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Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten: Söders Krücken-Ansprache in der Residenz – Bayern | ABC-Z

Zwischen der Tagung der CSU-Landesgruppe in Seeon und der Klausur der Landtagsfraktion in Kloster Banz hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zum traditionellen Neujahrsempfang geladen. Im Kaisersaal der Münchner Residenz wurden am Freitagabend rund 2000 Gäste erwartet – als Ehrengast und musikalischer Hauptact die Sängerin Vicky Leandros, die kürzlich mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden ist.

Das traditionelle Defilee fiel dieses Mal allerdings aus. Nach seiner Hüft-OP ist Söder noch auf Krücken angewiesen und kann schwerlich drei Stunden am Stück stehen. Aber auch ohne einen Händedruck vom Ministerpräsidenten dürfte der Empfang für die meisten Gäste etwas Besonderes gewesen sein.

Söder baute seine momentan etwas eingeschränkte Standfestigkeit ganz offensiv in seine Rede ein. „Irgendwie kommt das neue Jahr noch ziemlich auf Krücken daher“, scherzte er, um dann aber gleich ein paar ernste Belege dafür zu finden: die zuletzt sehr massiven russischen Angriffe auf Kiew, die brüchige Freundschaft mit den USA und die schwächelnde deutsche Wirtschaft.

Ganz so pessimistisch darf man als Ministerpräsident ein neues Jahr aber natürlich nicht einläuten. Söder bekam deshalb schnell die Kurve, sprach von den vielen Start-ups aus Bayern, den herausragenden Universitäten im Freistaat und der hohen Dichte an Handwerksmeistern. Zudem fand er in Markus Blume einen Verbündeten. Der Kultusminister geht momentan ebenfalls auf Krücken. Ein Sportunfall, wie in Kabinettskreisen gemunkelt wurde.

Der Neujahrsempfang des Ministerpräsidenten gehört in Bayern seit der Nachkriegszeit zu den festen Terminen im politischen Kalender. Ausgefallen ist die Veranstaltung nur beim Vorliegen triftiger Gründe: 2003 wegen des Irak-Kriegs, 2005 nach der Tsunami-Katastrophe an den Küsten des Indischen Ozeans und während der Corona-Jahre. 2011 hatte Söders Vorgänger Horst Seehofer (CSU) den Empfang zudem aus Kostengründen gestrichen.

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