Raumfahrt; US-Unternehmen darf Münchner Laser-Firma kaufen – Wirtschaft | ABC-Z

Die amerikanische Space Force nutzt sie, auch europäische Armeen haben Interesse: Laserterminals, die unter anderem in Kommunikationssatelliten eingesetzt werden. Einer der Anbieter ist das Münchner Unternehmen Mynaric, das trotz der Nachfrage gerade ein Sanierungsverfahren hinter sich hat. Die kalifornische Raumfahrtfirma Rocket Lab darf Mynaric nun übernehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Übernahme unter Auflagen genehmigt. Das Ministerium hatte ein Investitionsprüfverfahren eingeleitet, weil es dabei um sicherheitsrelevante Technologien geht.
„Laserkommunikation ist ein entscheidender Faktor für die Satellitenkonstellationen von heute und morgen, und Rocket Lab wird sie in großem Maßstab bereitstellen“, heißt es in einer Stellungnahme von Rocket-Lab-Chef Peter Beck. Sein Unternehmen baut unter anderem die Kleinrakete Electron für bis zu 300 Kilogramm schwere Satelliten und verbucht seit 2018 bereits mehr als 80 Starts. Außerdem arbeitet die Firma an der größeren Rakete Neutron, die bis zu 13 Tonnen in den niedrigen Erdorbit befördern soll. Und eben an Satellitenkomponenten, dafür braucht das Unternehmen Laserterminals von Mynaric.
Nach Angaben von Rocket Lab soll der Hauptsitz von Mynaric in München verbleiben, genauer in Gilching. Damit hat das kalifornische Unternehmen gleichzeitig seine erste europäische Niederlassung. Mynaric beliefert Rocket Lab bereits mit Kommunikationsterminals des Typs Condor Mk3 für einen Milliardenauftrag der amerikanischen Space Force. Weitere Kunden seien Betreiber kommerzieller Satellitenkonstellationen sowie Verteidigungs- und zivile Regierungsbehörden. Rocket Lab will die Mynaric-Produktion ausweiten. Einen Kaufpreis nennt die Firma nicht. Nach Angaben der Welt hatte zuletzt auch der Rheinmetall-Konzern Interesse an einem Kauf von Mynaric.
Der Übernahme war bei Mynaric ein Sanierungsverfahren vorangegangen. Nach eigenen Angaben hatten Produktionsverzögerungen und Lieferengpässe zu Umsatzeinbrüchen und Verlusten geführt, sodass Mynaric von der Börse genommen werden musste. Der US-Investor Pimco, Tochter der Allianz, hatte das Sanierungsverfahren mit Darlehen möglich gemacht und nun auch den Verkauf an Rocket Lab. Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Verkauf nach eigenen Angaben nur unter „strengen Auflagen“ genehmigt. „Die Auflagen garantieren den Verbleib des geistigen Eigentums, der Produktion sowie Forschung & Entwicklung von Schlüsseltechnologien und -produkten von Mynaric in Deutschland und Europa.“ Ferner solle gewährleistet sein, dass Produkte und Dienstleistungen für deutsche und europäische Kunden im Verteidigungsbereich zur Verfügung stehen. 2020 hatte die Bundesregierung Mynaric untersagt, die Lasertechnologie nach China zu liefern.
Ursprünglich handelt es sich bei Mynaric um eine Ausgründung früherer Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und firmierte ab 2009 zunächst unter dem Namen Vialight. 2017 ging Mynaric an die Börse, vier Jahre später eröffnet das Start-up eine Fabrik. Einer der wichtigsten Mitbewerber ist die Airbus-Tochter Tesat.





















