Olympische Winterspiele: Beim Curling kam was ins Rutschen | ABC-Z

Über wen reden heute alle?
Über eine fast zu kitschige Geschichte. Johannes Lochner, den alle nur Hansi nennen, ist seit einer halben Ewigkeit einer der besten Bobpiloten der Welt. Nur: Einer war fast immer besser, sein Landsmann Francesco Friedrich. Der schnappte Lochner nicht nur unzählige WM-Goldmedaillen vor der Nase weg, sondern vor vier Jahren auch olympisches Gold in Peking, gleich zweimal sogar, im Zweier- und Viererbob. Lochner, mittlerweile schon 35 Jahre alt, kündigte an, nach den Spielen in Italien seine Karriere zu beenden. Und nutzte seine letzte Chance. Mit seinem Anschieber Georg Fleischhauer, einem ehemaligen Hürdenläufer, gewann er Gold im Zweierbob. Vor, genau, Francesco Friedrich. “Die Geschichte Lochners ist einfach zu schön”, schreibt mein Kollege Nico Horn aus Cortina über “das Ende des ewigen Zweiten”. Was lernen wir? Gut Ding will Weile haben – auch in einem Sport, in dem es um Hundertstel geht.
Was wird heute wichtig?
Ein letztes Mal eine Skipiste. Ab 10 Uhr treten die Frauen zu ihrem finalen alpinen Wettbewerb an, dem Slalom. Auf dem Papier ist der US-Star Mikaela Shiffrin die große Favoritin. Ist sie es auch auf dem Schnee? Shiffrin hat die Saison im Slalom dominiert, hat in neun der vergangenen elf Weltcuprennen gesiegt, keine Skifahrerin hat in ihrer Karriere in einer Disziplin so viele Weltcups gewonnen wie sie im Slalom. Aber unter den olympischen Ringen geschehen manchmal seltsame Dinge. Wer wüsste das besser als Shiffrin? In Peking vor vier Jahren blieb sie medaillenlos, nach den möglicherweise zwei schlechtesten Wochen ihrer Karriere. Auch in Cortina gewann sie noch nichts. Der Druck der Spiele kriecht auch in die Favoritenköpfe, in die wohl besonders. Vielleicht profitieren davon ja Lena Dürr. Oder Emma Aicher, die Doppelsilbermedaillengewinnerin, für deren Interviews das Wort unbekümmert erfunden wurde.
Was machen die Deutschen?
Ein Viertelfinale spielen. Die deutschen Eishockeymänner müssen ab 12.10 Uhr im Viertelfinale gegen die Slowakei ran. Sofern sie um diese Uhrzeit nicht immer noch damit beschäftigt sind, drei Kreuze in den Kalender zu machen. Denn trotz einer mäßigen Vorrunde ergab sich ein höchst glücklicher Weg durch den Turnierbaum, zu dem der nicht einfache, aber machbare Viertelfinalgegner gehört. “Man hätte kein besseres Los haben können, das sollten wir uns alle bewusst machen”, sagte der deutsche Verteidiger Moritz Seider. Eine interne Aussprache hatte es angeblich nach den Niederlagen gegen Lettland und die USA gegeben. Ob die Spieler dabei Schulterpolster und Mundschutz trugen, ist nicht überliefert. Aber die Sache scheint gewirkt zu haben, zumindest deutet das 5:1 gegen Frankreich am Dienstag darauf hin. Jetzt bloß nicht aufhören zu reden, bitte.





















