“Salome” an der Schaubühne: Eine Frau, die ihre eigene Lust nicht überlebt | ABC-Z

Der sehr deutsche Regisseur Michael Thalheimer kehrt an die Berliner Schaubühne zurück, mit dem Reißer “Salome”. Die Protagonistin ist nicht frei, aber selbstbestimmt.
© Katrin Ribbe
Michael Thalheimer gehört zu den deutschen Regisseuren, die es geschafft haben, eine eigene Handschrift zu entwickeln. Ja, der 60-Jährige ist sogar derjenige, dessen Handschrift man am schnellsten erkennt.
Das liegt vor allem an einem bestimmten Stilmittel, das man die Thalheimer-Mauerschau nennen könnte: Die Darsteller blicken, wenn sie miteinander sprechen, lieber zur Rampe hin als zueinander. Ihre Blicke schneiden sich im Unendlichen, frühestens. Es ist, als wären sie angewiesen worden, eine im Publikum stehende Kamera zu fixieren, die das Spiel ihrer Gesichter aufzeichnet, ehe ein Sachverständiger später am Schneidetisch aus dem rohen Filmmaterial nach dem Schema Schnitt/Gegenschnitt die fertige Szene montieren wird.





















