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Pläne für Europaliga der NBA: NBA-Boss Silver wirbt für “Zusammenschluss mit Euroleague” | ABC-Z

Stand: 26.03.2026 • 17:12 Uhr

Die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA verfolgt weiter den Plan einer eigenen Europa-Liga. NBA-Commissioner Adam Silver machte nun auch erstmals Europas Top-Liga, der EuroLeague ein Angebot und warb für einen möglichen Zusammenschluss.

Bei einer Sitzung des Board of Governors, dem Führungsgremium der NBA, am Mittwoch ging es auch um die mögliche Expansion der US-Profiliga nach Europa. Die von der NBA im vergangenen Jahr verkündeten Pläne, eine eigene Europaliga zu gründen, sorgt für Unruhe im europäischen Basketball. Verlautbarungen aus der NBA-Zentrale werden seitdem aufmerksam verfolgt, so auch die Äußerung von NBA-Commissioner Adam Silver nach dem Board-Meeting.

NBA-Boss Silver: “Zusammenschluss mit Euroleague das Beste”

Der mächtigste Mann der NBA gab das Ziel aus, bei seinem Europa-Projekt einen Zuammenschluss mit der EuroLeague anzustreben: Dies wäre “das beste Resultat”, so Silver, “zum Wohle des europäischen Basketballs, um den Sport in ganz Europa zu fördern”.

Dies markierte eine Richtungsänderung bei den zumindest offiziell bekanntgewordenen Planspielen über die neue Europaliga, bei denen die NBA bisher vor allem mit dem internationalen Basketball-Verband FIBA zusammengearbeitet hat. Als möglicher Starttermin des neuen europäischen Klubwettbewerbs wurde dabei das Jahr 2027 genannt.

Die EuroLeague, die unter ihrem Dach die Top-Klubs des europäischen Basketballs beherbergt, war bislang bei den Verhandlungen weitestgehend außen vor geblieben. Die privatwirtschaftlich organisierte Euroleague liegt seit Jahren im Streit mit dem Europa-Verband der FIBA.

NBA zieht es in Europas Metropolen – unter anderem nach Berlin

Die Expansionspläne der NBA stellen vor allem für Europas Eliteliga eine Bedrohung dar. Alba Berlin etwa hatte im vergangenen Sommer der Euroleague demonstrativ den Rücken gekehrt, die Berliner schlossen sich dem FIBA-Wettbewerb Champions League an und brachten sich als künftiger Standort für die NBA Europe in Position.

Die NBA hat sich Metropolen wie Berlin, aber auch Rom, Paris, London, oder Manchester als Standorte für neue Europa-Filialen ausgeguckt. Nach einem Bericht von L’Equipe soll Qatar Sports Investments, Mehrheitseigner bei Paris Saint-Germain, bei der NBA ein Gebot für eine PSG-Basketball-Franchise vorbereiten.

Traditionsklubs aus der Euroleague, etwa aus Belgrad oder aus Litauen, gelten dagegen aus wirtschaftlicher Sicht weniger attraktiv. NBA-Boss Silver ging nun aber einen großen Schritt auf die EuroLeague zu, er richtete sich dabei auch namentlich an EuroLeague-Geschäfsführer Chus Bueno und sprach von einem “langjährigen Kollegen in der NBA”. Der Spanier war mehr als zehn Jahre im NBA-Management tätig und hatte das internationale Geschäft betreut.

Auch EuroLeague setzt auf Kooperation

Bueno hatte erst im Januar den Spitzenposten bei der Euroleague-Dachorganisation angetreten und dabei Paulius Motiejunas an der Euroleague-Spitze abgelöst. Motiejunas, früher Manager beim litauischen Vorzeigeklub Zalgiris Kaunas, hatte die NBA-Europapläne scharf kritisiert. Die ohnehin schon durch den Streit der Verbände belastete Kommunikation war zuletzt offenbar komplett zum Stillstand gekommen. Dies soll auch zur Ablösung von Motiejunas beigetragen haben.

Von seinem Nachfolger Bueno gab es in jedem Fall gleich kooperativere Töne zu hören. “Wenn die NBA wirklich fünf Milliarden Euro ins System bringen möchte, dann sind das gute Nachrichten für den europäischen Basketball”, sagte der Euroleague-CEO bei “Mundo Deportivo” und bezog sich auf die kolportierte Summe, die die NBA mit den künftigen zwölf Europa-Franchises erlösen möchte. “Dann sollten wir uns mit der NBA an einen Tisch setzen und überlegen, wie wir diese Potenziale gemeinsam am besten nutzen können.”

Auch die NBA habe erkannt, dass es besser sei, das Projekt gemeinsam mit der Euroleague umzusetzen, sagte Bueno und warnte vor Alleingängen: “Zwei Wettbewerbe auf höchstem Niveau würden den Markt weiter spalten”, sagte der Spanier mit Blick auf die Vielzahl von europäischen Wettbewerben. “Das würde niemandem helfen, und die Erlöse für alle schrumpfen lassen. Das Beste wäre eine gemeinsame Lösung, auch wenn dann wohl beide Seiten Zugeständnisse machen müssten.”

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