Ostern in München: Eierbecher, Schokolade und Osterbrunch – Stil | ABC-Z

Gute Schale
Obwohl Eierbecher zu den kleinsten Formaten in Sachen Geschirr gehören, holen Designer traditionell viel aus ihnen heraus. Die aus der Bernadotte-Kollektion von Georg Jensen sind legendär, beim „Cico“ von Alessi gehören sogar gleich Löffel und Salzstreuer dazu. Die beste Neuentdeckung kommt aus Istanbul von Atelier Barb. Die beiden Künstler Safiye Ozkan und Haydar Bayindir arbeiten in ihren Designs viel mit Abfall und organischen Materialien. Ihre schlicht schönen „egg cups“ halten die Eier nicht nur, sie bestehen quasi auch daraus: Das braune oder grünliche Bioplastik wird aus einem Dutzend Eierschalen hergestellt. Das Material soll bis zu 15 Jahre lang halten, ist dann aber komplett biologisch abbaubar. Die Modelle „Petal“ oder „Orb“ hingegen sind aus upcyceltem Aluminium gefertigt und so geformt, dass sie sich nahezu endlos stapeln lassen, um dann kunstvolle Skulpturen zu bilden. Vorausgesetzt natürlich, man hat Verwendung für so viele Eierbecher in seinem Haushalt.
Finderglück
Vielen Fans gepflegter Schokolade ist der Name Berger längst geläufig und die Filialen dieser Alpen-Konfiserie sind für manche regelrechte Pilgerorte. Allen, die den Schockspezialisten noch nicht kennen, sei gesagt: Der Besuch eines der Standorte im Salzburger Land oder Tirol rechtfertigt auch eine längere Anreise. Hochfeine Schokoladentafeln und klassische Pralinen gibt es hier immer, derzeit aber auch eine sehr beachtliche Auswahl an Osterausstattung – unter anderem die ansehnlichen Schokoladenhasen: Der niedliche, gesprenkelte Schlappohrhase ist ein Markenzeichen der Manufaktur und wird von Kindern in zweifacher Hinsicht süß gefunden. Der hier gezeigte Edelbitter-Feldhase ist aber auf jeden Fall auch für Erwachsene – und mal etwas anderes als die immer gleichen Goldhasen mit Glöckchen. Dependancen von Berger, die ihren Stammsitz im idyllischen Ort Lofer haben, gibt es von Salzburg bis Innsbruck. Wer keinen Ausflug in die Berge plant, kann auch online bestellen.

Feinhase
Der Hase und Ostern, das ist ja immer ein kleiner Selbstbetrug. Natürlich gehört beides zusammen, wer würde dem nicht zustimmen, trotzdem geht es jedes Jahr im Frühling eigentlich um ein anderes Tier. Lepus europaeus, der klassische Feldhase, ist ein ziemlicher Brocken, bis zu 70 Zentimeter lang, sieben Kilo schwer, von der ganzen Statur zu wuchtig für den netten Begleiter der Ostertage. Modell all der Gold-, Pralinen- oder Dekohasen ist eher das Kaninchen mit aufgeplusterter Silhouette und Samtfell. Nur auf nostalgischen Grußkarten oder auf der Verpackung von Drops zum Eierfärben findet man manchmal Darstellungen des echten Riesenhasen, in Menschenkluft beim Fahrradfahren zwischen Narzissen oder als Wanderer mit Tornister. Auch die Porzellanmanufaktur Nymphenburg hat so ein Original im Programm, naturgetreu mit langen Läufen in aufrechter Hab-Acht-Stellung. Den würde man sich nicht unbedingt in die Mitte des gemütlich gedeckten Tischs zum Brunch stellen, aber zum Glück gibt es ja Finn, Fred oder Fritz. Ebenfalls aus den Werkstätten im Münchner Westen, sind sie die Klassiker zum Fest: rundliche Häschen mit unterschiedlicher Blumenbemalung, daher variieren die Namen. Hugo hat grüne Blüten auf dem Rücken, Xaver ein goldgelbes Tattoo, und schon ist die Welt am Ostermorgen ein bisschen in Ordnung.

Paisley trifft Patisserie
Wer den Osterzopf dieses Jahr nicht selbst backen kann, will oder schlicht mal etwas ganz Besonderes auf dem Frühstückstisch haben möchte – Etro hat sich vor einiger Zeit mit dem Mailänder Sternerestaurant Il Luogo di Aimo e Nadia zusammengetan. Als Erstes verpasste man dem Panetone das „Paisley-Treatment“, jetzt gibt es auch die Colomba, den traditionellen Osterkuchen, in extra-schönem Gewand. Die Metallbox ist mit dem typischen Etro-Print in zarten Pastelltönen verziert und steigt nach Ostern als Lieblings-Keksdose noch einmal im Wert. Die Colomba wird aus natürlichem Sauerteig, Eiern, der Essenz kandierter Orangen aus Kalabrien sowie Bio-Mandeln aus Apulien hergestellt und in einem besonders langsamen Herstellungsprozess gebacken. Ganze 45 Stunden Teigruhe sollen dem Gebäck am Ende seine luftige Textur und besondere Aromatik verleihen. Die Lieferzeit nach Deutschland dauert kaum länger: Sie beträgt etwa zwei bis vier Tage.

Frische Ostern
Wer Ostern lieber stilbewusst und eher modern begehen möchte, kann sich vielleicht für die Illustrationen von Clare Owen begeistern. Die aus Bristol stammende Künstlerin ist mit ihrem coolen und zeitgemäßen Arbeiten schon in vielen namhaften Publikationen zu sehen gewesen und hat jetzt auch das Osterprogramm des Berliner Kult-Pralinenherstellers Sawade in ihrem Stil eingekleidet. Bunt aber nicht zu kitschig sind die Verpackungen für die süßen Kleinigkeiten ausgefallen und machen sich sehr dekorativ auf jedem Ostertisch oder natürlich auch beim Suchen im Garten. Das Gute bei einem derart künstlerischer Ansatz – man kann die leeren Schachteln das restliche Jahr einfach für etwas anderes verwenden.





















