Rebellenorganisation: Farc-Anführer ruft kolumbianische Guerilla zur Einheit gegen Trump auf | ABC-Z

Der Anführer des größten Zweigs der ehemaligen Guerillagruppe Farc, Nestor Gregorio Vera, hat zu einem Zusammenschluss von Rebellengruppen in Kolumbien aufgerufen. Der unter seinem Kampfnamen “Ivan Mordisco” bekannte Kämpfer der Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, kurz: Farc) sagte in einer Videobotschaft, die Rebellen müssten gemeinsam gegen den Interventionismus der USA in der Region kämpfen.
“Der Schatten des interventionistischen Adlers hängt gleichermaßen über allen. Wir fordern Sie dringend auf, Differenzen beiseitezulegen”, sagte Vera. Das Video zeigt ihn in Tarnkleidung und umgeben von zwei schwer bewaffneten Guerillakämpfern. Der Aufruf folgt auf den Angriff der USA in Venezuela und die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro.
Farc-Splittergruppen sollen sich wiederfinden
Die linksgerichtete Rebellenorganisation Farc hatte 2016 ein Friedensabkommen geschlossen und sich offiziell aufgelöst. Doch seitdem kämpfen paramilitärische Gruppen und Farc-Splittergruppen in Kolumbien gegeneinander, hauptsächlich um wirtschaftlichen Einfluss. Ihr Hauptgeschäft sind der illegale Drogenhandel und Goldabbau.
Vera rief einen Teil der Farc-Splittergruppen dazu auf, sich wieder zusammenzufinden. “Wir sind keine verstreuten Kräfte, wir sind Erben derselben Sache. Lasst uns durch Taten Einheit schaffen und einen großen Rebellenblock schmieden, der die Feinde des großen Vaterlandes zurückdrängen wird.” Gerichtet ist das Video an die Nationale Befreiungsarmee, die Zweite Marquetalia und den Koordinierungsrat der Bolivarischen Guerilla-Armee. Nicht enthalten ist jedoch die zweitgrößte Dissidentengruppe der Farc, bekannt als Zentraler Generalstab, welche sich 2024 von Veras Gruppe abgespalten hatte. Gemeinsam hätten die Gruppen mehr als 11.000 Mitglieder.
Der kolumbianische Verteidigungsminister Pedro Sanchez sagte, Vera versuche mit seinem Aufruf sich vor der Verfolgung durch die Streitkräfte zu schützen.
Trump droht Kolumbiens Präsident
Der kolumbianische Präsident Gustavo
Petro ist ebenfalls ein ehemaliger Guerillakämpfer, der nach mehr als
sechs Jahrzehnten interner bewaffneter Konflikte Frieden im Land
versprochen hat. Er versuchte mehrfach, mit den Farc-Dissidenten einen Friedensprozess einzuleiten, bislang ohne Erfolg. Weiterhin verüben Rebellen Anschläge in Kolumbien. Zuletzt zeigte Petro sich zunehmend kritisch gegenüber den Rebellen und ließ sie bekämpfen.
Petro soll im Februar in Washington mit US-Präsident
Donald Trump zusammentreffen. Trump hatte neben Venezuela auch Kolumbien mit
militärischen Maßnahmen gedroht. Er beschuldigte das Land, Kokain in die USA zu bringen, und hatte im Oktober bereits Sanktionen gegen Petro verhängt.





















