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Olympia 2026: USA wollen gegen Kanada erstes Eishockey-Gold seit 1980 | ABC-Z

Brady und Matthew Tkachuk haben ihrem Vater versprochen, ihn noch stolzer auf seine Söhne machen zu wollen. Keith Tkachuk war ehedem selbst ein formidabler Eishockeyspieler, der nach seiner Zeit an der Boston University für fünf Teams in der nordamerikanischen Profiliga NHL in zwei Jahrzehnten rund 1300 Spiele bestritt. Im Nationaltrikot gewann der heute 53-Jährige 2002 bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City die Silbermedaille.

Brady und Matthew hatten im Frühling vor 24 Jahren die Auszeichnung, die ihr Dad in St. Louis mit nach Hause brachte, mit in die Schule nehmen dürfen, um sie ihren Klassenkameraden zu zeigen, während die Mutter vor der Tür wartete, um das kostbare Stück wieder unversehrt mit nach Hause zu nehmen.

Medaillen für AIN werden im Medaillenspiegel nicht aufgeführt. Aufgrund der Dopingmanipulationen, eines in manchen Ländern nicht oder nur unzureichend existierenden Kontrollsystems und der teilweise bislang nicht nachweisbaren verbotenen Substanzen übernimmt die Redaktion keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Eingefrorene Proben dürfen zehn Jahre lang nachkontrolliert werden. Mit dem endgültigen Ergebnis ist erst nach Ablauf der Verjährungsfrist 2036 zu rechnen.

Silber haben der 26 Jahre alte Brady und sein zwei Jahre älterer Bruder Matthew Tkachuk, die aktuell zu den prägenden Charakteren des US-Kaders bei den Winterspielen in Mailand zählen, sicher. Aber sie wollen mehr: An diesem Sonntag, im Endspiel in der ausverkauften Arena Santagiulia (14.10 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport), bietet sich ihnen die Chance zur Erfüllung ihrer Hoffnungen, wenn es im mit Spannung und vielen Äußerungen der Beteiligten vorab emotional aufgeladenen Duell mit Kanada kommt.

„Er ist einfach eine Bestie. Seine Energie ist ansteckend“

Dass das Duo vor Selbstvertrauen, Tatkraft und Energie strotzt, die phasenweise über das hinausreicht, was im Rahmen des ohnehin weit gefassten Reglements gestattet liegt, demonstrierten Brady und Matthew Tkachuk im Halbfinale am Freitagabend gegen die Slowakei, in dem die Vereinigten Staaten dank eines druckvollen, von hoher Scheibensicherheit und physischer Präsenz geprägten Einsatzes den Gegner dominierten und sich nahezu ungefährdet 6:2 (2:0, 3:0, 1:2) durchsetzten.

Gegen Ende, als der Erfolg unabänderlich feststand, ließen Brady und Matthew Tkachuk (in einer Rauferei mit Martin Pospisil und Erik Cernak) die Fäuste fliegen und kassierten dafür jeweils zehn Strafminuten; beide gehören zu den fünf Spielern, die bei Olympia am meisten von den Schiedsrichtern mittels Hinausstellungen diszipliniert wurden.

Für Mike Sullivan, den Coach der Amerikaner, gehören solche Szenen im Eifer des Gefechts unabänderlich dazu. Der Trainer, der im NHL-Alltag die New York Rangers betreut, äußerte sich über Brady Tkachuk so enthusiastisch, dass es Mutmaßungen gibt, er würde einen Wechsel des Kapitäns der Ottawa Senators zu seiner Mannschaft an die Ostküste forcieren.

„Er ist einfach eine Bestie. Seine Energie ist ansteckend“, sagte Sullivan über den Flügelstürmer, der seit seinem Einstieg in die Liga in acht Spielzeiten 205 Tore und 236 Assists erzielte. „Er ist so lautstark auf der Bank, in den Pausen, er ist ein positiver Typ. Er reißt alle mit in den Kampf, im wahrsten Sinne des Wortes. Genau das lieben wir an ihm.“

Die Tkachuks und ihre Nebenleute ließen schnell keinen Zweifel aufkommen, dass die Slowakei für sie eine bezwingbare Hürde darstellt. Dylan Larkin (5. Minute) und Tage Thompson (20.) schufen früh mit ihren Toren eine Basis, Jack Hughes (33./39.), Jack Eichel (33.) und Brady Tkachuk (51.) legten nach. Juraj Slafkovsky (45.) und Pavol Regenda (54.) trafen für den Dritten der Winterspiele von Peking, der die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes im Viertelfinale (6:2) bezwungen hatte; die Slowakei spielt am Samstag (20.40 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, in der ARD und bei Eurosport) gegen Finnland wiederum um Bronze.

Seit dem „Miracle on Ice“ warten die USA auf Eishockey-Gold

Die USA warten seit 1980, als sie beim „Miracle on Ice“ sensationell die Sowjetunion besiegt hatten, auf ihren dritten Olympiasieg. Letztmals im Finale standen sie 2010 in Vancouver. Die Frauen der USA setzten sich in ihrem Finale am Donnerstag in der Verlängerung 2:1 gegen Kanada durch.

Das Prestigeduell der Nordamerikaner zum Abschluss der Olympischen Spiele drohte zunächst zu platzen, denn die Kanadier legten gegen Finnland einen Fehlstart in ihre Partie hin: Mikko Rantanen (17.) nutzte ein Powerplay zur Führung, Erik Haula (24.) erhöhte in Unterzahl. Sam Reinhart (35.), Shea Theodore (51.) und Nathan MacKinnon (60.) drehten das Spiel für den Favoriten – letztlich verdient, weil sie das zumeist auf ihre defensive Absicherung bedachte Suomi-Ensemble durch Tempo und Emsigkeit nahezu in einem permanenten Powerplay beschäftigten und unter Druck setzten; die Schussbilanz von 39:17 war eindeutig.

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Für die kanadischen Männer geht es um die 15. Goldmedaille und die erste seit Sotschi 2014. Sydney Crosby, ihr Kapitän, stand wegen einer im Viertelfinale gegen Tschechien (4:3) erlittenen Verletzung am rechten Bein nicht zur Verfügung. Durch den Sieg gegen die Finnen verschafften seine Mitspieler ihm einen zusätzlichen freien Tag, um bis zum großen Showdown wieder rechtzeitig fit zu werden.

„Man will für Sid gewinnen“, sagte Cale Makar. „Man will nicht, dass das sein letztes Spiel hier in Mailand und für uns war“, fügte der Verteidiger an: „Man spielt definitiv für so einen Kerl und für all die Kanadier, die uns jeden Tag zusehen. Für einen Mann wie Sid, unseren Kapitän, geben wir alles, was wir können.“ Auf die Frage, ob Crosby am Sonntag zur Verfügung stehen könnte, sagte der kanadische Trainer Jon Cooper: „Wir haben 48 Stunden Zeit, um das zu entscheiden, aber seine Chancen, im Goldmedaillenspiel zu spielen, sind besser als seine Chancen, im heutigen Spiel zu spielen.“

Spekulationen über Trump-Besuch in Mailand

Sollte der Trip kurzfristig zustande kommen – ein Trip, der den italienischen Behörden wegen der Sicherheitsaspekte Bedenken bereitet –, ist ihm wegen seiner wiederholt vorgebrachten Drohungen gegen Kanada, seiner Zollpolitik und seiner Äußerungen, den Nachbarn als 51. Bundesstaat zu annektieren, der geballte Unmut der kanadischen Anhänger gewiss.

Diese sind seit Tagen in der Santagiulia-Arena in der Mehrzahl vertreten und geben den Ton an. Trumps Stellvertreter J. D. Vance war bei seinem Besuch bei den Olympischen Spielen, der von martialisch ausgerüstetem Security-Personal begleitet wurde, unter anderem bei der Eröffnungsfeier im San-Siro-Stadion ausgepfiffen worden. Auf Anfragen der F.A.Z. teilte das Olympia-Organisationskomitee am Samstagmittag mit, über einen Besuch des amerikanischen Präsidenten lägen „keine Informationen“ vor.

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