Schiffe, Banken, Mineralien: EU bereitet massives Sanktionspaket gegen Russland vor | ABC-Z

Schiffe, Banken, MineralienEU bereitet massives Sanktionspaket gegen Russland vor
06.02.2026, 19:10 Uhr
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Näherungsweise vier Jahre dauert Russlands Krieg gegen die Ukraine an, und noch immer kaufen Staaten Öl vom Kreml. Die EU will dem jetzt den Garaus machen. Umfassende Sanktionen zielen zudem auf andere Handelswaren ab.
Kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für ein 20. Sanktionspaket gegen Russland vorgestellt, mit dem sie die Öleinnahmen des Landes weiter reduzieren will. Der Entwurf enthält unter anderem ein “umfassendes Verbot maritimer Dienstleistungen” für Tanker mit russischem Rohöl an Bord, wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mitteilte. Damit sind Leistungen wie Versicherungen, Finanzierung, Zertifizierungen und Hafendienste gemeint. Das Sanktionspaket sieht auch ein Verbot der Wartung und anderer Dienstleistungen für russische Flüssiggas-Tanker und Eisbrecher vor.
Ferner plant die EU mit neuen Einfuhrverboten für Metalle, Chemikalien und kritische Mineralien im Wert von mehr als 570 Millionen Euro. Um die Umgehung von Sanktionen zu erschweren, sollen Banken in Drittländern ins Visier genommen und 43 weitere Schiffe der russischen Schattenflotte auf die Sanktionsliste gesetzt werden, die damit 640 Schiffe umfassen würde. Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland Sanktionen umgeht, unter anderem das Öl-Embargo.
Geplant sind darüber hinaus Strafmaßnahmen gegen 20 weitere russische Regionalbanken und gegen den Handel mit Kryptowährungen. Die EU-Kommission will es ihren Mitgliedstaaten zudem verbieten, bestimmte Fertigungsmaschinen und Funkgeräte in Länder zu exportieren, in denen ein Weiterverkauf nach Russland wahrscheinlich wäre. Russland werde nur an den Verhandlungstisch kommen, wenn es unter Druck gesetzt werde, sagte von der Leyen. “Das ist die einzige Sprache, die Russland versteht.”
Russland exportiert mehr als ein Drittel seines Öls mit westlichen Tankern, hauptsächlich nach Indien und China. Das Verbot würde diesen Handel beenden, der größtenteils über die Flotten von EU-Seefahrtsländern wie Griechenland, Zypern und Malta abgewickelt wird. Insidern zufolge hatten die EU und die G7 bereits im Dezember über ein solches Verbot beraten. Es sollte eine Preisobergrenze für russische Ölexporte ersetzen, um die Einnahmen zu verringern, mit denen Russland seinen Krieg in der Ukraine finanziert. In der G7-Gruppe arbeiten führende Industriestaaten zusammen.
Es handelt sich um das 20. Sanktionspaket seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor fast vier Jahren. Von der Leyen rief die EU-Länder dazu auf, die neuen Sanktionen schnell zu beschließen, damit sie noch vor dem vierten Jahrestag der russischen Invasion im Nachbarland in Kraft treten könnten. Sie müssen von den EU-Ländern einstimmig gebilligt werden, um in Kraft zu treten. Russland hatte seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 begonnen.





















