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Politische Spannungen flackern weiter – Trump mit historischem Tabubruch | ABC-Z

Die Absetzung von Lisa Cook sorgt für Empörung. Noch nie griff ein Präsident so tief in die Unabhängigkeit der Notenbank ein. Ein Rechtsstreit bahnt sich an.

In den USA sorgt die Entlassung von Fed-Mitglied Lisa Cook weiter für Aufsehen. Präsident Trump hat damit einen bisher einmaligen Schritt gemacht, der die Spannungen zwischen ihm und der amerikanischen Notenbank deutlich verschärfen dürfte. Ob diese Entlassung rechtlich zulässig ist, bleibt zu klären, denn nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs kann er Vertreter der unabhängigen Notenbank nur mit „gutem Grund“ entlassen. Lisa Cook hat bereits angekündigt, juristisch gegen die Entscheidung vorzugehen. 

Trump droht mit zusätzlichen Zöllen

Parallel dazu drohte Trump mit zusätzlichen Zöllen gegen Länder, die Steuern auf digitale Dienstleistungen von US-Unternehmen wie Google oder Apple erheben wollen. Das zeigt, dass der abgeschlossene Handelsdeal mit der Europäischen Union weitere Zollerhöhungen seitens der USA nicht ausschließt. Der Zollstreit mit den USA schwelt also weiter. Die Überlegungen der Europäischen Union, Sekundärsanktionen gegen Länder zu verhängen, die Russland bei der Umgehung von Sanktionen unterstützen, sollte daher wenig aussichtsreich sein. 

An den Finanzmärkten gab es vielfältige Neuigkeiten. Das Unternehmen mit der höchsten Börsenbewertung der Welt, Nvidia, konnte zwar die Erwartungen für das zweite Quartal übertreffen, doch ein verhaltener Ausblick führte zu einem leichten nachbörslichen Kursrückgang von etwa 3 Prozent. Der S&P 500, der zuvor ein Rekordhoch erreicht hatte, blieb jedoch von größeren Belastungen verschont. In Deutschland gab es bei der Konjunktur eine positive Überraschung: Der Ifo-Index stieg im August zum sechsten Mal in Folge von 88,6 leicht auf 89,0 Punkte. Die Geschäftserwartungen verbesserten sich und erreichten damit den höchsten Stand seit März 2022. 

Arbeitsmarktbericht im Fokus

Der Fokus liegt nun auf dem US-Arbeitsmarktbericht am 5. September. Laut Fed-Chef Jerome Powell überwiegen derzeit die Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt gegenüber den Sorgen bezüglich zollbedingt höherer Inflationsraten. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der Sitzung am 17. September ist hoch, auch wenn Powell keinen Bedarf für aggressive Lockerungsschritte sieht.

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