Rezession beendet: Baubranche gelingt erstmals seit Jahren die Trendwende | ABC-Z

Rezession beendetBaubranche gelingt erstmals seit Jahren die Trendwende
25.02.2026, 10:56 Uhr
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Mit Beginn des Ukraine-Kriegs rutscht die Bauwirtschaft in die Krise. Aufträge werden abgesagt, der Umsatz bricht ein. Aktuelle Zahlen zeigen einen Wandel: Zum ersten Mal seit dem Kreml-Einmarsch verbuchen die Bauunternehmen wieder ein Plus.
Die deutsche Baubranche hat im vergangenen Jahr eine Trendwende geschafft: Die Aufträge und der Umsatz im Bauhauptgewerbe wuchsen erstmals seit Jahren wieder. Das inflationsbereinigte Auftragsvolumen lag um 6,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte. Von 2022 bis 2024 war es noch jeweils gesunken, nachdem höhere Zinsen und Materialkosten viele Bauherren abgeschreckt hatten.
Das Neugeschäft im Tiefbau, wozu der staatlich dominierte und oftmals auch von Großaufträgen geprägte Straßenbau zählt, nahm 2025 um 6,2 Prozent zu und erreichte ein Rekordniveau. “Großaufträge im gesamten Bauhauptgewerbe, vor allem bei der Bahnstreckensanierung und beim Ausbau der digitalen Infrastruktur, trugen maßgeblich zu diesem neuen Rekordergebnis bei”, erklärten die Statistiker. Im Hochbau – der vor allem durch den Wohnungsbau geprägt und überwiegend von der privaten Nachfrage abhängig ist – wuchs der Auftragseingang um 7,5 Prozent.
Zuletzt zeigte der Trend zwar nach unten: Im Dezember 2025 fielen die Aufträge im Bauhauptgewerbe um 4,9 Prozent niedriger aus als im Vormonat. Allerdings hatte es im November mit 8,5 Prozent ein außergewöhnlich kräftiges Plus gegeben.
Der Jahresumsatz im Bauhauptgewerbe lag im vergangenen Jahr inflationsbereinigt um 2,4 Prozent über dem Ergebnis von 2024 und stieg damit erstmals seit 2020 wieder. Dabei sank der Umsatz im Hochbau um 0,8 Prozent auf 57,4 Milliarden Euro, während der Tiefbau seine Einnahmen um 5,8 Prozent auf 61,7 Milliarden Euro erhöhte. In dieser Statistik werden alle Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen im Bauhauptgewerbe erfasst. 2025 waren das rund 9500 Betriebe und damit 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Dort waren im Jahresdurchschnitt insgesamt 540.000 Personen tätig. Das waren 5800 oder 1,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Experten rechnen mit weiterem Plus
In diesem Jahr erwartet die Bauwirtschaft eine Fortsetzung der Trendwende. Die Branche profitiert von stabilen Zinsen sowie den geplanten Milliardenausgaben des Bundes für Straßen und Schienen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) rechnet damit, dass der Branchenumsatz 2026 um 2,5 Prozent steigt. Auch der Wohnungsbau soll sich beleben.
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet wieder bessere Zeiten am Bau. Das Institut schätzt, dass das Bauvolumen in Deutschland 2026 nach fünf Jahren erstmals wieder preisbereinigt wächst.
Die Baubranche war nach einem starken Anstieg der Zinsen und Baukosten infolge des Ukraine-Kriegs in die Krise gerutscht. Private Bauherren konnten sich die eigenen vier Wände nicht mehr leisten, Profi-Investoren legten Pläne auf Eis. Mit dem Wohnungsmangel steigt der Druck auf die Mieten gerade in den Ballungsräumen.





















