RBB stellt Kult-Service nach 30 Jahren ein – Nutzer reagieren empört | ABC-Z

- Der TV-Teletext des RBB ist eingestellt worden
- Nutzerinnen und Nutzer werden auf den ARD-Teletext weitergeleitet
- Die Einstellung des Service erfolgt aus Kostengründen
- Viele Nutzerinnen und Nutzer sehen das Aus kritisch
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) stellt seinen TV-Teletext „rbbtext“ als eigenständiges redaktionelles Angebot ein. Im 300er Magazin des Teletextes werde es zwar weiterhin die Programmvorschauen für das RBB-Fernsehen sowie einen Nachrichten-Überblick von RBB-Inforadio geben, teilte der Sender in Berlin mit.
Auf den anderen Seiten werde jedoch künftig der ARD-Text mit seinem kompletten Angebot von „Tagesschau“-Nachrichten, bundesweitem Sport und Wetter bis hin zu Wirtschaft, Kultur und Börse präsentiert. Die Umstellung erfolgte am vergangenen Dienstag.
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Die Untertitelungen für Hörbehinderte auf Seite 150 werden weitergeführt, hieß es weiter. Die Internetversionen des Fernsehtextes rbbtext.de, rbbtext.mobi und die rbbtext-App entfallen jedoch. Die 1992 in den Vorgängersendern SFB (Sender Freies Berlin) und ORB (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg) gestarteten heutigen RBB-Teletext-Angebote würden aus Kostengründen eingestellt.
Der RBB-Teletext wurde eingestellt.
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RBB-Teletext verschwindet – Empörte Kommentare
Die Einstellung des beliebten Services sorgt bei etlichen Nutzerinnen und Nutzern für Empörung. „Ich finde das gelinde gesagt unmöglich! Wieviele alte Leute gibt es, die sich immer noch über den Videotext informieren. Meine Oma ist jetzt 85, die hat kein Internet, und entsprechend ihrem Alter Probleme mit neuen Geräten und überhaupt mit Neuem“, heißt es etwa in einem Kommentar zu dem Artikel, in dem der RBB auf das Teletext-Aus hinweist.
Georg Zielonkowski schreibt wütend: „Diese Entscheidung werden vor allem unsere Senioren begeistern. Die können sich Magentasport nicht leisten, können keine Rundfunkübertragungen des rbb genießen – sie gibt es eben nicht. Einzig der Videotext transportiert zum Beispiel aktuelle Spielstände von den Spielen des heimatlichen FC Energie.“
Für Userin Julia scheint der Teletext wichtiger als das eigentliche Programm zu sein. Sie erklärt: „Dann brauche ich den rbb ja gar nicht mehr einzuschalten, denn das Programm ist uninteressant. Aber der Teletext gehört zu meinem Frühstück dazu. Nachrichten aus der Region sind doch wichtig. Wenn ich den ARD-Text lesen will schalte ich das Erste ein. Der ist aber eben nicht regional.“
Astrid Z. fasst es so zusammen: „Da wird mal wieder an der falschen Stelle gespart.“ Vor allem für ältere Menschen scheint der Videotext nach wie vor eine wichtige Informationsquelle zu sein. So schreibt es auch die Userin Ellen Wu: „Viele alte Leute, die keinen Internetanschluss haben, nutzen den Teletext. Wieder ein Angebot weniger für diese Klientel – mit der klaren Botschaft: ihr seid zu alt, warum seid ihr überhaupt noch da?“
epd/dw














