Sachverständigenrat Wirtschaft: Gabriel Felbermayr soll neuer Wirtschaftsweiser werden | ABC-Z

Der österreichische Ökonom Gabriel Felbermayr soll neues Mitglied im sogenannten Rat der Wirtschaftsweisen werden. Das Bundeskabinett beschloss auf Vorschlag von
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), dem
Bundespräsidenten die Ernennung Felbermayrs vorzuschlagen. Er soll die Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier ersetzen.
Der Sachverständigenrat ist Deutschlands wichtigstes Beratungsgremium für Wirtschaftspolitik. Vorschlagsrecht für seine Besetzung hat die Bundesregierung, berufen werden die Mitglieder vom Bundespräsidenten. Felbermayr ist derzeit Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung. Zuvor war er Präsident des Kieler Institut für Weltwirtschaft.
Wirtschaftsministerin Reiche sagte, mit Felbermayr gewinne der Sachverständigenrat einen ausgewiesenen Experten für Handelspolitik, Geoökonomie und europäische Integration. “Seine analytische Tiefe und internationale Erfahrung sind gerade in der aktuellen geopolitischen Lage von besonderer Bedeutung für die Arbeit des Sachverständigenrates.”
Wirtschaftsweisen kritisieren Ablösung von Ulrike Malmendier
Erst am Wochenende hatte der Sachverständigenrat Wirtschaft Medienberichte bestätigt, dass das Mandat von Malmendier nicht verlängert wurde. Der Rat kritisierte die Ablösung. Er nehme dies mit “Verwunderung” und “allergrößtem Bedauern” zur Kenntnis, hieß es. Auch Malmendier selbst hatte “mit großem Bedauern” auf ihre Ablösung reagiert. Es sei ihr eine große Ehre gewesen und sie stehe weiterhin für die Politikberatung in Deutschland und Europa zur Verfügung, sagte die Ökonomin.
Reiche dankte Malmendier im Namen der Bundesregierung für ihren “außerordentlichen Einsatz” zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sie habe “mit ihrer ausgewiesenen Expertise im Bereich der Unternehmensfinanzierung und Verhaltensökonomie sowie durch ihre internationale Perspektive wertvolle Beiträge im Sachverständigenrat geleistet und auf nationaler wie auf europäischer Ebene nachhaltige wirtschaftspolitische Impulse gesetzt”.
Malmendier war während der Ampelregierung in das Beratungsgremium berufen worden. Sie übernahm im September 2022 den damals bereits seit längerem vakanten Posten des Ökonomen Lars Feld. Da sie damit in ein laufendes Mandat einstieg, endete ihre Amtszeit Ende Februar. Eigentlich werden die Mitglieder für fünf Jahre berufen.
Der Sachverständigenrat erstellt Konjunkturprognosen und regelmäßige Gutachten zur Wirtschaftslage und bringt Vorschläge für Reformen ein. Weitere Mitglieder sind Veronika Grimm, Monika Schnitzer, Achim Truger und Martin Werding.




















