DFB-Pokal der Frauen: Jena will gegen Wolfsburg “das Unmögliche möglich machen” | ABC-Z

Carl Zeiss Jena geht als krasser Außenseiter ins DFB-Pokalhalbfinale gegen den VfL Wolfsburg. Doch der Rekordsieger ist angeknockt und muss zudem auf Topstürmerin Alexandra Popp verzichten.
Während der volle Fokus beim FC Carl Zeiss Jena schon in den vergangenen Tagen dem vorläufigen Saisonhighlight im Halbfinale des DFB-Pokals am Sonntag (16:15 Uhr live im Ersten und im Audiostream in der SpiO-App) galt, platzten für den VfL Wolfsburg erst am Donnerstag auf der größtmöglichen Fußball-Bühne alle Träume.
Das Team von Stephan Lerch musste sich im Viertelfinale der Champions League Rekordsieger OL Lyonnes nach großem Kampf in der Verlängerung mit 0:4 geschlagen geben. Viel Zeit, um den Rückschlag zu verdauen, bleibt allerdings nicht. Und im Gegensatz zum Auftritt in der Königsklasse gehen die Wolfsburgerinnen am Sonntag im Pokal als haushoher Favorit ins Spiel.
Zwei Vereine, zwei Welten
Schon der Blick auf die Bundesliga-Tabelle verdeutlicht die Ausgangslage: Der VfL nimmt hinter dem enteilten FC Bayern Kurs auf die Vize-Meisterschaft, Jena muss als Tabellenschlusslicht dagegen mehr denn je um den Klassenerhalt bangen. Satte 37 Punkte trennen beide Teams. Eine Sensation im Pokal würde Jena ohne Frage Rückenwind für den Abstiegskampf geben.
“Aber natürlich”, betonte auch FCC-Cheftrainer Florian Kästner, “ist Wolfsburg der Favorit”. Seine Mannschaft fühlt sich in der Außenseiterrolle dennoch wohl. “Wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner etwas mitnehmen können”, sagte Kästner.
VfL-Ikone Popp fehlt angeschlagen
Erst vor zwei Wochen hatte Jena dem VfL im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld trotz der 0:2-Niederlage einiges abverlangt. Wolfsburg-Ikone Alexandra Popp hatte mit einem sehenswerten Distanzschuss den Führungstreffer markiert und im Anschluss an die Partie betont, dass die nun anstehende Aufgabe im Pokal “eine ganz andere Nummer wird.”
VfL-Stürmerin Alexandra Popp wird im Pokal gegen Jena wohl fehlen.
Am Sonntag wird die im Sommer nach 14 Jahren scheidende VfL-Kapitänin aller Voraussicht nach aber nicht dabei sein. Popp laboriert derzeit an einer muskulären Verletzung und fehlte schon zuletzt in der Champions League. Doch auch ohne die 34-Jährige haben die Wolfsburgerinnen natürlich noch eine enorme individuelle Qualität. Jena will mit einer kompakten Spielweise dagegenhalten, als Team “aggressiv verteidigen und alles reinhauen”, erklärte Angreiferin Rieke Titz: “Wir haben nichts zu verlieren.”
Wolfsburg jagt den zwölften Titel
In der Tat liegt der Druck am Sonntag beim Rekordsieger aus Niedersachsen. Elf Mal konnte Wolfsburg den Pokal bereits holen. Die Serie von zehn Triumphen in Serie zwischen 2015 und 2024 ist schon jetzt eine für die Geschichtsbücher.
Nach dem Viertelfinal-Aus in der vergangenen Saison gegen Hoffenheim ist die Gier auf das Dutzend Titel entsprechend groß. Nach dem kräftezehrenden Spiel gegen Lyon müsse man nun aber schauen, “dass wir unsere Kräfte bündeln”, betonte VfL-Trainer Lerch: “Das nächste Highlight steht an und da wollen wir es natürlich besser machen.”
Jenas Tietz: “Der Welt zeigen, dass wir Fußball spielen können”
Jena winkt dagegen eine fast schon “einmalige Chance”, sagte Coach Kästner. 2010 standen die Thüringerinnen – damals noch als USV Jena – schon einmal im Finale, mussten sich dort dem mittlerweile aufgelösten FCR Duisburg und Alexandra Popp aber mit 0:1 geschlagen geben. Nun habe man erneut die Chance, “der Welt zu zeigen, dass wir in ganz Deutschland Fußball spielen können”, sagte Tietz und schob lächelnd hinterher: “Wir werden versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.”
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