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Plant Serena Williams ihr Comeback? Die Tenniswelt rätselt – Sport | ABC-Z

Seit dem 22. Februar 2026 ist es amtlich: Serena Williams, für viele die größte Akteurin, die es im Tennis gab, ist wieder eine aktive Profispielerin. Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin darf an Turnieren teilnehmen, was auch ohne Weltranglistenplatzierung für sie leicht zu bewerkstelligen sein sollte. Jede Veranstaltung auf der WTA Tour dürfte sich um sie reißen und ihr eine Wildcard, einen Startplatz im Hauptfeld, auf dem Tablett servieren. Am 22. Februar listete jedenfalls die International Tennis Integrity Agency (ITIA) in der Rubrik „Reinstatements“ den Namen „Serena Williams“ auf. Und strich selbigen von der Liste der zurückgetretenen Profis.

Sechs Monate lang, das war die obligatorische Bedingung für diese Re-Aktivierung, war Williams im International Registered Testing Pool (IRTP) registriert; ein halbes Jahr lang musste sie außerhalb von Wettkämpfen für Dopingtests bereitstehen. So sind die Regeln. Kommt es also bald zu einem spektakulären Comeback? Das ist die große Frage, die in der Tennisbranche wie ein Rätsel diskutiert wird. Denn Serena Williams schweigt bislang mehr oder weniger dazu. Aber irgendwas, das lässt sich nicht von der Hand weisen, führt die nunmehr 44-Jährige im Schilde. Nur was?

„Es ist wie ein Tabuthema. Sobald es zur Sprache kommt, fange ich an zu weinen“, sagte Williams

Ihr bislang letztes offizielles Match bestritt Williams am 3. September 2022. In der dritten Runde der US Open verlor sie 5:7, 7:6, 1:6 gegen die Australierin Ajla Tomljanovic. Dass sie Probleme hatte, den Schläger wegzulegen, hatte sie vor ihrem letzten Grand-Slam-Turnier in einem Aufsatz in der Modezeitschrift Vogue offenbart. „Ich habe mich lange davor gescheut, zuzugeben, dass ich mit dem Tennisspielen aufhören muss“, schrieb sie und gab zu: „Es ist wie ein Tabuthema. Sobald es zur Sprache kommt, fange ich an zu weinen. Ich glaube, die einzige Person, mit der ich mich dazu bisher wirklich auseinandergesetzt habe, ist meine Therapeutin.“

Seit ihrem Abtritt von der Tennisbühne lebte Williams eher zurückgezogen, wurde ein zweites Mal Mutter einer Tochter, trieb als Unternehmerin und Investorin ihre Geschäfte voran. Ihre ein Jahr ältere Schwester Venus Williams spielt immer noch, im Januar erst nahm sie dank einer Wildcard an den Australian Open teil (verlor gegen die Serbin Olga Danilovic). Im vergangenen Jahr geriet Serena Williams stärker und nicht nur auf positive Art in die Schlagzeilen, als sie sich deutlich verschlankt präsentierte und ihren Gewichtsverlust mit einer Werbung für eine Abnehmspritze verknüpfte. Der Tennisjournalist Ben Rothenberg war im Dezember 2025 der Erste, der die Rückkehr von Williams in den Anti-Doping-Testpool der ITIA enthüllte. Sie selbst hatte nichts verkündet.

Ende Januar nährte Williams schließlich selbst weitere Spekulationen. In der Today Show im US-Fernsehen wich sie der Frage zu ihrer möglichen Rückkehr aus: „Ich habe einfach Spaß und genieße mein Leben“, sagte sie und ergänzte geheimnisvoll: „Das ist kein Ja oder Nein. Ich weiß es nicht, ich werde sehen, was passiert.“ Diese Antwort ließ viel Spielraum. Für Kenner der Szene ist klar: Serena Williams wird wieder spielen. „Ich war 16 Jahre in den Dopingprotokollen. Niemand meldet sich freiwillig für einen Warnanruf um fünf Uhr morgens“, sagte die frühere deutsche Spitzenspielerin Andrea Petkovic kürzlich im Tennis Channel. Ebenfalls dort befand der renommierte Tennisexperte Jon Wertheim, dass er an ein Comeback glaube. Ihm sei zu Ohren gekommen, Williams hätte ihr Abschied von Wimbledon nicht gefallen. Im Juni 2022 hatte sie im All England Club gegen die weitgehend unbekannte Französin Harmony Tan in der ersten Runde verloren.

Am meisten befeuerte jüngst Williams’ früherer Trainer ihre Comeback-Ambitionen. Sie würde hart trainieren, teilte Rick Macci der französischen Sporttageszeitung L’Équipe mit, auch mit männlichen Sparringspartnern. Weiter meinte der 71-Jährige, er halte einen Auftritt von Williams sogar schon bei den Turnieren in Indian Wells (ab 4. März) oder in Miami (ab 18. März) für realistisch. Zumindest aus Indian Wells drang bis jetzt keine Nachricht, dass eine Spielerin namens Williams teilnimmt. Andrea Petkovic würde in jedem Fall Williams’ Rückkehr begrüßen, sie hätte gar „alles auf Serena gesetzt, dass sie zurückkommt und mindestens ein Spiel bestreitet, und ich finde, sie hat sich das Recht verdient, zu tun, was sie will“.  Für sie steht fest: „Diese Goats (greatest of all time; d. Red.) haben eine ganz andere Mentalität.“

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