Olympia-Liveticker : „Jetzt müssen Köpfe rollen“ – Schock nach Langlauf-Staffeldebakel | ABC-Z

Mit Start- und Bahnrekord untermauert Johannes Lochner seinen Anspruch auf Olympia-Gold. Mitfavorit Francesco Friedrich hat zur Halbzeit im Zweierbob viel Rückstand. Außerdem: Italiens Presse zelebriert den eigenen Medaillenrekord. Alle News im Olympia-Ticker.
Vom 6. bis zum 22. Februar finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele statt. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen kämpfen in 116 Wettbewerben um die Medaillen. Bleiben Sie mit dem WELT-Liveticker stets auf dem Laufenden über alles Wissenswerte zum heutigen Olympia-Tag:
14.41 Uhr: Schweden in Aufruhr – „Legt das Herren-Nationalteam still!“
Eigentlich galt Schweden in der Langlauf-Staffel der Männer als sicherer Medaillen-Kandidat. Doch das Rennen endete in einem Fiasko. Die Langlauf-Nation landete auf dem letzten Platz. In der Heimat brennt nach dem Rennen vom Montag die Luft. Calle Halfvarsson, der als Dritter auf die Loipe gegangen war, fand gegenüber dem TV-Sender „SVT Sport“ eindeutige Worte: „Das ist peinlich. Man schämt sich da draußen.“
Die schwedische Zeitung „Aftonbladet“ rechnet mit dem Team knallhart ab: „Jetzt müssen Köpfe rollen. Wir sind mit Abstand die Schlechtesten der Welt.“ Die Staffel-Blamage sei der „Tiefpunkt für den schwedischen Skisport der Männer“. Weiter wird gefordert: „Legt das Herren-Nationalteam still!“ Eine Forderung, die zeigt, wie tief der Frust sitzt. Dazu ist von einer „total katastrof“ die Rede – also einer „totalen Katastrophe“. Das Blatt schreibt außerdem, Schweden sei im Rennen „försvann ur bilden“ – praktisch aus dem Bild verschwunden. Ein Schuldiger wurde offenbar schon gefunden: das Wachsteam. Der Chef der Wachscrew erklärte, man wolle genau analysieren, was schiefgelaufen sei.
14.24 Uhr: Nach Schnee-Chaos – Straßer verpasst Slalom-Medaille
Skirennfahrer Linus Straßer hat im teils chaotischen Slalom eine Medaille verpasst. Der WM-Dritte belegte beim Sieg des Schweizer Weltmeisters Loic Meillard in Bormio nur Rang neun. Die deutschen Alpin-Männer beenden damit die nächsten Winterspiele ohne eine Einzelmedaille. Die bislang letzten hatte Markus Wasmeier mit seinen Triumphen im Super-G und im Riesenslalom 1994 im norwegischen Lillehammer geholt.
Der überraschend starke Österreicher Fabio Gstrein sicherte sich mit 0,35 Sekunden Rückstand auf Meillard Silber, Bronze ging an den Norweger Henrik Kristoffersen (+1,13). Dessen Teamkollege Atle Lie McGrath führte nach dem ersten Lauf, schied nach einem Fahrfehler im Finale dann aber aus und stapfte tief enttäuscht von der Piste erst einmal Richtung Wald. Schon der erste Durchgang des Slaloms in Norditalien verlief chaotisch. Weniger als die Hälfte der knapp 100 Starter erreichte das Ziel. Schneefall erschwerte die Sicht, die Kurssetzung erwies sich als anspruchsvoll.
14.02 Uhr: Curler kritisiert Weltverband
Mit seiner angeblichen Schummelei begann der Wirbel: Nach dem Ärger im olympischen Curling-Turnier hat Kanadas Spieler Marc Kennedy die jüngsten spontan angekündigten Überwachungen kritisiert. Wegen gleich in mehreren Spielen vorgeworfener irregulärer Doppelberührungen hatte der Curling-Weltverband am Samstag angekündigt, künftig zwei Offizielle abzustellen, die die Steinabgaben der Curler stärker beobachten sollen. „Es ist unglücklich, dass Athletinnen und Athleten mitten während eines olympischen Wettbewerbs ihre Abgabe ändern müssen. Dieselbe Abgabe, an der sie seit acht oder zehn Jahren arbeiten“, sagte der 44-Jährige.
Kanadas Trainer Paul Webster sah den Nachholbedarf im Regelwerk, störte sich aber ebenfalls am Zeitpunkt. Man versuche jetzt, während Olympia schnell etwas zu reparieren. „Ich halte das für den falschen Weg.“ In den ersten Partien seit der Anpassung kam es häufig zu Diskussionen und auch zu Sanktionen. Beim Spiel zwischen Kanada und Schweden am vergangenen Freitag war Kennedy mit dem Schweden Oskar Eriksson aneinandergeraten, weil der ihm eine irreguläre mehrfache Berührung des Steins vorgeworfen hatte. „Wer macht das? Wer? Ich hab’ das kein einziges Mal gemacht. Verpiss dich“, giftete der Kanadier sichtlich verärgert zurück.
13.13 Uhr: Sieg-Versprechen nach Aussprache im deutschen Eishockey-Team
In der K.-o.-Runde soll im deutschen Eishockey-Nationalteam plötzlich alles besser werden. Laut Ex-NHL-Profi Dominik Kahun ist nach der verkorksten Vorrunde in der Mannschaft zu einer großen Aussprache gekommen. „Wir haben es nach dem Spiel mit ein paar Jungs gemacht, das ist auch sehr wichtig. Und wir werden es heute auch noch als ganze Mannschaft machen“, bestätigte der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2018 im ZDF. Trotz zwei Niederlagen in der Vorrunde gegen Lettland (3:4) und gegen Weltmeister USA (1:5) ist die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in ihrer Gruppe Zweiter geworden und bekam für die Viertelfinal-Qualifikation am Dienstag (12.10 Uhr/ARD und Eurosport) in Frankreich einen Außenseiter zugewiesen.
Dann ist auch laut Kahun ein Sieg Pflicht: „Natürlich, das haben wir auch schon besprochen.“ Nach dem Spiel gegen die USA hatten zahlreiche Führungsspieler Probleme im Team offenbart. Die Chemie im bei Olympia mit zahlreichen NHL-Stars gespickten Team stimmt noch nicht. „Jeder spricht darüber, dass wir die beste Mannschaft aller Zeiten haben. Jetzt müssen wir es auch aufs Eis bringen“, sagte Kahun versprach: „Das werden wir ab morgen zeigen.“
12.55 Uhr: Lochner vor erstem Olympia-Gold – Friedrich weit zurück
Johannes Lochner greift zum Abschluss seiner 15-jährigen Bob-Karriere nach dem ersten Olympia-Gold. Vor den beiden abschließenden Läufen im Zweierbob am Dienstag hat der Weltcup-Gesamtsieger aus Berchtesgaden satte 0,80 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Francesco Friedrich, der mit Alexander Schüller fährt. Der in Lauf eins auf Platz zwei gefahrene Adam Ammour fiel mit Alexander Schaller auf Rang drei zurück.
Mit seinem bärenstarken Anschieber Georg Fleischhauer fuhr Lochner gleich im ersten Lauf Start- und Bahnrekord und nahm dem viermaligen Olympiasieger Friedrich schon 0,48 Sekunden ab – eine Welt im Bobsport. Selbst das dritte deutsche Duo Ammour/Schaller war vier Hundertstelsekunden schneller als Friedrich/Schüller. Im zweiten Lauf touchierte Friedrich erneut mehrere Banden und konnte somit seine Aufholjagd auf Lochner nicht starten. Zumindest reichte es für Platz zwei, da Ammour gleich mehrfach im Eislabyrinth quer stand.
12.31 Uhr: Malinin meldet sich erstmals zu Wort
Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin aus den USA hat sich erstmals nach seinem dramatischen Absturz in der olympischen Kür auf Instagram zu Wort gemeldet und Einblicke in sein Innenleben gegeben. „Auf der größten Bühne der Welt kämpfen selbst diejenigen, die am stärksten erscheinen, innerlich möglicherweise mit unsichtbaren Schlachten. Selbst deine glücklichsten Erinnerungen können am Ende vom Lärm überschattet werden“, schrieb Malinin drei Tage nach dem achten Platz bei den Winterspielen in Italien. Begleitet wurde der Beitrag mit einem Video, das Malinin beim Feiern seiner Siege zeigt sowie in einer Szene, in der er die Hände enttäuscht hinter seinen Kopf legt.
„Widerwärtiger Online-Hass greift den Verstand an, und Angst lockt ihn in die Dunkelheit – ganz gleich, wie sehr man versucht, angesichts des endlosen, unüberwindbaren Drucks bei Verstand zu bleiben“, äußerte Malinin. Bis zu den Winterspielen war er mehr als zwei Jahre ungeschlagen und galt als absoluter Topfavorit. Doch in der Kür fiel er nach einer verpatzten Vorstellung vom ersten Platz nach dem Kurzprogramm deutlich zurück. „All das staut sich an, während diese Momente vor deinen Augen aufblitzen, und führt schließlich zu einem unvermeidlichen Zusammenbruch. Das ist diese Version der Geschichte“, schrieb Malinin.
12.05 Uhr: TV-Zahlen – Junge Zuschauer sorgen für Olympia-Boom
Die Olympischen Winterspiele begeistern die deutschen Sportfans. ARD und ZDF registrieren bei der Halbzeitbilanz ungewohnt hohe Reichweiten und Marktanteile. Vor allem jüngere Zuschauer sorgen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern für Spitzenwerte. Bemerkenswert waren die Zahlen insbesondere für den Samstag, als die Top 25 der am meisten gesehenen TV-Sendungen in der Zielgruppe der 19- bis 49-Jährigen allesamt im Ersten liefen. Neben 23 Olympia-Übertragungen konnten sich bei den jüngeren Zuschauern und Zuschauerinnen nur „Sportschau“ und „Tagesschau“ behaupten.
Die stundenlangen Übertragungen von den Spielen in Mailand und Cortina bescherten der ARD in der ersten Olympia-Woche durchschnittlich 3,41 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 24,5 Prozent. Beim ZDF sahen die Zahlen ganz ähnlich aus mit 3,42 Millionen und 24,7 Prozent. Die meisten Zuschauer registrierte die ARD bisher beim Bronzelauf der deutschen Doppelsitzer im Rodeln der Männer mit einem Durchschnitt von 6,77 Millionen Menschen. Auch beim ZDF sorgten die Rodelwettbewerbe für den bisherigen Topwert mit 6,56 Millionen beim Einsitzer der Herren.
8.21 Uhr: „Italiens Gefühl für Schnee“ – Jubel über Medaillenrekord
Italien im Glück: Die Medaillenflut für den Gastgeber wird von den Zeitungen groß bejubelt. Auf ihren Titelseiten weisen fast alle Blätter darauf hin, dass Italien im Winter noch nie so viel Edelmetall gewonnen hat. Die beiden großen Zeitungen „Corriere della Sera“ und „La Repubblica“ riefen Doppel-Olympiasiegerin Federica Brignone nach ihrem Erfolg im Riesenslalom bereits übereinstimmend zur „Königin“ der Spiele aus. Beim Erscheinen der Blätter stand die Gastgeber-Nation bei insgesamt 22 Medaillen: achtmal Gold, viermal Silber und zehnmal Bronze. Neben Brignone gewann auch Eisschnellläuferin Francesca Lollobrigida zwei Goldmedaillen. So viele Podiumsplätze gab es auch in der Wintersportnation Italien noch nie.
Bislang stand der Rekord aus dem Jahr 1994 im norwegischen Lillehammer bei 20 Medaillen. Vor Beginn der Spiele hatte Italiens Olympisches Komitee (Coni) 19 Medaillen als Ziel ausgegeben – das ist nach etwas mehr als der Hälfte bereits übererfüllt. Nur Norwegen liegt in der Nationenwertung vor dem Gastgeber. Die ansonsten eher kritisch eingestellte „La Repubblica“ schwärmte: „Big Italy. Nein, gigantisch. Gelassen, lächelnd, leichtfüßig. Italiens Gefühl für Schnee, so wie man es noch nie gesehen hat. Es gleitet dahin und surft auf den Wellen des Lebens.“
7.58 Uhr „Immer nur die Brautjungfer“ – US-Eishockey-Spieler verhöhnt Draisaitl
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft war beim 1:5 gegen die USA chancenlos. Die Amerikaner nahmen Superstar Leon Draisaitl mit Manndeckung aus dem Spiel. Auch abseits des Eises bearbeiteten sie den Kapitän der Deutschen.
An der Bande bekam er den üblichen Trashtalk von US-Stürmer Matthew Tkachuk ab. „Immer nur die Brautjunger, Leon? Immer die Brautjungfer, nie die Braut“, rief der Stürmer der Florida Panthers. Er spielte damit nicht nur auf das akuelle Spiel, sondern vermutlich auch auf die vergangenen beiden Stanley-Cup-Finals an, die Florida gegen Draisaitls Edmonton Oilers gewonnen hatte.
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