auch heute sind die Spitzenreiter im DAX. Zuletzt notierten sie immer noch etwa 4,9 Prozent im Plus.

Der deutsche Leitindex entfernt sich dagegen zur Mittagszeit etwas von der 25.000-Punkte-Marke. Der DAX notiert zur Stunde knapp 0,2 Prozent tiefer bei 24.940 Punkten.

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