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Sieg bei Neuwahlen: Japans Regierungschefin behauptet ihre Macht | ABC-Z

Sieg bei NeuwahlenJapans Regierungschefin behauptet ihre Macht

08.02.2026, 13:09 Uhr

Takaichi ist die erste Frau an der Spitze der japanischen Regierung. Sie übernahm die Führung der LDP erst im Oktober. (Foto: picture alliance / Matrix Images)

Japans Ministerpräsidentin Takaichi festigt ihre Position an der Spitze. Prognosen deuten auf einen deutlichen Sieg ihrer Partei LDP bei den Neuwahlen hin. In Peking dürfte das für wenig Freude sorgen.

Japans neue nationalkonservative Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat bei der Unterhauswahl einen deutlichen Sieg errungen. Ihre Liberaldemokratische Partei (LDP) konnte eine Mehrheit in der mächtigen Parlamentskammer zurückerobern, wie japanische Medien auf Basis von Wählerbefragungen nach Schließung der Wahllokale berichteten. Die seit 1955 fast ununterbrochen regierende LDP hatte wegen Skandalen bei den vorherigen Wahlen im Unterhaus wie auch im Oberhaus die Mehrheit verloren. Gestützt von der rechten Partei Ishin hatte sie zuletzt nur mit hauchdünner Mehrheit regiert.

Die konservative Ministerpräsidentin hatte das Unterhaus im Januar aufgelöst und damit den Weg für die Neuwahl bereitet. Die Parlamentswahl fand somit erstmals seit Jahrzehnten im Februar statt. Mit der kurzfristigen Anberaumung hatte sie die Opposition regelrecht überrumpelt. Der Gang zum Wahllokal wurde vielen Menschen am Sonntag in weiten Teilen Japans durch heftigen Schneefall erschwert – unter anderem auch in der Hauptstadt Tokio und in Gegenden, in denen es nur selten schneit.

Die 64-jährige Takaichi ist die erste Frau an der Spitze der japanischen Regierung. Sie hatte die Führung der LDP erst Ende vergangenen Jahres übernommen. Bei den Wählern punktet sie mit ihrem direkten Stil und dem Image einer harten Arbeiterin. Insbesondere bei Jüngeren ist sie beliebt: Ihre Handtasche ist zu einer Art Kultobjekt geworden, ein Video, auf dem sie mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung nach einem Treffen zu K-Pop-Klängen Schlagzeug spielte, verbreitete sich rasant in Online-Netzwerken.

Milliardenschweres Konjunkturpaket

Für eine gewisse Nervosität auf den Finanzmärkten sorgen die massiven staatlichen Ausgaben, die ihre Regierung auf den Weg gebracht hat. Mit einem Konjunkturpaket im Umfang von umgerechnet rund 117 Milliarden Euro soll die japanische Wirtschaft angekurbelt werden. Dabei liegt die Schuldenquote in Japan nach Angaben des Internationalen Währungsfonds weit über dem Doppelten der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Außenpolitisch tritt Takaichi offensiv gegenüber China auf – und zeigt große Nähe zu den USA. Kurz nach ihrem Amtsantritt sagte Takaichi, eine militärische Eskalation des Taiwan-Konflikts, etwa durch den Einsatz chinesischer Kriegsschiffe, könne auch Japan in seiner Existenz bedrohen. Für diesen Fall schloss sie einen Militäreinsatz nicht aus, was für heftige Reaktionen in Peking sorgte.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/AFP

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