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Schönheitswettbewerb in Thailand: Zahnschiene fällt auf Bühne raus – Gesellschaft | ABC-Z

Die Szene klingt wie aus „Die Nackte Kanone 44 ¼“: Bei einem Schönheitswettbewerb in Thailand kommt die nächste, natürlich wunderschöne Teilnehmerin auf die Bühne. Kamolwan Chanago trägt ein auf den Körper geklebtes Glitzerkleid mit Federstola, alle Augen im Publikum sind auf sie gerichtet, Youtube streamt live – und dann fallen ihr mitten in der Ansprache die Zähne raus.

Nicht die Dritten versteht sich, die junge Frau ist 18 und hatte sich offensichtlich sogenannte Veneers über die obere Zahnreihe kleben lassen. Eine strahlend weiße Verkleidung, ähnlich einem Furnier für die Küchenfront. Da ist an sich nichts groß dabei, das „Hollywood Smile“ lassen sich heute immer mehr Leute machen, die von Natur aus nicht die ganz perfekten Zähne haben. In einer Ausgabe der britischen TV-Show „Love Island“ saßen einmal zwei Kandidaten mit verblüffend gleichem Lächeln nebeneinander – sie waren in derselben Klinik in der Türkei gewesen. Aber der soziale Druck zu schönen Zähnen scheint mittlerweile so groß zu sein, dass auch mal zur Billigvariante gegriffen wird, wenn man sich den Eingriff eigentlich nicht leisten kann. „Miss Temu Teeth World“, schrieb jemand boshaft auf Social Media, „Hätte sie mal Fixodent genommen“, ein anderer. Wer unfallfrei schön sein will, muss halt tiefer in die Tasche greifen. Das Video des Auftritts ging sofort viral.

Aber sind Beauty-OPs bei Schönheitswettbewerben überhaupt erlaubt? Ist das nicht Vortäuschung falscher Tatsachen? Totale Schiebung? Früher war Nachhelfen tatsächlich verpönt, gewinnen sollten „natürliche Schönheiten“, doch zumindest in der Hinsicht sind selbst Schönheitswettbewerbe in der Realität angekommen. Brust-OP, aufgespritzte Lippen, neue Nase, Botox – alles normale Hilfsmittel mittlerweile, entdecke die Möglichkeiten.

Wenn allerdings alle total makellos sind, was zählt dann am Ende? Persönlichkeit, müsste es jetzt folgerichtig heißen. Und gutes Auftreten. Endlich die so oft beschworenen inneren Werte. Nur schön sein, das kann heutzutage ja wirklich jeder.

Chanago ließ sich von dem kleinen Malheur also nicht aus der Ruhe bringen. Sie drehte sich einmal kurz um, schob das Furnier wieder drauf und machte souverän weiter im Programm. Mehr noch: Beim Finale vergangenen Samstag nahm sie ihren „Viral veneer“-Moment selbst auf die Schippe und setzte sich die Zahnreihe erst mitten auf der Bühne ein. Das Publikum im Saal applaudierte begeistert. Auf Social Media wurde ihre „tödliche“ Coolness gefeiert. Ein Sprecher der Organisation Miss Grand International sagte dem Magazin People: „Sie hat die Situation professionell und gelassen gemeistert, die Veranstaltung verlief ohne Unterbrechungen reibungslos weiter. Wir sind stolz auf ihr Selbstbewusstsein und ihre Bühnenpräsenz während des gesamten Wettbewerbs.“

Gewonnen hat die 18-Jährige am Ende leider trotzdem nicht. Dafür dürfte ein lukrativer Werbevertrag mit einer Zahnklinik in Bangkok nur noch eine Frage der Zeit sein.

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