Regionalparlamente in Indonesien bei Protesten in Brand gesetzt | ABC-Z

Die Proteste in Indonesien gegen Luxus-Zulagen für Politiker eskalieren weiter: Demonstrierende haben offenbar in verschiedenen Städten Parlamentsgebäude in Brand gesetzt. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben.
Seit Tagen halten in Indonesien Massenproteste gegen die Regierung an. In der Stadt Makassar in der Provinz Süd-Sulawesi sind nun mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, nachdem Demonstrierende offenbar das Regionalparlament in Brand setzten. Die Protestierenden hätten Molotow-Cocktails geworfen, Fahrzeuge angezündet, das Parlamentsgebäude gestürmt und dort Feuer gelegt, sagte ein Beamter der Stadtverwaltung der Nachrichtenagentur AFP.
Mehrere Menschen wurden demnach von den Flammen eingeschlossen. Bei zwei der drei Toten handele es sich um Mitarbeiter des Parlaments. Mindestens vier Menschen seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.
Auch in weiteren Regionen des Landes wurden offenbar Regierungsgebäude angegriffen. So sollen bei heftigen Ausschreitungen in den Provinzen Westjava, Zentraljava und Tenggara die regionalen Parlamentsgebäude in Brand gesetzt worden sein. Das berichten lokale Medien. Eine Bestätigung der Behörden liegt bisher nicht vor.
Proteste nach tödlichem Zwischenfall eskaliert
Bereits gestern hatte es in mehreren großen Städten Indonesiens, auch in der Hauptstadt Jakarta, Ausschreitungen gegeben. Demonstrierende warfen Molotov-Cocktails auf Einsatzkräfte, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Menge ein. Hunderte Protestierende wurden festgenommen. In Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens, stürmten Protestierende offenbar das Polizeipräsidium.
Die Proteste waren eskaliert, nachdem der Fahrer eines Motorradtaxis in Jakarta von einem gepanzerten Polizeifahrzeug überrollt und getötet wurde. Der 21-Jährige war in der Nähe des Parlaments überfahren worden, als die Polizei versuchte, die Demonstranten auseinanderzutreiben.
Wut über Luxus-Zulagen für Politiker
Die landesweiten Proteste sind die heftigsten seit dem Amtsantritt von Präsident Prabowo Subianto im vergangenen Oktober. Auslöser sind hohe Zulagen für Politiker, während viele Menschen unter Niedriglöhnen, steigenden Lebenshaltungskosten und Massenentlassungen leiden. Das indonesische Parlament hatte angekündigt, den Abgeordneten zusätzlich zu ihren Gehältern eine monatliche Wohnzulage in Höhe von umgerechnet etwa 2.600 Euro zu zahlen – eine Summe, die den Monatslohn vieler Indonesier um ein Vielfaches übersteigt. Begründung für die Zulage war, dass die Abgeordneten in der aktuellen Legislaturperiode keine Dienstwohnungen mehr erhielten und daher Anspruch auf eine Entschädigung hätten.
Gleichzeitig hatte die Regierung erst kürzlich strenge Sparmaßnahmen verhängt, darunter Kürzungen bei öffentlichen Bauvorhaben, im Gesundheitswesen und im Bildungsbereich. Zusätzlich angeheizt wurde die öffentliche Empörung durch Videos von Politikern, die in sozialen Medien ihren luxuriösen Lebensstil zur Schau stellten.