Raketen im Urlaubsparadies Dubai – Verletzte nach Einschlag am Flughafen | ABC-Z

Löst der US-israelische Militärschlag einen Flächenbrand im Nahen Osten aus? Dass die gegenseitigen Raketenangriffe nicht nur Israel und den Iran treffen, war abzusehen. Nun aber schlagen auch in den vermeintlich sichereren Golfstaaten Raketen in den Luftraum ein. Lediglich der Persische Golf trennt die wohlhabenden Länder von dem Territorium des Mullah-Regimes. Die Stadt Dubai ist nur circa 150 Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt.
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Alle paar Stunden sind hier Explosionen zu hören, berichten Anwohner in der Wüstenmetropole. Viele Menschen seien verunsichert, ob sie zu Hause bleiben oder das Stadtzentrum verlassen sollten. „Es ist überall“, sagte eine Augenzeugin. Laut mehreren Anwohnern wurden auch die Einkaufszentren geschlossen, in denen sich vor allem am Wochenende viele Familien aufhalten.
An einem Luxushotel auf der künstlichen Insel Palm Dschumaira brach unterdessen ein Feuer aus. Videos von Augenzeugen zeigten einen Brand an der Einfahrt des Hotels, das für seine Lage direkt am Wasser bekannt ist. Über dem Gebäude stiegen schwarze Rauchwolken auf. Es war unklar, ob an dem Hotel eine mutmaßlich iranische Rakete einschlug oder ob etwa Trümmerteile nach dem Abschuss einer Rakete niedergingen und diese einen Brand auslöste. Der Zivilschutz teilte mit, das Feuer sei unter Kontrolle. Vier Menschen seien verletzt worden.
Flughafen Dubai wurde wohl von iranischer Rakete getroffen
Bei einem mutmaßlich iranischen Raketenangriff auf den internationalen Flughafen von Dubai sind ebenfalls vier Menschen verletzt worden. Das Medienbüro der Metropole bestätigte einen „Vorfall“, bei dem vier Mitarbeiter verletzt worden seien. In einer der Wartehallen des Flughafens in den Vereinigten Arabischen Emiraten habe es geringe Schäden gegeben. Die meisten Terminals des Flughafens, der zu den wichtigsten Knotenpunkten für Flugreisende im Nahen Osten zählt, seien vorab aber bereits geräumt worden.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
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Nutzer teilten Videos in sozialen Medien, die zeigen sollen, wie eine Halle des Flughafens geräumt wird. Darin gehen Menschen zügig in eine Richtung – offenbar zum Ausgang. Es sind aber kein Feuer und auch keine Szenen etwa von großer Panik zu sehen. Der Betrieb an dem Flughafen war zuvor wegen der militärischen Eskalation in der Region schon ausgesetzt worden .Es blieb unklar, was genau sich bei dem Vorfall ereignete. Mutmaßlich entstand der Schaden durch den Angriff einer iranischen Rakete oder durch herabfallende Trümmer von einer iranischen Rakete, die im Raum über Dubai abgeschossen wurde.
Iran-Konflikt: Auch andere Golfstaaten betroffen
Auch in anderen Emiraten brach nach dem iranischen Gegenschlag teils Panik aus: „Ich hörte auf der Straße eine laute Explosion, was ungewöhnlich ist in Abu Dhabi“, berichtete ein Anwohner der dpa. Eine andere Anwohnerin der emiratischen Hauptstadt sagte, die Angst sei spürbar gewesen. Viele seien zu Hause geblieben und hätten die Lage im Fernsehen und in sozialen Medien verfolgt. Videos zeigten Anwohner, die in Abu Dhabi nach Explosionen rennen, um in Sicherheit zu kommen. Laut dem emiratischen Verteidigungsministerium sind sowohl in Dubai als auch in Abu Dhabi mehrere Trümmerteile von abgefangenen Raketen niedergegangen. Mindestens ein Mensch kam dabei bisher ums Leben.
Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten ähnlich wie die regionalen Nachbarn am Golf als sehr sicher. Polizei und andere Sicherheitskräfte gehen in den emiratischen Metropolen Abu Dhabi und Dubai schnell und strikt gegen Verbrechen vor, auch mithilfe von Überwachungstechnik.

Luftalarm auf wichtigem Stützpunkt in Katar
Der US-Verbündete Katar konnte nach eigenen Angaben eine „dritte Angriffswelle“ erfolgreich abwehren, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Diese habe auf „mehrere Gegenden“ in dem kleinen Staat am Persischen Golf gezielt. Größere Schäden oder Opfer gab es ersten Berichten zufolge aber nicht. Anwohner in Katar berichteten von mehreren Explosionen – offenbar durch den Abschuss iranischer Raketen. Am US-Stützpunkt al-Udaid war Anwohnern zufolge Luftalarm zu hören. Der Nachrichtenkanal Al Jazeera zeigte eine Rauchwolke am Himmel über der Hauptstadt Doha, die den Moment nach dem Abschuss einer Rakete zeigt.

Ein Geschoss über Dubai. Kurz darauf hörten Augenzeugen eine Explosion.
© AFP | –
In Bahrain wurden Straßen, die zur wichtigen US-Marinebasis führen, gesperrt. Anwohner berichteten, dass einige Familien die Gegend mit Koffern verlassen hätten. An Tankstellen und in Supermärkten kam es zum Gedränge durch Anwohner, die sich mit Treibstoff und Lebensmitteln eindecken wollten.
Auswärtiges Amt passt Reisewarnung an
Die meisten Golfstaaten gelten als wichtige Verbündete der Amerikaner – und somit als potenzieller Feind der Mullahs. Neben den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Tausende US-Soldaten vor allem auf dem katarischen Stützpunkt Al-Udeid stationiert.
Empfohlener externer Inhalt
Angesichts der Lage im Nahen und Mittleren Osten wird vor Reisen in die Länder Bahrain, Irak, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gewarnt. Für Libanon werden deutsche Staatsangehörige zur Ausreise aufgerufen. 1/2
— Auswärtiges Amt (@AuswaertigesAmt) 28. Februar 2026
Nachdem bereits am Morgen zahlreiche Flüge in die Region storniert und der Luftraum teilweise gesperrt wurde, verschärfte das Auswärtige Amt die Reise- und Sicherheitshinweise für die ganze Region. Wie nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung aus dem Ministerium zu hören war, gelten jetzt Reisewarnungen für Israel, Bahrain, Irak, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Für den Iran besteht schon seit 2022 eine Reisewarnung. Die jeweiligen deutschen Auslandsvertretungen stünden in Kontakt mit den deutschen Staatsangehörigen vor Ort, hieß es aus dem Ministerium weiter. Das Auswärtige Amt habe zudem Fürsorgemaßnahmen für seine entsandten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getroffen.
daw mit dpa/afp





















