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Oscar-Preisträger Robert Duvall gestorben | tagesschau.de | ABC-Z

Stand: 16.02.2026 20:57 Uhr

Robert Duvall zählte zu den großen Schauspielern Hollywoods. Er wirkte in mehr als 130 Filmen mit – unter anderem in Klassikern wie “Apocalypse Now” und “Der Pate”. Nun starb der Oscar-Preisträger im Alter von 95 Jahren.

Besonders kaltblütige Schurken in Western galten als seine Spezialität. Und auch Robert Duvall selbst sah sich nach eigener Aussage am liebsten in diesen Rollen. An der Seite von John Wayne spielte er 1969 in “Der Marshal” den berüchtigten Banditen Ned Pepper, ein Millionenpublikum kannte ihn aus der Western-Serie “Weg in die Wildnis”. Der Dreh dazu sei einer der Highlights seines Lebens gewesen, erklärte Duvall einst.

Kritiker zählten Duvall neben Gene Hackman, Al Pacino, Robert De Niro und Jack Nicholson zu den wichtigsten Schauspielern des New Hollywood. Auch in Nebenrollen prägte er viele Filme – etwa als Mafia-Anwalt in “Der Pate”. Für diese Rolle wurde Duvall für den Oscar vorgeschlagen.

Eine weitere Oscar-Nominierung trug ihm etwa “Apocalypse Now” ein, in dem er als wahnsinniger Oberstleutnant William Kilgore ein Dorf dem Erdboden gleichmacht, nur um dort surfen zu können. Insgesamt sieben Mal war Duvall für den Oscar nominiert

Oscar als bester Darsteller

Gewonnen hat er den Preis allerdings nur einmal: 1984 als bester Darsteller in Horton Footes “Comeback der Liebe”. Dort spielte er die Rolle des abgehalfterten Country-Sängers Mac Sledge, der seine Alkoholsucht überwindet.

In den 1990er-Jahren übernahm Duvall häufiger Rollen historischer Personen etwa 1992 in “Stalin” und 1996 Adolf Eichmann in “Der Mann, der Eichmann jagte”.

Eltern überredeten ihn zur Schauspielerei

Seine Eltern hätten ihn zur Schauspielerei überredet, sagte Duvall 2020 im Interview mit dem Militär-Journal We Are The Mighty. Er habe an einem kleinen College Drama studiert und dort seine Liebe zur Schauspielerei entdeckt.

Nach dem Militärdienst Mitte der 1950er-Jahre lernte er in New York am Neighborhood Playhouse sein Handwerk, zeitweise teilte er sich mit Dustin Hoffman eine Wohnung. Auch Gene Hackman zählte damals zu seinen Freunden und Studienkollegen.

Nach Broadway-Rollen gab Duvall 1962 sein Filmdebüt an der Seite von Gregory Peck, als Sonderling Boo Radley in dem Rassismusdrama “Wer die Nachtigall stört”.

Marlon Brando als Vorbild

Sein eigenes Idol war Marlon Brando, mit dem er sich in “Ein Mann wird gejagt”, “Der Pate” und “Apocalypse Now” die Leinwand teilte. “Er war bahnbrechend”, schwärmte Duvall im Interview mit We Are The Mighty. Brando habe die Schauspielwelt umgekrempelt. Auch mit Tom Cruise habe er gerne gearbeitet, erzählte Duvall. Zusammen standen sie für den Rennfahrerstreifen “Tage des Donners” (1990) und den Kriminalfilm “Jack Reacher” (2012) vor der Kamera.

Als er mit über 80 Jahren mal zu seinem Karriereende befragt wurde, meinte Duvall in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: “Natürlich denke ich ans Aufhören. Ist doch klar. Oder soll ich irgendwann den Set vollsabbern? Ich halte mir meine Optionen offen, Projekt für Projekt.”

Friedlich zu Hause eingeschlafen

Wenige Wochen vor seinem 95. Geburtstag postete Robert Duvall auf Facebook ein kurzes Video von seinem Krafttraining. Darin sitzt der “Leinwandveteran” auf einem Stuhl und stemmt eine Hantel. Er habe sich für Dreharbeiten immer fit gehalten, schreibt der Schauspieler. Er sei aber nie ins Fitnessstudio gegangen, sondern habe Tennis, Schwimmen oder Reiten vorgezogen.

Wie seine Frau mitteilte, starb Duvall am Sonntag im Alter von 95 Jahren. “Gestern haben wir von meinem geliebten Ehemann, geschätzten Freund und einem der größten Schauspieler unserer Zeit Abschied genommen”, erklärte Luciana Duvall. Ihr Mann sei “friedlich zu Hause eingeschlafen”.

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