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“Polizeiruf 110: Ablass”: So wird der neue Fall aus München | ABC-Z

Der neue Münchner “Polizeiruf 110: Ablass” (Sonntag, 15. März ab 20:15 Uhr) kreist um zwei Fälle der Mordkommission, die auf den ersten Blick eigentlich schon erledigt wirken und offenbar nichts miteinander zu tun haben. Zwei Geständnisse, zwei Täter – aber ein gemeinsamer Anwalt. Doch je länger Cris Blohm (Johanna Wokalek, 51) und Dennis Eden (Stephan Zinner, 51) ermitteln, desto deutlicher wird, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann. Aus diesem Misstrauen entwickelt der Film in der Folge seine ganze Kraft.

Darum geht es im “Polizeiruf 110: Ablass”

Auslöser der Geschichte ist der Fund einer toten jungen Frau im Isarkanal. Brisant ist der Fall nicht nur wegen der Tat selbst, sondern weil dafür eigentlich längst jemand verurteilt wurde. Doch dessen frühere Aussagen passen nur schwer zu dem, was nun ans Licht kommt. Er gab an, die Leiche damals zerstückelt zu haben. Die Isarkanal-Leiche ist jedoch nahezu unversehrt.

Bevor Blohm dieser Spur weiter folgen kann, fordert ein zweiter Todesfall die Ermittler. Ein Mann wird von einem Wagen erfasst und stirbt, bald darauf liegt ein Geständnis auf dem Tisch. Aber auch diesmal bleiben Fragen offen. Warum wirken die Erklärungen so glatt? Und weshalb taucht in beiden Komplexen derselbe Anwalt (Tobias Moretti, 66) auf?

Lohnt sich das Einschalten?

Ja. Realistische und ausgewogene Figuren, tolle Szenen und ein Drehbuch mit wunderbar gezeichneten Widersprüchen, Zweifeln und erzeugter Spannung – die dankenswerterweise leise und ohne großen Knall auskommt.

Der Film zeigt auf der einen Seite Menschen, die wenig zu verlieren scheinen. Auf der anderen Seite ein Umfeld, in dem Einfluss, Geld und Auftreten ganz selbstverständlich dazugehören. Gerade das macht den Film interessant. Er setzt nicht auf permanente Zuspitzung, sondern auf Reibung: zwischen Aussage und Wirklichkeit, zwischen juristischer Fassade und kriminalistischem Zweifel, zwischen dem, was offiziell feststeht, und dem, was sich darunter verbirgt. “Ablass” wirkt dadurch konzentriert und unangenehm präzise.

Wokalek und Zinner bleiben ein stimmiges Duo

Wokalek und Zinner tragen den Film erneut sehr verlässlich. Cris Blohm beobachtet genau, wägt ab und lässt sich von vorschnellen Erklärungen nicht beruhigen. Dennis Eden bringt mehr Direktheit in die Ermittlungen, ohne bloß als Gegenfigur zu funktionieren. Hinzu kommt ein starker Tobias Moretti als Anwalt August Schellenberg. Seine Figur ist nicht einfach nur prominent besetzt, sondern für die Konstruktion des Falls zentral. Moretti verleiht dieser Rolle jene Souveränität und Tiefe, die sie besonders schwer greifbar macht.

Unterm Strich ist der Münchner “Polizeiruf 110” ein sehenswerter, sauber gebauter Fall, der mehr ist als reine Routine. “Ablass” interessiert sich nicht nur dafür, wer am Ende für irgendwelche Taten verantwortlich ist, sondern auch dafür, warum Verantwortung in manchen Milieus offenbar leichter verschoben werden kann als in anderen. Genau das gibt dem Film Nachhall über den Sonntagabend hinaus.


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