In der Sauna auf den Lofoten: Tauchgang mit Socken – Panorama | ABC-Z

Mitten in … Svolvær
Wanderurlaub auf den norwegischen Lofoten, einer Inselgruppe nördlich des Polarkreises, verspricht sagenhaftes Bergpanorama und spektakulär schlechtes Wetter. Es nieselt, es regnet, es schüttet, dann hagelt und stürmt es auch noch. Die Gipfel sind längst im Nebel verschwunden, aber immerhin: Die schwimmende Sauna ist noch da. Vorsichtige Frage an der Hotelrezeption, wie kalt das Wasser für den Tauchgang im Fjord wohl sei. Erfrischende acht Grad, sagt die Rezeptionistin. Wenn das zu kalt sei, solle man einfach wie die Einheimischen mit Socken ins Wasser gehen. Soll das ein Witz sein? Während man also bei 90 Grad über der Sockenfrage schwitzt, springen andere Gäste vom Dach der Sauna elegant in den Fjord. So beherzt ist man dann doch nicht und nimmt lieber die Leiter. Aber das mutig und sockenfrei. Iris Mayer
Mitten … in Kapstadt
„Extrem gefährliche Route“ – das Schild löst Unruhe in der geführten Wandergruppe am Fuße des Tafelbergs aus. Der Guide aber entwarnt: Das solle nur unvorbereitete Touris abschrecken, die keine Lust haben, bei der Seilbahn anzustehen. Vor allem Briten und Deutsche. Die unterschätzen den Aufstieg gerne, laufen einfach drauflos und verirren sich auf dem schlecht ausgeschilderten Weg. Es gebe sogar einen extra Code für verloren gegangene Deutsche am Berg: „AGL“ – „Another German Lost“. Das Generalkonsulat der Bundesrepublik hat darum präventiv einen Wegweiser gespendet. Für den Deutschen in der Gruppe ist das durchaus peinlich. Später stolpert auch noch wie bestellt ein Mann den Weg entlang, auf den die beschriebene Orientierungslosigkeit zutrifft. Immerhin kommt er oben an. Und Deutschland kann aufatmen: Es handelt sich um einen Südkoreaner. Joshua Beer

Mitten in … Bern
Auf dem Gurten, dem Hausberg von Bern, ist ausnahmsweise nicht viel los. Dabei ist das Wetter schön. Kleine Pause im Restaurant mit Blick auf die Altstadt. Da ertönen plötzlich Harfenklänge. Woher kommt die Musik? Wie in der „Muppet Show“ neigen sich Einheimische und Touristen übers Geländer der Aussichtsterrasse. 15 Meter tiefer findet eine Freilufthochzeit statt. Andächtig lauschen Braut (in Weiß) und Bräutigam (im Glitzeranzug) sowie etwa 30 Gäste der Harfenistin. Ein Windstoß weht plötzlich von oben zwei Servietten über die Gesellschaft. Da fallen aus dem fast heiteren Himmel erste Tropfen. Der Pfarrer versucht, das Problem zu ignorieren. Doch Petrus macht Ernst. Es regnet, die Harfe wird schnell verpackt, die Gäste flüchten nach innen. Sollte die Szene je verfilmt werden, wäre der Titelvorschlag: „3⁄4 Hochzeiten und ein Regenfall“. Robert Probst
Weitere Folgen der Kolumne „Mitten in …“ finden Sie hier.





















