Kultur

Satire-Denkmal vor dem Kapitol: Trump und Epstein in “Titanic”-Pose – Kultur | ABC-Z

Das Feuilleton fragte an, ob ich zum neuen Trump-Epstein-Denkmal flanieren wolle. Ich habe natürlich zugesagt, will aber noch kurz etwas zum Flanieren anführen, weil ich zu dieser viel besungenen Kulturform des Gehens ein zwiespältiges Verhältnis habe. Denn inzwischen hält sich jeder, der durch Städte streift und ab und zu eine nichtssagende Beobachtung macht, für einen Flaneur. Zu den nichtssagenden Beobachtungen zählte bis vor Kurzem auch die, dass Menschen manchmal zu große Schuhe tragen, aber dazu später mehr. Andererseits ist das Flanieren immer noch anmutiger als das Tai-Chi-Walking, mit dem alte Männer mit Bäuchen hoffen, dem Tod davonlatschen zu können, weil sie glauben, der Tod rufe nur alte Männer mit Bäuchen zu sich. Aber der Tod ruft alle alten Männer zu sich, egal, wie sie aussehen. Also habe ich als alltagskulturellen Kompromiss die Metro bis zur Station Smithsonian genommen und bin die paar Meter zum Capitol gelaufen – und da steht es ja auch, das neue Denkmal.

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