Sieg nach Elfmeterschießen: Freiburg zerstört Herthas erneuten Finaltraum | ABC-Z

Der SC Freiburg steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Bei Hertha BSC gewann der Bundesligist mit 6:5 nach Elfmeterschießen. Berlins Traum vom Finale im eigenen Stadion ist mal wieder geplatzt.
Bevor es zur Entscheidung vom Elfmeterpunkt vor der Ostkurve mit den Berliner Fans ging, stand es 1:1. Die Tore fielen in der Verlängerung: Yuito Suzuki brachte Freiburg in Führung (96.), Fabian Reese glich aus (104.).
Herthas Michaël Cuisance und Freiburgs Johan Manzambi verschossen dann Elfmeter auf beiden Seiten. So ging es beim Stand von 4:4 im Elfmeterschießen nochmal weiter. Suzuki traf für Freiburg, dann hielt Freiburgs Keeper Florian Müller den Schuss von Pascal Klemens.
Freiburgs Trainer Julian Schuster hatte dem Torwart wie in der vorangegangenen Runden den Vorzug vor Noah Atubolu gegeben, der in der Bundesliga stets zum Zug kommt.
“Geiles Spiel, so wünscht man sich das”, freute sich Pokalheld Müller nach der Partie. Auch sein Coach zeigte sich berührt: “So ein Elfmeterschießen ist ganz schön hart als Trainer”, gab Schuster zu. “Aber wenn es so ausgeht ist da natürlich Riesenfreude.”
Auslosung am 22. Februar
Das Halbfinale, das auch Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart schon erreicht haben, wird am 22. Februar ausgelost. Das letzte Viertelfinalspiel zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig wird am Mittwoch live im Ersten und im Stream zu sehen sein.
Viele vergebliche Anläufe
Durch die unglückliche Niederlage bleibt es dabei: Jahr um Jahr rennt die Profimannschaft der Hertha dem Traum hinterher, mal ein Pokalfinale im eigenen Stadion spielen zu dürfen.
“Das ist natürlich bitter und traurig, das wir heute nicht ins Halbfinale eingezogen sind, das hätten wir heute glaube ich verdient gehabt. Aber so ist das”, sagte Herthas Reese nach der Partie.
Seit 1985 ist das Endspiel dauerhaft nach Berlin vergeben, 1993 war immerhin die zweite Mannschaft der Hertha in den Genuss gekommen, im Olympiastadion um den Pokal zu spielen.
Sie unterlag Bayer Leverkusen und weist damit eine ähnliche Bilanz wie Freiburg auf. Der Sportclub war 2022 ins Finale gekommen, verlor damals gegen RB Leipzig im Elfmeterschießen.
VAR kühlt Fans der Hertha ab
Die Partie in Berlin nahm schnell Fahrt auf. Suzuki schoss aus mehr als 20 Metern knapp über das Tor der Hertha (3.), Marten Winkler köpfte knapp neben das Tor der Freiburger (4.).
Dann lag der Ball sogar im Tor, Reese hatte ihn über die Linie gedrückt. Die Fans der Hertha jubelten euphorisiert, um dann vom Videoassistenten abgekühlt zu werden. Julian Eitschberger, Rechtsverteidiger für den verletzten Deyovaisio Zeefuik, hatte bei der Flanke zuvor klar im Abseits gestanden, war aber nicht an den Ball gekommen.
Auf Anraten des VAR entschied Schiedsrichter Patrick Ittrich, der am Samstag in der Bundesliga beim Spiel zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem FC Augsburg einen sehr fragwürdigen Elfmeter gegeben hatte, auf ein aktives Eingreifen (7.).
Fabian Reese drückt den Ball ins Tor, aber es zählt nicht.
Ehemaliger Herthaner Scherhant mit guter Chance
Es blieb auch in der Folge eine attraktive Partie. Derry Scherhant, nur ein paar hundert Meter vom Olympiastadion aufgewachsen, hätte seinem ehemaligen Klub beinahe weh getan. Doch Berlins Torwart Tjark Ernst wehrte den Schuss mit einer starken Parade ab (20.). Fünf Meter vor der Pause gab es das gleiche Duell nochmal – mit dem gleichen Ergebnis. Florian Müller musste dann auch nochmal eingreifen. Er wehrte einen Kopfball von Linus Gechter ab (45.).
Beste Stimmung in den Kurven
In der zweiten Halbzeit verlor das Spiel zunächst deutlich an Qualität, zumindest auf dem Rasen. Die beiden Fankurven – gut 5.000 Freiburger dürften unter den 55.000 Zuschauern gewesen sein – sorgten für gute Stimmung.
Torgefahr entstand erst wieder, als der eingewechselte Vincenzo Grifo den Ball unsauber traf, der Schuss aber so abgefälscht wurde, dass der Ball über Ernst hinweg flog, aber auch knapp neben das Tor (69.).
In der letzten Minute der Nachspielzeit ergab sich für den SCF noch eine gute Chance durch einen Freistoß. Doch der Schuss von Grifo wurde von der Mauer abgeblockt. Es ging in die Verlängerung.
Suzuki nutzt krassen Fehler aus
Der Nachschlag begann mit einer Szene, die aufregender war als die gesamte zweite Halbzeit. Michaël Cuisance spielte den eingewechselten Johan Manzambi aus und schlenzte den Ball flach in die linke Ecke. Müller lenkte den Ball mit einer prächtigen Parade zum Eckstoß.
Herthas Fans waren bester Laune und guten Mutes, als sie zum zweiten Mal abgekühlt wurden. Toni Leistner brachte Gechter mit einem kurzen Pass in Bedrängnis, der Berliner Verteidiger wählte den Rückpass auf seinen Torwart, und das war eine fatale Entscheidung.
Suzuki hatte auf genau diesen Pass gelauert, nahm den Ball auf, umkurvte Ernst und schob zum 1:0 für den Bundesligisten ein (96.).
Reese mit Wucht ins Eck
Der Japaner stand oben auf der Shortlist für den Matchwinner. Aber er rutschte auch schnell wieder ab, in Bedrängnis spielte Suzuki einen Fehlpass, der über eine Zwischenstation bei Reese landete. Dessen wuchtiger Schuss landete im linken Toreck. Dieses Mal war die Euphorie der Berliner Fans berechtigt.
Beinahe hätte es kurz nach dem erneuten Seitenwechsel schon wieder Grund zum Torjubel gegeben, doch ein Volleyschuss von Cuisance flog knapp am Tor vorbei.
Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Sie brachte die letzte Abkühlung für Herthas Fans in diesem Spiel – und dieser Pokal-Saison.
Hertha gegen Hannover, Freiburg bei der TSG Hoffenheim
Für die Hertha geht es in der 2. Liga am Samstag um 13 Uhr gegen Hannover 96 weiter. Eine Liga höher tritt der SC Freiburg am selben Tag um 15.30 Uhr bei der TSG Hoffenheim an.





















