Olympische Winterspiele: Athleten und Athlethinnen beklagen zunehmenden Hass im Netz | ABC-Z

Sportlerinnen und Sportler sind bei den Olympischen Winterspielen in Italien massiven Anfeindungen im Netz ausgesetzt. Im Vergleich zu den Sommerspielen in Paris hat sich die Problematik noch einmal verschärft. “Unsere Befürchtungen, dass sich dieses Thema weiter zuspitzen wird, sind leider wahr geworden”, teilte Olaf Tabor, Leistungssport-Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), mit.
Um dem entgegenzuwirken, setzt der DOSB – wie schon vor zwei Jahren in Paris – auf künstliche Intelligenz, die den Athletinnen und Athleten zur Verfügung gestellt wird. Die KI erkennt Beleidigungen, Drohungen sowie rassistische, sexistische und andere diskriminierende Inhalte in Echtzeit. “Bislang wurden bereits gut 1300 Hasskommentare von der KI herausgefiltert, einige davon werden von der Staatsanwaltschaft untersucht”, sagte Tabor. Bei Olympia 2024 erfasste die KI laut DOSB mehr als 61.000 Kommentare, von denen knapp 4.000 automatisch ausgeblendet wurden.
Biathletin Voigt und Skispringer Raimund berichten von Online-Hass
Trotz dieser Bemühungen kommt es weiterhin zu unangemessenen Nachrichten, wie Biathletin Vanessa Voigt nach ihrem vierten Platz im Einzel deutlich machte. Obwohl sie ihr bestes Saisonergebnis erzielt hatte, rechnete sie mit negativen Kommentaren und kündigte eine Social-Media-Pause an. “Wir sehen/hören uns nach Olympia. Hier wird es jetzt ruhig – mein Fokus liegt woanders”, schrieb die 28-Jährige auf Instagram.
Auch Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund berichtete im Bayerischen Rundfunk (BR) von Online-Hass. “Es fängt an bei: ‚Du bist unfähig, du bist ein arrogantes Arschloch‘, bis hin zu harmloseren Kommentaren wie: ‚Der deutsche Skisport geht unter. Es ist erbärmlich, was ihr hier bringt, die Teamleistung ist absolut unterirdisch.‘”
Die Expertin Marion Sulprizio von der Deutschen Sporthochschule Köln empfiehlt Sportlerinnen und Sportlern, während der Wettkämpfe Nachrichten entweder gar nicht anzusehen oder sie von vertrauten Personen sichten zu lassen. “So haben wir es zumindest von Athletinnen und Athleten berichtet bekommen: Sie geben ihr Handy zunächst der Partnerin, der Mutter oder dem Manager”, sagte sie. Auf diese Weise könnten vertraute Personen die Sportlerinnen und Sportler vor zusätzlicher Belastung durch Hatespeech schützen.





















