Russin trug als Freiwillige Ukraine-Schild bei Eröffnungszeremonie | ABC-Z

Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Mailand gibt es zum Einzug des Teams der Ukraine eine besondere Geschichte. Wie erst jetzt herausgekommen ist, wurde die Auswahl in das San-Siro-Stadion von einer Russin angeführt. Die Architektin Anastasia Kutscherowa trug bei der Nationenparade das Plakat mit dem Ländernamen der Ukraine. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP.
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Kutscherowa trug wie die anderen Plakatträger einen langen silbernen Mantel mit Kapuze und eine große schwarze Brille, war daher praktisch nicht zu erkennen. Erst mehr als eine Woche nach dem Geschehen offenbarte sie sich. „Ich habe mich umgedreht, ich wusste nicht, was ich zu ihnen sagen soll. Ich habe dann gesagt, dass ihnen das gesamte Stadion stehende Ovationen geben wird“, sagte Kutscherowa laut AP.

Eröffnungsfeier: Russin meldet sich freiwillig für Ukraine-Schuld
Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Kutscherowa, die seit 14 Jahren in Mailand lebt, hatte sich als Freiwillige für die Winterspiele gemeldet. Als der Choreograf der Eröffnungsfeier fragte, ob einer der Plakatträger eine der Nationen besonders gern begleiten wolle, wählte Kutscherowa nach eigenen Angaben die Ukraine – und erhielt den Zuschlag.

Anastasia Kutscherowa sorgt sich nun um ihre Bekannten in Russland.
© Andrea Rosa/AP/dpa | Andrea Rosa
Bei der Zeremonie hätten die ukrainischen Sportlerinnen und Sportler sie sofort als Russin erkannt und mit ihr auf Russisch gesprochen. „Wenn man Seite an Seite mit diesen Menschen geht, dann erkennt man, dass sie jedes Recht haben, Hass gegenüber jedem Russen zu fühlen“, sagte Kutscherowa. Es sei ihr daher wichtig gewesen zu zeigen, dass nicht alle so denken würden.

Kutscherowa sorgt sich um Bekannte in Russland
Beim großen Applaus für die ukrainische Delegation habe sie hinter ihrer schwarzen Brille einige Tränen vergossen. Sie habe nun Bedenken, dass ihr Auftritt und ihre öffentlichen Aussagen ihren Bekannten in Russland schaden könnten. „Aber wenn ich in einem demokratischen Land lebe und alle Freiheiten genieße und dann Angst habe, dann heißt das, dass das Regime gewonnen hat“, sagte Kutscherowa.
Kutscherowa trug bei der Eröffnungsfeier auch das Plakat der dänischen Delegation. Auch diese erhielt vor dem Hintergrund des politischen Streits mit der US-Regierung um Grönland viel Beifall.





















