Regime schaltet Internet ab – Trump droht der Führung | ABC-Z

Im Iran spitzen sich die landesweiten Massenproteste weiter zu. Nach tagelangen Demonstrationen sind am Donnerstagabend zahlreiche Menschen zu einer großen Kundgebung auf einer Hauptverkehrsstraße in Teheran geströmt. Videos in sozialen Medien zeigten die Menschenmassen in der iranischen Hauptstadt. Augenzeugen berichteten von Sicherheitskräften, die mit Tränengas gegen vermummte Demonstranten vorgingen. Auf Videos von Aktivisten waren brennende Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in Teheran zu sehen.
Die in London ansässige Organisation NetBlocks teilte am Donnerstag mit, die iranischen Behörden hätten das Internet gesperrt, das Land befinde sich inzwischen in einem „fast vollständigen landesweiten Internet-Blackout“. Der in der iranischen Exil-Opposition aktive Sohn des 1979 gestürzten Schahs Mohammed Reza Pahlavi hatte zuvor gesagt, die Führung in Teheran sei „zutiefst verängstigt“ und werde das Internet kappen. Er hatte für Donnerstagabend zu weiteren Protesten aufgerufen.
Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Donnerstag einen Einbruch des Web-Traffics um 100 Prozent. Die vollständige Internetsperre erinnert an das Vorgehen des Staates vor rund sechs Jahren: Damals protestierten vor allem Menschen wegen steigender Benzinpreise. Der Staat verhängte eine fast einwöchige Sperre, während der Schätzungen von Menschenrechtlern zufolge Hunderte Demonstrierende getötet wurden. Präsident Massud Peseschkian hatte die Sicherheitskräfte am Mittwoch noch zur Zurückhaltung aufgerufen.
Iran: Trump droht den Mullahs im Fall von toten Demonstranten
Die Proteste kehrten auch in viele andere Metropolen zurück, nachdem in den vergangenen Tagen vor allem Bewohnerinnen und Bewohner der westlichen Provinzen demonstriert hatten. In der Millionenstadt Maschhad im Nordosten berichteten Augenzeugen von großen Protesten. Es sei „wie Krieg“, beschrieben Einwohner die Szenen auf den Straßen.
US-Präsident Donald Trump solidarisierte sich mit den Demonstrierenden und drohte der Führung in Teheran erneut. „Ich habe ihnen klargemacht, dass wir hart durchgreifen werden, wenn sie anfangen, Menschen zu töten, was sie bei ihren Unruhen – und sie haben viele Unruhen – häufig tun“, sagte Trump in einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Seit Beginn der Proteste wurden nach jüngsten Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen mindestens 45 Demonstranten getötet, darunter acht Minderjährige. Iranische Behörden und Medien meldeten bislang 21 Tote, darunter auch Sicherheitskräfte.

Iranische Wirtschaftskrise treibt viele Händler auf die Straße
Die neue Protestwelle erschüttert den Iran seit Ende Dezember. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf das ganze Land ausgeweitet.
Bislang kamen bei den Protesten 45 Demonstranten ums Leben, wie die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mitteilte. „Die Fakten zeigen, dass die Repressionen von Tag zu Tag gewalttätiger und umfassender werden“, sagte Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam.














